Eine der ikonischsten Partnerschaften im Profisport steht vor dem Ende. Das stößt nicht gerade auf große Zustimmung bei den deutschen Fans.
Abschied von der großen BühneUnwürdiges Ende für Adidas – erste Nike-Entwürfe machen die Runde

Es war vorerst der letzte Auftritt einer deutschen Nationalmannschaft im Adidas-Dress.
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Für Adidas war das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 in den USA weit mehr als nur ein sportliches Ereignis. Es markierte das Ende einer Ära, die über mehr als 70 Jahre hinweg wie keine andere für die Identität des deutschen Fußballs stand. Vor diesem Hintergrund wirkt der Abschied auf der ganz großen Bühne nach dem desolaten Turnierverlauf des viermaligen Weltmeisters eher unwürdig.
Die jahrzehntelange Partnerschaft zwischen Adidas und dem DFB galt als Inbegriff einer nationalen Allianz. Seit 1954, dem Jahr des ersten WM-Titels der Bundesrepublik, stattete das Unternehmen aus Herzogenaurach alle DFB-Auswahlen aus.

Jürgen Grabowski (li.) und Hans Hubert Berti Vogts zusammen mit u.a. Rainer Bonhof (2.v.re.) und Hans Georg Schwarzenbeck (3.v.re.) nach dem WM-Triumph in München. (Archivfoto)
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Adidas war mehr als 70 Jahre Ausrüster der deutschen Nationalmannschaft
Vier Weltmeistertitel, zahlreiche Europameisterschaften – die drei Streifen waren untrennbar mit den Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft verbunden. Der DFB war für Adidas nicht nur ein wichtiger Kunde, sondern auch ein emotionaler und marketingtechnischer Eckpfeiler.

Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger (l.) holten 2014 den WM-Titel in Brasilien. (Archivfoto)
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Ab 2027 wird nicht mehr der fränkische Sportartikelhersteller, sondern der US-amerikanische Konkurrent Nike die Trikots der DFB-Teams stellen. Dieser Wechsel, der bereits vor der WM vertraglich besiegelt wurde, erhält durch das enttäuschende Abschneiden der Mannschaft eine zusätzliche bittere Note.
Die WM 2026 sollte eines der letzten großen Turniere unter dem alten Banner mit den drei Streifen werden. Nun wird sie als letztes Kapitel einer glorreichen, zuletzt jedoch kriselnden Beziehung in die Geschichte eingehen.
Nike sticht Adidas aus – DFB kann Millionenangebot nicht widerstehen
Der Wechsel zu Nike ist allem Anschein nach vor allem finanziell motiviert. Der US-Konzern soll dem DFB ab 2027 dem Vernehmen nach rund 100 Millionen Euro pro Jahr zahlen und damit etwa doppelt so viel wie Adidas bislang.

Legendäres DFB-Trikot: Die Weltmeister von 1990. (Archivfoto)
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Über die bis 2034 vorgesehene Laufzeit würde sich somit ein Gesamtvolumen von mehreren hundert Millionen Euro ergeben. DFB-Funktionäre konnten offenbar nicht widerstehen und verwiesen in diesem Zusammenhang auf die Aussicht auf eine „ökonomisch stabile Zukunft”.
Adidas soll sein Angebot zwar noch einmal verbessert haben, intern wurde es jedoch weiterhin als nicht konkurrenzfähig bewertet. Im Umfeld der treuen DFB-Anhängerschaft kam der schockierende Ausrüsterwechsel gar nicht gut an.
Das letzte Adidas-Trikot: Viele DFB-Fans laufen Sturm
Der Wechsel wirft nämlich auch identitätsstiftende Fragen auf. Für viele Fans sind die drei Streifen ein Stück deutscher Fußballkultur. Die künftigen Nike-Trikots werden ohne diese ikonischen Elemente auskommen müssen. Dieser Bruch wird nicht nur ästhetisch, sondern auch emotional diskutiert.
Gleichzeitig steht der DFB vor der Herausforderung, die neue Partnerschaft sportlich mit Leben zu füllen. Nach dem enttäuschenden WM-Auftritt benötigt die Nationalmannschaft dringend Erfolge, um den Übergang positiv zu gestalten.
Nike kauft sich beim DFB ein – neues Trikot mit Spannung erwartet
Der erste Entwurf von Nike für das DFB-Trikot wird natürlich mit Hochspannung erwartet. In den sozialen Medien kursierte bereits ein Modell, das jedoch keine große Begeisterung auslöste.
Das frühe WM-Aus Deutschlands wurde an der Börse am Dienstag (30. Juni) nur am Rande wahrgenommen. Der DAX zeigte sich insgesamt kraftlos und wurde vor allem von Inflationsdaten und geopolitischen Entwicklungen beeinflusst. Für Adidas-Aktien dürfte der Verlust des Prestige-Partners jedoch mittel- bis langfristig spürbarer werden.
Letzter Adidas-Auftritt im November 2026
Zwar ist das Unternehmen weltweit weiterhin stark im Profifußball aufgestellt, doch der Verlust der deutschen Nationalmannschaft trifft einen emotionalen Kern der Marke. Nike hingegen sichert sich mit diesem Coup nicht nur ein hochkarätiges Aushängeschild, sondern auch Präsenz auf einem der traditionsreichsten Fußballmärkte Europas.
Die DFB-Stars werden voraussichtlich noch sechs bis acht weitere Male das Trikot von Adidas tragen (je nach zusätzlichen Terminierungen). Das letzte Spiel in den Leibchen wird höchstwahrscheinlich das Nations-League-Match am 16. November 2026 gegen die Niederlande sein. (mbr)
