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WM-Phänomen „Freddy“Wie sich ein deutscher Fußballfan in die US-Herzen twittert

3 min
x.com/FreddyLA7

WM-Fan Freddy auf dem Weg nach Texas

„FreddyLA7“ ist in den Südstaaten schon ein kleiner Star. Der Deutsche gibt Einblicke in seinen Roadtrip.

Noch bevor die DFB-Elf ins Turnier eingreifen konnte, hat die WM in den USA ihren ersten deutschen Star: „X“ (früher Twitter)-User „FreddyLA7“. Der junge Mann macht einen Roadtrip durch die Vereinigten Staaten und lässt seine Follower (inzwischen mehr als 550.000) die USA-Reise durch die ehrlich erstaunten Augen eines Deutschen erleben – was bei vielen, teils prominenten Amerikanern für Begeisterung sorgt – gerade in den Südstaaten.

Riesen-Fan von Cristiano Ronaldo

Freddy ist offenbar mit zwei Kumpels unterwegs, kommt aus Hamburg, hat dänische Wurzeln, ist frenetischer Cristiano-Ronaldo-Fan und damit auch Anhänger des saudischen Klubs Al Nassr. So viel ist seinem Profil zu entnehmen, offenbar legt er Wert auf Anonymität – seinen echten Namen verrät er nicht, sein Kopf wird immer von einem Porträt seines Idols CR7 verdeckt. Weshalb auch schon gemutmaßt wurde, ob es sich bei „FreddyLA7“ nicht um die ausgeklügelte Marketingidee eines Tourismusverbands handeln könnte. Allerdings bestätigten Zeugen: Freddy ist echt und ein Deutscher.

Los ging es Anfang Juni, als sich Freddy von der Heimat über Dublin in Richtung Atlanta aufmachte – mit einem Handgepäckskoffer voller Trikots und insgesamt sieben WM-Tickets. Unter anderem für zwei deutsche Spiele und zwei Auftritte seines portugiesischen Helden.

In Atlanta begann Freddys Roadtrip – abseits von typischen Touristen-Hotspots. Über Tennessee und Alabama, vorbei an dichten Wäldern und idyllischen Seen. Gegessen wurde bei US-Fast-Food-Institutionen wie Waffle House oder Wendy’s, bestaunt gigantische Supermärkte oder Tankstellen. Über den Besuch des Testspiels zwischen Argentinien und Island in Auburn, als ein Adler seine Runden durch das gewaltige College-Football-Stadion drehte, schrieb Freddy die Floskel: „Mein europäischer Verstand kann das nicht begreifen.“ Je erstaunter und begeisterter sich der Tourist über für US-Bürger alltägliche Dinge zeigte, desto größer wurde das Interesse.

Von J.J. Watt nach Houston eingeladen

Die Fahrt weiter durch Florida und Louisiana nach Texas, zum deutschen Spielort Houston, wurde immer bizarrer. Kurz nachdem Freddy kundgetan hatte, im Radio ständig Musik von Ella Langley zu hören und die Lieder mittlerweile zu mögen, wurde er von der Country-Sängerin persönlich zu einem Konzert eingeladen. In New Orleans gab es VIP-Führungen durch die Trainings-Heiligtümer der Saints (NFL-Team) und Pelicans (NBA-Team). American-Football-Legende J.J. Watt sorgte dafür, dass Freddy und seine Kumpels in Houston in einem Luxus-Hotel untergebracht wurden.

Und sogar Floridas ultra-rechter Gouverneur Ron DeSantis schien sich mal über einen Ausländer zu freuen: In seinem Staat werde er „einige der besten Strände der Welt“ sehen.

Freddys Handgepäckskoffer platzt inzwischen aus allen Nähten, immer mehr Geschenke sammeln sich an. „Das haben wir nicht erwartet, als wir zu Hause ins Flugzeug gestiegen sind“, schrieb Freddy jüngst. „Once in a Lifetime.“