Rückblick25 Jahre Torfall von Madrid – Als Jauch und Reif zur Höchstform aufliefen

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Der Torfall in Madrid 1998 war der Start eines amüsanten Unterhaltungsprogramms von Günther Jauch und Marcel Reif. (Archivbild)

Der Torfall in Madrid 1998 war der Start eines amüsanten Unterhaltungsprogramms von Günther Jauch und Marcel Reif. (Archivbild)

Als am 1. April 1998 im Bernabeu kurz vor Anpfiff eine Torumrandung bricht, beginnt eine Live-Komödie vor Millionenpublikum.

Kurz vor Anpfiff knisterte es im Bernabeu-Stadion. Real Madrid gegen Titelverteidiger Borussia Dortmund, Champions League, Halbfinale - doch plötzlich ging ein Aufschrei durch das Rund. Ein Tor fiel einfach um, und was an jenem 1. April 1998 vor 25 Jahren ein Leckerbissen des Fußballs werden sollte, wurde stattdessen zu einer Sternstunde der deutschen TV-Unterhaltung.

Denn wie das Spiel ausging und wer die Tore erzielte, wissen heute aus dem Kopf wohl nur noch ein paar BVB-Fans. In Erinnerung geblieben sind dagegen die RTL-Kommentatoren Günther Jauch und Marcel Reif. Weil das große Real auf die Schnelle kein Ersatztor fand, musste das TV-Duo eine Verzögerung von 76 Minuten überbrücken - und lief zu Höchstform auf.

Torfall von Madrid: Günther Jauch und Marcel Reif schreiben Fernsehgeschichte

Sätze wie „Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan“ (Reif) und „Das erste Tor ist schon gefallen“ (Jauch), aber auch der mit einem Maßband auf einem Stuhl stehende Jauch sind in Erinnerungen geblieben. Später wurde das Duo für den Grimme-Preis nominiert. Bezeichnend: Das Warten auf das neue Tor verfolgten 12,76 Millionen TV-Zuschauer - das eigentliche Spiel nur noch sechs Millionen.

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Aber was war eigentlich passiert? Real-Fans waren kurz vor dem Anstoß auf einen Zaun geklettert, an dem das Tor befestigt war. Als der Zaun einknickte, fiel das Tor zu Boden. Erinnerungen an den Pfostenbruch am Bökelberg 1971 wurden wach.

Skurrile Szenen nach Torfall von Madrid in der Champions League

Es folgten skurrile Szenen. Der Schiedsrichter schickte die Mannschaften zurück in die Kabine, Helfer versuchten irgendwie, das Tor zu reparieren - vergebens. Ein Ersatztor war im weltberühmten Bernabeu nicht aufzutreiben, also musste eines vom Trainingsgelände Reals her.

Immerhin: Nach langem Warten konnte das Spiel endlich angepfiffen werden. Real gewann 2:0 und zog nach dem 0:0 im Rückspiel ins Finale ein, wo die von Jupp Heynckes trainierten Königlichen mit einem 1:0 gegen Juventus Turin auch den Titel holten. (sid)

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