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„Was suchst du? Es ist Fußball“Bayer-Coach Hjulmand fängt Kritik an seiner Mannschaft ab

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Leverkusens Kasper Hjulmand jubelt nach dem 3:1-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt.

Vor dem Pokalduell gegen St. Pauli erklärt der Däne die Schwankungen seines Teams, nimmt seine Spieler aber nicht aus der Pflicht. 

Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand gilt als ausgewiesener Pokalfreund – zumindest lassen seine Worte vor den bisherigen Auftritten im DFB Pokal diesen Schluss zu. Auch vor dem Viertelfinale gegen den FC St. Pauli am Dienstagabend in der Bay-Arena (20.45 Uhr) geriet der Däne ins Schwärmen: „Ich liebe diesen Wettbewerb. Der Pokal ist einfach geil. Es wird ein großes Spiel – ein hartes, das wissen wir spätestens seit dem Hinspiel. St. Pauli verteidigt hoch und aggressiv, hat kreative Standards und viel Tempo nach vorn.“

DFB-Pokal ist die einzige Titelchance

Für Bayer 04 ist die Lage offenkundig. Der DFB-Pokal bleibt wohl die einzige realistische Titelchance für die Werkself, die 2024 letztmals im Berliner Olympiastadion triumphierte. In der Bundesliga dreht der FC Bayern München trotz zweier siegloser Auftritte weiterhin souverän seine Runden an der Spitze, und in der Champions League wartet in den Playoffs zunächst Olympiakos Piräus. Ein Weiterkommen würde im Achtelfinale ein Duell mit dem FC Bayern oder dem FC Arsenal zur Folge haben. Gewiss, im Fußball ist wenig ausgeschlossen – doch an einem gewöhnlichen Tag ist Leverkusen in diesen Regionen eher der Außenseiter.

Der Jahresbeginn geriet mit drei Niederlagen zum Fehlstart, ehe Siege gegen Bremen (1:0), Villarreal (3:0) und Frankfurt (3:1) die aufkommende Unruhe wieder einbremsten. Hjulmand ordnete das Auf und Ab nüchtern ein: „Es kippt nie von einem Moment auf den anderen: erst schlecht, dann plötzlich gut. Unsere drei Niederlagen waren sehr unterschiedlich, in jedem Spiel gab es gute Phasen. Danach haben wir dreimal gewonnen, aber auch dort waren schwächere Minuten dabei. Es ist keine Welle, eher eine Linie dazwischen. Wir bewegen uns in die richtige Richtung, wir haben uns deutlich verbessert.“

In Frankfurt fehlte bereits Ibrahim Maza – und auch am Dienstag wird der Mittelfeldspieler nicht zur Verfügung stehen. „Er hat ein Problem im Kniegelenk. Wir hatten Hoffnung, aber es reicht nicht. Wenn alles gut läuft, vielleicht am Samstag gegen Gladbach.“ Im Fokus steht nun das Pokalduell mit St. Pauli. Die Hamburger haben zwar nur eines der letzten 17 Bundesligaspiele gewonnen, im Pokal aber Hoffenheim und Gladbach ausgeschaltet. Für Hjulmand kein Widerspruch: „Die Statistik ist mir nicht wichtig, der Pokal hat eigene Regeln.“

Entscheidend seien andere Aspekte – Struktur und Haltung. Denn gegen Frankfurt zeigte sich erneut jene Passivität in der zweiten Hälfte, die auch Kapitän Robert Andrich trotz des am Ende klaren Ergebnis kritisiert hatte. Hjulmand formulierte es eindeutig: „Für mich gibt es zwei Dinge: die Struktur und die Mentalität. Egal wie der Spielstand ist – wir müssen unsere Struktur behalten und unseren proaktiven Ansatz durchziehen. Das müssen alle verinnerlichen, darüber haben wir im Team gesprochen. Struktur steht für mich an erster Stelle. Und ich kenne meine Spieler: Die Mentalität ist bei allen hervorragend.“

Hjulmand fordert Struktur und Kampf

Auf die wiederholte Frage nach Gründen für Leverkusens wechselhafte Auftritte reagierte Hjulmand schließlich mit einem Lachen: „Was suchst du? Es ist Fußball. Andere Teams – Dortmund gegen Heidenheim, Bayern beim HSV – mussten genauso hart kämpfen. Die Gegner sind gut, wir können nicht immer alles bestimmen. Wir suchen natürlich Antworten auf die Probleme, die uns gestellt werden. Dann sind wir beim nächsten Mal klüger. Aber wir müssen akzeptieren, dass wir sehr starke Gegner haben. Fußball ist eben auch Kampf.“

Und der dürfte am Dienstag wieder nötig werden. Denn Hjulmand hat eine persönliche Motivation für den Pokalweg formuliert: „Wir wollen etwas gewinnen. Wenn meine Kinder fragen, ob ich in meiner Karriere etwas geholt habe, möchte ich ihnen auch etwas zeigen können. Im DFB Pokal sind es drei Spiele bis zum Titel – deshalb ist es so wichtig, weiterzukommen.“ 

Bayer 04 Leverkusen: Blaswich – Badé, Andrich, Tapsoba – Vázquez, García, Fernández, Grimaldo – Tillman, Schick, Poku. – St. Pauli: Voll – Ando, Smith, Mets – Saliakas, Sands, Rasmussen, Pyrka, Sinani, Fujita – Jones. – Schiedsrichter: Badstübner (Nürnberg).