Leverkusen – Jetzt also Tübingen. Nach dem Playoff-Sieg im Viertelfinale der zweiten Basketball-Bundesliga (Pro A) über Trier warten nun im Halbfinale die Tigers aus der schwäbischen Universitätsstadt auf die Bayer Giants.
Gibt es einen Favoriten? Schwer zu sagen.
Zumindest einen leichten Favoritenstatus kann der Gegner aufweisen. In der Hauptrunde hat Tübingen besser abgeschnitten. Aber die Giants konnten sich vor heimischem Publikum mit 86:79 durchsetzen, während es auswärts eine 76:87-Niederlage gab.
Tübingen war als Tabellenführer der Hauptrunde relativ unauffällig. Das mag merkwürdig klingen, aber das Team des finnischen Trainers Daniel Jansson liegt in keiner statistischen Kategorie an der Spitze. Ein paar Mal sind die Tigers oben mit dabei (Assists, geblockte Würfe, Freiwurfquote), aber sie führen als Team keine einzige Kategorie an.

Spencer Reaves (M.) war im Viertelfinale Leverkusens bester Werfer.
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Dafür sind sie aber auch in keiner Kategorie auch nur ansatzweise schlecht. Neun ihrer 32 Spiele haben sie verloren, bei den Giants sind es 13. Sie sind also nicht unschlagbar, keine Übermannschaft. Aber es ist eine sehr eingespielte Truppe, die Team-Basketball zelebriert, die in Ryan Mikesell (18,3 Punkte pro Partie), Mateo Seric (15,2), Isaiah Crawley (12,4) und Center Daniel Keppeler (10,6) die besten Werfer hat. Tübingen verfügt über keine Kanten am Brett, weist viele deutsche Spieler auf, hat nur zwei US-Amerikaner im Team, dafür einen Österreicher (Ersek), einen Finnen (Kivimäki) und einen Dänen (Dibby).
Bayer Giants müssen auf Nico Funk verzichten
Die Parallele zu den Bayer Giants: Beide Teams machen aus relativ wenig sehr viel. Finanzielle Schwergewichte wie Bremerhaven, Vechta und sicherlich zuletzt auch Trier mussten sich schon aus dem Wettbewerb verabschieden; Tübingen und Leverkusen mischen weiter mit. Beide haben keine Lizenz für die erste Liga beantragt.
Das andere Halbfinale bestreiten Jena und Rostock. Dort wollen beide Mannschaften aufsteigen, haben die Lizenz beantragt, verfügen über andere finanzielle Mittel. Für die erste Liga bedeutet diese Konstellation, dass sie wieder eine Wild Card vergeben kann, die ordentlich Geld in die Kasse spült.
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Auf die Giants kommt also in den nächsten Tagen – die ersten beiden Duelle finden am 5. Mai und am 7. Mai in Tübingen statt – ein ganz anderer Gegner zu, als es Trier war. „Die spielen sehr, sehr schnell und aggressiv mit ihren »kleinen« Leuten. Tübingen macht sehr viel richtig, Coach Jansson ist ausgebufft und wird uns sicher wieder vor Herausforderungen stellen“, meint Bayer-Trainer Hansi Gnad. „Aber wir werden versuchen, dort irgendwie ein Spiel zu holen, damit wir nächsten Dienstag im ersten Heimspiel nicht den großen Druck haben, gewinnen zu müssen. Die Jungs sind heiß auf die Halbfinalspiele, auch wenn wir nicht aufsteigen werden. Dieses Thema wurde natürlich auch innerhalb der Mannschaft besprochen.“
Nico Funk (erkrankt) wird nicht mitfahren, Quentin Goodin musste während der Woche aufgrund seines gereizten Knies kürzertreten, JJ Manns Einsatz ist eher unwahrscheinlich.



