Leverkusen war dem FC Bayern ebenbürtig. Davon ist in dieser Saison nichts mehr zu spüren - braucht es einen neuen Trainer. Ein Kommentar.
Aus im DFB-PokalLeverkusen und Bayern: Augenhöhe war einmal


Trainer Kasper Hjulmand und Edmond Tapsoba (beide Bayer Leverkusen) schütteln sich nach der Partie gegen den FC Bayern die Hand.
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Mitte Februar 2025, vor etwas mehr als einem Jahr, ergaunerte sich der FC Bayern ein 0:0 in der BayArena. Manuel Neuer, Pfosten und Latte verhinderten eine Niederlage gegen dominierende Leverkusener. Dem Rekordmeister unterlief dabei ein Novum: kein Torschuss in der ersten Halbzeit. Das hatte es noch nie gegeben. Ein bitteres Resultat für Leverkusen im bis dato spannenden Meisterrennen, das die Münchner am Ende souverän für sich entschieden.
14 Monate später siegt der FC Bayern bei Bayer 04 mit viel Dominanz 2:0 im Halbfinale des DFB-Pokals. Diesmal bleiben die Leverkusener ohne Torschuss in Halbzeit eins. Leverkusen, das den Bundesligagiganten aus dem Süden in den vergangenen Jahren beständig geärgert hatte – ungeschlagen Meister wurde, die direkten Duelle nicht verlor – hat den Münchnern nichts entgegenzusetzen. Augenhöhe war einmal.
Bayers Trainer Kasper Hjulmand verweist aus Selbstschutz auf den Aderlass und den Umbruch im vergangenen Sommer. Doch am Mittwoch fehlten nicht nur Qualität und Erfahrung, sondern vor allem die Überzeugung, den Favoriten bezwingen zu können. Die Verantwortung dafür trägt der Coach. Die Zweifel wachsen, dass der Däne der richtige Mann für den Neuaufbau einer potenziellen Titelmannschaft ist. Simon Rolfes und seine Mitarbeiter sondieren bereits den Trainermarkt.
Rolfes muss der Mannschaft zudem Führungspersönlichkeiten zuführen, die den unbestreitbar großen Talenten den Weg weisen. Derzeit fehlt die Vorstellungskraft, dass Leverkusen in dieser Konstellation den avisierten Meisterangriff auf die Bayern bis 2028 führen kann. München hat jedoch gezeigt, dass sich die Kräfteverhältnisse rasch verschieben können – manchmal reicht dafür ein Jahr.
