Im Playoff-Hinspiel ist dem Werksklub beim 2:0 ein großer Schritt in Richtung Champions-League-Achtelfinale gelungen.
Doppelpack in drei MinutenPatrik Schick führt Bayer 04 Leverkusen in Piräus zum Sieg

Mann des Abends in Piräus: Leverkusens Torjäger Patrik Schick (Mitte)
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Evangelos Marinakis gilt als einflussreicher, politisch vernetzter Multimillionär und Machertyp. Seine Maßnahmen sind kontrovers wie legendär. 2015 hat der Klubboss von Olympiakos Piräus seiner Mannschaft eine Strafe von rund 500.000 Euro aufgebrummt, einfach weil sie „schlecht gespielt“ habe. Der knallharte Entscheider kann aber auch großzügig sein. Wie überliefert ist, hat Marinakis dem Team in diesem Monat eine Prämie von rund einer Million Euro in Aussicht gestellt. Bedingung: zwei Ligasiege und vor allem ein Sieg gegen Bayer Leverkusen in den Playoffs in der Champions League. Die Maßnahme verfehlte ihre Wirkung. Durch einen Doppelschlag von Patrik Schick und den 2:0-Auswärtserfolg machte die Werkself einen riesigen Schritt in Richtung Achtelfinale. Der entscheidende muss im Rückspiel in der Bay-Arena am kommenden Dienstag (21 Uhr/Prime Video) gegangen werden.
„Du weißt nie, wie oft du diese Spiele in der Champions League hast, als Trainer oder Spieler – du musst es genießen und alles geben“, hatte Kasper Hjulmand am Tag vor dem Spiel bei der Pressekonferenz im Georgios-Karaiskakis-Stadion gesagt, das nach einem griechischen Freiheitskämpfer benannt ist. Bayer 04 reiste mit großer Erfahrung an. Vor genau vier Wochen spielte die Werkself bereits in Piräus, verlor in der Ligaphase mit 0:2 und machte mit dem hohen Pressing der Griechen unliebsame Bekanntschaft. Olympiakos verzeichnete – angeführt vom argentinischen Mittelfeldmotor Santiago Hezze – die meisten hohen Ballgewinne aller 36 Klubs in der Champions League.
Wieder gerät Bayer 04 schnell unter Druck
Hjulmand vertraute seiner Startelf, die am vergangenen Samstag beim 4:0 gegen St. Pauli begonnen hatte. Doch erneut geriet Bayer 04 in der Anfangsphase unter enormen Druck, verlor einige Bälle in der eigenen Hälfte. Die Heimkurve mit den hartgesottensten Fans der Gate 7 machte mächtig Alarm. Piräus schlug daraus jedoch kein Kapital.
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Nach zehn Minuten befreite sich Leverkusen immer mehr und kam vor den Augen von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin zu richtig guten Chancen. Ernest Poku verzog einen gut gedachten Schuss aufs lange Eck, Patrik Schick und Ibrahim Maza scheiterten an Keeper Kostas Tzolakis, der Bayer 04 schon im Januar zur Verzweiflung getrieben hatte. Die beste Möglichkeit hatte dann erneut Poku, als er nach feinem Maza-Pass allein auf Tzolakis zulief und wohl zu viel Zeit zu überlegen hatte. Sein Abschluss ging kläglich weit am Tor vorbei.
Übler Zusammenstoß
Nach etwas mehr als eine halbe Stunde hielten die 33.000 Zuschauer, darunter rund 500 Bayer-Anhänger, den Atem an. Die Innenverteidiger von Olympiakos, Lorenzo Pirola und der Ex-Leverkusener Panagiotis Retsos, waren übel mit den Köpfen zusammengestoßen, als beide einen Ball aus der Luft klären wollten. Blut floss, Betreuer beider Mannschaften liefen aufs Feld, die Partie war mehrere Minuten unterbrochen, doch beide Spieler konnten weitermachen. Als Pirolas Turban, der die klaffende Wunde am Kopf verband, kurz später verstärkt werden musste, verlor Leverkusen bei der anschließenden Freistoßflanke nahezu alle Gegenspieler aus den Augen.
Ayoub El Kaabi köpfte zum vermeintlichen 1:0 ein, die Anhänger des Arbeiterklubs aus dem Hafenviertel jubelten ohrenbetäubend. Doch der Videoassistent griff ein, kassierte den Treffer, weil der im Abseits stehende Mehdi Taremi den Ball noch leicht berührt hatte.
Patrik Schick mit Doppelschlag
Piräus gehörte auch im zweiten Durchgang die erste große Gelegenheit. Giulian Biancone, der dann doch Pirola ersetzte, köpfte eine Freistoßflanke knapp übers Gehäuse. Wie schon gegen St. Pauli stellte schließlich ein Doppelschlag die Weichen auf Sieg für Leverkusen. Innerhalb von nur zwei Minuten traf Schick zweimal. Zunächst blieb er nach herrlichem Steckpass von Poku beim 200. Tor der Leverkusener Champions-League-Geschichte eiskalt mit seinem linken Fuß (61.), dann köpfte er eine Grimaldo-Ecke zum 2:0 (63.) ein. Der Hexenkessel kühlte im Wissen über die Bedeutung der beiden Tore deutlich ab.
Bevor Bayer 04 den Einzug ins Achtelfinale, in dem entweder der FC Bayern oder der FC Arsenal warten würden, perfekt machen kann, reisen die Leverkusener am Samstag zum Bundesligaspiel bei Union Berlin (15.30 Uhr, Sky).
Olympiakos Piräus: Tsolakis - Rodinei, Retsos, Pirola (46. Biancone), Ortega (82. Onyemaechi) - Mouzakitis, Hezze (82. Scipioni) - Martins, Taremi (64. Chiquinho), Podence (64. André Luiz) - El Kaabi. - Bayer 04 Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Tapsoba - García (86. Fernandez), Palacios - Vazquez (77. Arthur), Maza (64. M. Tillman), Grimaldo, Poku (76. Terrier) - Schick (87. Kofane). - Schiedsrichter: Pinheiro (Portugal). - Zuschauer: 33.000. - Tore: 0:1 Schick (60.), 0:2 Schick (63.).


