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65:96 in PaderbornDesaster für die Bayer Giants

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Nur sechs Punkte gegen Paderborn: Leverkusens Marc-Andre Fortin (links)

Paderborn/Leverkusen – In Paderborn hatte man Respekt vor den Bayer Giants. Immerhin waren die Leverkusener Basketballer gegen das favorisierte Karlsruhe letzte Woche nach einer starken Partie als Sieger aus der Halle gegangen. Die Uni Baskets Paderborn hatten dagegen zum Saisondebüt gegen Jena eine schlechte Darbietung geboten und haushoch verloren.

Den Respekt kompensierte Paderborn am Samstagabend mit einer sehr engen und bissigen Defense, mit einer sehr fokussierten und wachen Vorstellung, mit einem enormen Kampfgeist.

Ganz anders dagegen die Bayer-Korbjäger: Wie schon mehrfach in der Vorbereitung praktiziert, ließ das Team von Headcoach Hansi Gnad über weite Strecken die für einen Erfolg nötige Grundeinstellung vermissen. Die Quittung kassierte Leverkusen mit einer 65:96 (28:46)-Pleite.

Verletzung bei Xavier Bishop

Die Zuschauer in der Maspernhalle kamen bereits im ersten Viertel weder aus dem Staunen noch aus dem Jubeln heraus. Während bei den Gastgebern nahezu jeder Wurf saß, lief bei den Giants nichts zusammen. Ein Ballverlust nach dem anderen wurde produziert, in der Defense war man viel zu schläfrig unterwegs; die Bayer Giants wirkten nicht wach.

Erschwerend kam hinzu, dass Regisseur Xavier Bishop nach vier Minuten beim Rückwärtslaufen einem Gegenspieler auf den Fuß trat, umknickte und fortan nicht mehr mitmischen konnte. Da lag sein Team schon mit 5:15 hinten.

„Schon da haben wir nichts auf die Reihe bekommen. Ich hatte die Jungs davor gewarnt, dass Paderborn anders auftreten wird als gegen Jena. Ich glaube, sie haben nicht zugehört“, sagte Coach Gnad. Am Ende der ersten zehn Minuten hieß es 28:9 für die Ostwestfalen. Bayer hatte lediglich zwei Feldkörbe markiert, dafür aber neun Ballverluste.

Wer dann glaubte, es könne jetzt nur noch besser werden, wurde im zweiten Viertel bestätigt. Allerdings bedeutete das nicht, dass es gut wurde. Lediglich Haris Hujic sorgte mit elf Punkten in diesem Abschnitt dafür, dass Paderborn nicht noch weiter davonzog. Die zum Teil üblen Ballverluste setzten sich fort, die Giants agierten weiter führungslos. Mit einer 46:28-Führung Paderborns ging es in die Kabinen. In Leverkusens Umkleide fielen deutliche Worte, doch änderte sich auf dem Parkett nur wenig.

Paderborn zieht davon

Immerhin minimierten sich die Ballverluste, dafür nahmen aber die Offensivrebounds der Gastgeber zu, was in der Regel zu einfachen Körben der Uni Baskets führte. Motivierend für Paderborn, frustrierend für die Giants. War es im zweiten Viertel Hujic gewesen, der in der Offense auffiel, so übernahm nun Abdul Mohamed diese Rolle mit sieben Zählern im Ansatz. Robert Drijenjic markierte fünf Punkte. Das hinderte Paderborn aber nicht daran, auf 60:34 davonzuziehen (25.). Ein Desaster kündigte sich an.

Unter den Körben klappte gar nichts, Bayers Dejan Kovacevic und Marc Fortin blieben positiv fast unsichtbar. Immerhin fiel der eine oder andere Dreier, sodass es nach 30 Minuten nur 68:47 für die Hausherren hieß. 21 Punkte sind in nur noch einem zu absolvierenden Viertel äußerst schwer aufzuholen.

Aus äußert schwer machten die Bayer-Korbjäger dann ein „unmöglich“, da sie Paderborn mit einem 10:0-Lauf ins letzte Viertel starten ließen. Ein Airball Drjencics beim Dreier, ein Offensivfoul von Marius Stoll, ein erneuter einfacher Korb der Gastgeber nach einem Offensivrebound – der Wurm im Giants-Spiel bohrte fröhlich weiter. Am Ende durfte sich auch Youngster Lennart Litera versuchen, zeigte dabei Herz, doch blieb er mit seinen Aktionen ebenso erfolglos wie seine Teamkollegen. Das Viertel gaben die Gäste mit 18:28 ab; Aufbäumen sieht anders aus.

Entsprechend harsch ging denn auch Hansi Gnad mit seinem Team zu Gericht: „Das war ein Spiel von kleinen Jungs gegen Männer. Heute hätten wir auch mit der Truppe aus der Nachwuchsbundesliga antreten können, die hätten sicher eine andere Einstellung an den Tag gelegt. Mit einem ordentlichen Start wäre sicher mehr drin gewesen, aber davon waren wir weit entfernt.“

22 Ballverluste erlaubten sich die Giants, 15 Offensivrebounds durfte Paderborn einsammeln, nur 23 Rebounds holte Leverkusen insgesamt. Einzig Abdul Mohamed (6/6) und Haris Hujic (9/5) hatten akzeptable Trefferquoten, blieben ansonsten aber auch unter ihren Möglichkeiten.

Es fehlte dem Team am Samstagabend nicht nur die richtige Einstellung, sondern ein Kopf auf dem Feld, der das Kommando übernahm. Bleibt zu hoffen, dass Xavier Bishop bis zum Spiel gegen Tübingen am Sonntag wieder einsatzbereit ist.

Bayer Giants: Hujic (16), Mohamed (16), Drijencic (13), Fortin (6), Bishop (3), Merz (3), Stoll (3), Jostmann (2), Kovacevic (2), Kneesch (1), Litera.