Bei dem Turnier in der Schweiz, das am Freitag beginnt, wird die KEC-Legende als TV-Experte dabei sein. Ob er in Köln bleibt, ist offen.
Eishockey-WMMoritz Müller debütiert als Kommentator, Dominik Bokk auf dem Eis

Moritz Müller, Vereinslegende der Kölner Haie
Copyright: IMAGO/Revierfoto
Seit dem Saisonende der Kölner Haie in der Deutschen Eishockey-Liga, der Niederlage im Playoff-Halbfinale gegen den späteren Meister Eisbären Berlin im April, hat Moritz Müller nicht viel gesagt. Dabei steht die Frage im Raum, ob der Kölner Kapitän seine seit 2003 laufende Profikarriere beim KEC beenden oder noch eine Saison dranhängen will. Trotz seines Alters von bald 40 Jahren. Lediglich eine Entscheidung ist bisher gefallen: Müller wird bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz, die am Freitag beginnt, zum ersten Mal als Experte bei MagentaSport im Einsatz sein.
Dem Sender beantwortete er am Montag ein paar Fragen zu seinen Plänen und Gedanken: „Ich war die letzten Wochen und Tage – und bin es auch immer noch – in einem Wechselbad der Gefühle. Loszulassen fällt mir sehr schwer, merke ich“, sagte der 39-Jährige – und weiter: „Ich merke, wie sehr ich mit dem Herzen da verwachsen bin. Auf der anderen Seite muss ich auch für mich schauen: Habe ich nochmal die mentale und körperliche Kraft, nochmal anzugreifen? Ich höre mir auch Alternativen an: Was könnte man sonst noch machen? Die paar Tage habe ich mir bei den Haien erbeten. Aber ich werde zeitnah eine Entscheidung treffen. Dann gibt es Klarheit für alle.“ Lange Rede, kurzer Sinn: Er hat sich weiter nicht entschieden.
So steht die Frage im Raum, was eigentlich die Haie wollen: lieber einen Veteranen beschäftigen – oder der Jugend die Chance geben, sich in den Vordergrund zu spielen? So könnte beispielsweise der 23-jährige, zuletzt an die Kassel Huskies verliehene Defensivmann Luca Münzenberger in die stabilisierende Abwehrrolle wachsen, die Müller hinterließe. Die Haie bleiben vage. Es habe sich nichts geändert, sagte Sportdirektor Matthias Baldys. „Wir sind im Austausch mit Moritz Müller.“ Heißt: Falls Müller Profi bleiben will, würde sich der Verein mit ihm konkret über die Konditionen des neuen Engagements unterhalten. Der Vertrag des Verteidigers ist ausgelaufen.
Dass Müller, der bei vielen Turnieren in den vergangenen Jahren auch Kapitän der Nationalmannschaft war, in der Schweiz nicht auf dem Eis aktiv sein wird, scheint seine eigene Entscheidung gewesen zu sein. Müller erklärte unlängst jedenfalls: „Für mich war klar, dass ich diese WM in der Schweiz nicht spielen werde. Die familiäre Situation hat es dieses Jahr nicht zugelassen. Aber ich hatte Lust, in einer inhaltlichen Rolle dabei zu sein, die sich zeitlich mit der Familie vereinbaren lässt.“
Deutschland startet gegen Finnland ins Turnier
Seinen ersten TV-Einsatz wird er am Freitag haben, wenn die DEB-Auswahl um 16.20 Uhr gegen Finnland ins Turnier startet. Es folgen Gruppenspiele gegen Lettland (17. Mai), die Schweiz (18. Mai), die USA (20. Mai, alle 20.20 Uhr), Ungarn (25. Mai, 16.20 Uhr), Österreich (23. Mai) und Großbritannien (25.Mai, beide 20.20 Uhr). Für die angestrebte Viertelfinal-Qualifikation muss mindestens Rang vier erreicht werden.
Zwei bis drei Kölner Profis, je nach Zählweise, allesamt Stürmer, stehen im deutschen Kader für die WM-Spiele in Zürich: Parker Tuomie (30), der nach Bremerhaven wechselt, Daniel Fischbuch (32), der aus Iserlohn nach Köln kommt – sowie Dominik Bokk, der zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft teilnimmt.
Dominik Bokk feiert WM-Debüt
Der 26-Jährige war derart erfreut über die Nominierung, dass er in einem Interview ausplauderte, der Bundestrainer habe ihn am Flughafen auf Mallorca mit der frohen Kunde erreicht. Auf der spanischen Insel hatten die KEC-Profis ihre Saisonabschlussfahrt verbracht, was der Verein nicht publik gemacht hatte. „Ich freue mich über die Nominierung für die Nationalmannschaft. Es ist immer etwas Besonderes, sein Land vertreten zu dürfen“, sagte Bokk, der einer der Kölner Aufsteiger der vergangenen Spielzeit war. Er kam aus Frankfurt zum KEC, für dessen Junioren er einst spielte, und war auf Anhieb einer der erfolgreichsten und beständigsten Haie-Stürmer.
„Dominik hat sich in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt, hat die richtigen Schritte gemacht und ist ein verlässlicher Eishockeyspieler geworden. Mich freut es sehr, dass er das auch bei der Nationalmannschaft zeigen konnte“, sagte Baldys über Bokk, der 2018 im NHL-Draft in der ersten Runde an Position 25 gezogen worden war. Baldys weiter: „Es zeigt sich, dass der Zug nicht abfährt, wenn man beharrlich bleibt.“ Letztere Bemerkung war wohl auch auf den Kölner Verteidiger Jan Luca Sennhenn (25) gemünzt, der in der letzten Nominierungsrunde aus dem Kader gestrichen wurde.

