Bayer 04 Leverkusen steht nach einer Serie von Niederlagen gegen Werder Bremen massiv unter Druck.
„Brauchen diesen Sieg“Bayer-Coach Hjulmand setzt seine Werkself unter Druck

Trainer Kasper Hjulmand (Bayer Leverkusen) gestikuliert beim Spiel in Hoffenheim.
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Als Bayer 04 in der Hinrunde am zweiten Spieltag bei Werder Bremen antrat, waren die Tage des Leverkusener Trainers gezählt. Der gerade erst als Nachfolger von Meistercoach Xabi Alonso installierte Erik ten Hag musste in Bundesliga-Rekordzeit seinen Platz schon wieder räumen.
Wenn es am Samstag zum Rückspiel in der Bay-Arena (15.30 Uhr, Sky) kommt, wird es zwar zu keinem Schicksalsspiel für den Coach kommen, doch Kasper Hjulmand und seine Werkself stehen nach einem katastrophalen Start ins neue Jahr mächtig unter Druck. Der Däne, der in der Regel nicht zu deutlichen Ansagen neigt, betont: „Wir brauchen diesen Sieg. Wir müssen diesen Sieg holen.“
Nach drei Niederlagen in Serie und nur einem erzielten Tor in mehr als 270 Minuten Fußball geht es für Bayer 04 gegen Bremen in der Liga um wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze. Doch fast noch wichtiger ist ein sofortiger Stimmungsumschwung vor den wichtigen Wochen, die über die Ausgangslage im Saisonendspurt entscheiden werden. Nach der Partie gegen Werder wartet am Mittwoch (21 Uhr, Dazn) das „Endspiel“ in der Königsklasse um den Einzug in die Play-offs. Danach geht es zu Eintracht Frankfurt, einem direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze. Und anschließend im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC St.Pauli um den Erhalt der einzigen realistischen Titelchance in dieser Saison. Ein Sieg gegen Bremen wäre vor diesen richtungweisenden Partien also vor allem auch wichtig, um das angeknackste Selbstvertrauen nicht weiter sinken zu lassen.
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Ende der Minikrise?
„Sie haben von einer Minikrise gesprochen“, sagt Hjulmand gegenüber Journalisten am Freitag, „aber in anderthalb Wochen kann das mit einem Sieg und noch einem Sieg alles wieder okay sein. Das geht sehr schnell im Fußball.“ Um diese dringend benötigten Siege zu erringen, erwartet der Trainer von seiner Mannschaft vor allem Wachsamkeit von der ersten Sekunde an. Man habe sehr viel gesprochen und analysiert. Gegen Stuttgart (1:4) fiel das erste Gegentor nach sieben Minuten, in Hoffenheim (0:1) nach neun und in Piräus (0:2) nach zwei.
Hjulmand hatte mit Leistungsschwankungen nach dem XXL-Umbruch und dem jähen Trainerwechsel gerechnet – aber nicht in dieser Form. „Da hatte ich mal an ein, vielleicht zwei Spiele gedacht, aber drei Spiele hintereinander zu verlieren, das ist zu viel. Deshalb müssen wir jetzt unseren Charakter zeigen. Es ist immer leicht, ein Führungsspieler zu sein, wenn du in Führung liegst.“ In Führung lag Bayer 04 in 2026 noch gar nicht. Besonders bei Olympiakos Piräus vergaben die Leverkusener gleich eine Reihe an Großchancen. „Es ist nicht alles schlecht. Wenn man gewinnt, ist auch nicht immer alles gut“, sagt Hjulmand. „Wichtig ist, dass wir die Chancen erspielen, jetzt brauchen wir aber auch wieder mehr Schärfe im Abschluss.“
Generell fordert der Trainer, dass seine Mannschaft wieder mehr nach vorne denkt und spielt. Es wirkte zuletzt, als hätte Bayer 04 über Silvester seinen Mut und den Glauben in die eigenen Stärken verloren. In Piräus führte ein eigener Anstoß durch Ängstlichkeit und individuelle Fehler direkt zum Gegentor. Hjulmand: „So auf Janis (Blaswich; Anm. d. Red.) zurückzuspielen, das geht nicht. Das passiert uns hoffentlich nicht noch mal. Wir wissen, was zu tun ist.“
Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Belocian – Vázquez, Maza, García, Grimaldo - Hofmann, Tillman – Schick; Bremen: Backhaus - Pieper, Friedl, Coulibaly - Sugawara, Lynen, Schmidt - Schmid, Stage - Njinmah, Milosevic; Schiedsrichter: Reichel (Sindelfingen).

