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Fortuna Köln bleibt VorletzterMink fordert den Videobeweis – und Westendorf mehr Punkte

Nach der fünften Niederlage in Folge ist von der Aufstiegseuphorie bei Fortuna Köln nur noch wenig zu spüren. Eine Trainerdiskussion lässt der Präsident nicht aufkommen.

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Julian Ulbricht SV Waldhof Mannheim, 10, Torschütze zum 2:1 per Elfmeter Fussball: 3. Liga, 13. Spieltag, SV Waldhof Mannheim vs. SC Fortuna Köln am 07.11.2026 in Mannheim Carl-Benz-Stadion, Deutschland Mannheim Carl-Benz-Stadion Deutschland *** Julian Ulbricht, SV Waldhof Mannheim, 10, scored the 2-1 goal on a penalty kick. Soccer 3rd Division, Matchday 13, SV Waldhof Mannheim vs. SC Fortuna Köln on November 7, 2026, at Carl Benz Stadium in Mannheim, Germany. Carl Benz Stadium, Mannheim, Germany Copyright: xFranzxReindelx

Über den von Julian Ulbricht verwandelten Elfmeter in der Nachspielzeit gab es großen Redebedarf.

Matthias Mink saß in den Katakomben des Carl-Benz-Stadions, als er den Zeitpunkt für eine Grundsatzdiskussion gekommen sah. Nachdem seine Mannschaft beim SV Waldhof Mannheim durch einen umstrittenen Elfmeter in der Nachspielzeit mit 1:2 (1:1) verloren hatte, sprach sich der Trainer des SC Fortuna Köln für die Einführung des Videobeweises in der Dritten Liga aus. „Das ist ein Syndrom der Dritten Liga. Vielleicht wird es wirklich Zeit, dass wir schnellstmöglich den Videobeweis kriegen. Ich hoffe, dass das nächstes Jahr schon stattfindet. Dann hast du die Möglichkeit, solchen Situationen aus dem Weg zu gehen“, sagte Mink, der sich nicht zum ersten Mal in dieser Saison benachteiligt fühlte.

Kurz vor Ablauf der zweiminütigen Nachspielzeit war Mannheims Masca nach einem leichten, aber überflüssigen Schubser von Fortuna-Verteidiger David Haider Al-Azzawe im Kölner Strafraum zu Boden gegangen. Schiedsrichterin Davina Lutz entschied auf Strafstoß, den Julian Ulbricht zum Waldhöfer Sieg verwandelte. „Jeder, der die Bilder auch im Nachgang gesehen hat, sieht da nicht wirklich ein Foulspiel“, klagte Mink und bezeichnete die Szene als spielentscheidend: „Deshalb verlieren wir heute das Spiel. Das ist in Summe die Geschichte des Spiels.“ Präsident Hanns-Jörg Westendorf nannte die Entscheidung hart: „Es war ein kleiner Deut, aber es reicht aus meiner Sicht nicht für einen Elfmeter. Den kann man in der Nachspielzeit nicht geben.“ Jannik Mauses Bewertung fiel ähnlich aus. „Für mich ist das kein Elfmeter. Den Elfer kann man geben, wenn man sehr kleinlich pfeift“, sagte Kölns Angreifer.

Das ist für mich kein Thema. Wir müssen gemeinsam aus der Nummer raus.
Fortuna-Präsident Hanns-Jörg Westendorf über einen möglichen Trainerwechsel

Schon vor dem Mannheimer Führungstreffer durch Terrence Boyd (29.), den Maximilian Fischer mit zu passivem Abwehrverhalten ermöglicht hatte, war Mink mit zwei Entscheidungen der Spielleiterin nicht einverstanden gewesen. Nach einem Zweikampf im Mittelfeld hatte Lutz auf Foul von Haider Al-Azzawe entschieden. „Für mich ist das kein Foulspiel. Beide Spieler haben die Hände am Trikot“, kritisierte Mink, der Augenblicke davor zudem eine „mögliche Ecke“ für die Fortuna gesehen hatte. „Es prasselt aktuell viel auf uns ein. Damit müssen wir umgehen. Wir müssen schauen, dass wir diese Widerstände überwinden“, sagte Mink nach der bereits fünften Pleite in Folge.

Damit verschärfte sich die Krise des Aufsteigers, der als Tabellenvorletzter in die zweite Länderspielpause geht. „Zehn Punkte aus 13 Spielen sind zu wenig. Die Situation ist ernst. Der Druck ist da, das müssen wir nicht schönreden“, erklärte Präsident Westendorf, den die lange Niederlagenserie überrascht: „Wir wussten, dass es eine schwere Saison werden würde. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass wir fünfmal in Folge verlieren.“ Einen Trainerwechsel zieht Westendorf nicht zu Betracht: „Das ist für mich kein Thema. Wir müssen gemeinsam aus der Nummer raus.“ Doch der Präsident fordert ein baldiges Ende des freien Falls: „Meine größte Sorge ist, dass der Anschluss ans untere Mittelfeld verloren geht. Wir müssen jetzt dranbleiben und bis Weihnachten noch einige Punkte holen.“

Mink kritisiert Ertrag bei Kontern

Den Auftritt in Mannheim wertete Westendorf trotz der Niederlage als Fortschritt. „Wir haben sehr unglücklich verloren, das ist echt bitter für uns. Die Mannschaft hinkt spielerisch nicht total hinterher. Wir stehen hinten diszipliniert und haben heute gut nach vorne gespielt“, sagte der Präsident. Sowohl vor als auch nach dem schön herausgespielten Ausgleich durch Romeo Aigbekaen (32.) vergab die Fortuna ihre Konterchancen allerdings teilweise kläglich, so wie etwa Mause kurz nach dem 1:1. „Mit den Umschaltsituationen, die wir hatten, kannst du mehr Ertrag erzielen“, ärgerte sich Mink. „Da müssen wir besser werden.“ Die Zeit drängt.

Fortuna Köln: Zich - Heister, Fünger, Haider Al-Azzawe, Fischer - Krumme, Bröger (90.+3 Thier) - Strauch (68. Stanilewicz), Harenbrock (68. Geerkens) - Aigbekaen, Mause (76. Bornemann); Zuschauer: 9943; Tore: 1:0 Boyd (29.), 1:1 Aigbekaen (32.), 2:1 Ulbricht (90.+2/Foulelfmeter).