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Ort deutscher Fußball-DramenWo die DFB-Elf das Jahrhundertspiel und ein WM-Finale verlor

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Fußball-WM 2026 - Azteken-Stadion Mexiko-Stadt

Ein Fußball-Tempel in über 2200 Metern überm Meer. (Archivbild)

Das Aztekenstadion ist eine Arena der WM-Rekorde, Schauplatz von Maradonas „Hand Gottes“ und bitteren deutschen Niederlagen.

Keine Arena ist reicher an WM-Historie. Eine Übersicht der denkwürdigsten Augenblicke im Aztekenstadion, von der ersten Verwarnung bis zu Maradonas Solo.

Das berühmte Aztekenstadion wird einen neuen Rekord aufstellen, sobald am Donnerstag um 13.00 Uhr Ortszeit die Fußball-WM beginnt. In dieser Sportstätte, die auf mehr als 2.200 Metern Seehöhe liegt, findet dann zum dritten Mal die Eröffnung einer WM-Endrunde statt. Die Heimmannschaft aus Mexiko wird gegen Südafrika antreten. Eine vergleichbare Statistik kann keine andere Arena aufweisen. Darüber hinaus war die Arena im Stadtviertel Santa Úrsula Coapa im Süden der Stadt Schauplatz bedeutender Ereignisse, denn dort wurden schon 19 WM-Spiele ausgetragen, was ebenfalls eine Bestmarke darstellt.

Die Premiere der Gelben Karte im Fußball

Am 31. Mai 1970 fand die Begegnung zwischen Mexiko und der damaligen Sowjetunion statt. Das Spiel, das von mehr als 107.000 Menschen verfolgt wurde, schloss mit einem torlosen Unentschieden. Denkwürdig war das Ereignis aber insbesondere wegen der erstmaligen Verwendung der Gelben Karte in der Historie des Fußballs. Der sowjetische Akteur Kachi Assatiani erhielt in der 31. Spielminute eine Verwarnung durch den deutschen Referee aus der Bundesliga, Kurt Tschenscher. Im Verlauf dieser Partie sprach er insgesamt fünf Verwarnungen aus.

Das legendäre Halbfinale mit deutscher Beteiligung

Deutschland und Italien standen sich im Semifinale der Weltmeisterschaft 1970 gegenüber. Zuvor hatte die deutsche Nationalmannschaft in einer aufwühlenden Partie England besiegt. Die Ereignisse, die sich anschließend vor mehr als 100.000 Anwesenden im Aztekenstadion zutrugen, gaben dem Konzept eines Fußballdramas eine neue Dimension. Der im Jahr 2021 verstorbene Stürmer Gerd Müller kommentierte: „Niemand hat das Spiel vergessen“. Er fügte hinzu: „Das macht mich immer noch verrückt, ich habe mich bis heute nicht davon erholt.“

Müllers zwei Treffer waren nicht ausreichend. Die deutsche Auswahl unterlag mit 3:4 nach der Verlängerung. Den frühen Treffer von Roberto Boninsegna (8. Minute) hatte Karl-Heinz Schnellinger in der Nachspielzeit der normalen Spielzeit egalisiert. Müller brachte Deutschland in der Verlängerung mit 2:1 in Front (94.). Anschließend wendeten Tarcisio Burgnich (98.) sowie Luigi Riva (104.) die Partie zugunsten Italiens, ehe Müller abermals den Ausgleich erzielte (110.). Das Ausscheiden des deutschen Teams wurde jedoch nur eine Minute darauf durch Gianni Rivera (111.) besiegelt.

Fans tragen Pele zur Siegerehrung

Pelé wurde im Aztekenstadion Weltmeister. (Archivbild)

Sogar die FIFA nennt diese Begegnung „das Jahrhundertspiel“. Italien verlor das Endspiel letztendlich mit 1:4 gegen Brasilien, woraufhin Pelé den WM-Sieg mit einem Sombrero zelebrierte.

Maradonas unvergesslicher Auftritt

Im Viertelfinale der WM 1986 kam es zur Begegnung Argentinien gegen England. Auf dem Spielfeld des Aztekenstadions begegneten sich die zwei Länder vier Jahre nach dem Falklandkonflikt. Der 2:1-Erfolg für die argentinische Mannschaft entwickelte sich zur eindrucksvollen Vorstellung von Diego Armando Maradona. Der lediglich 1,65 Meter messende Maradona erzielte in der 51. Minute die Führung für seine Mannschaft – bei einem Kopfballduell mit dem beinahe 20 Zentimeter größeren englischen Keeper Peter Shilton. Maradona räumte im Nachhinein ein, die „Hand Gottes“ verwendet zu haben. Der Treffer wurde anerkannt, weil es zu dieser Zeit noch keine Video-Schiedsrichter gab.

Ein Tor für die Fußballannalen ereignete sich nur vier Minuten darauf: Nachdem Maradona das Spielgerät in der eigenen Spielfeldhälfte bekommen hatte, ließ er durch eine Drehung Peter Beardsley sowie Peter Reid hinter sich und beschleunigte. Zuerst umdribbelte er Terry Butcher, danach Terry Fenwick und zum Schluss den aus seinem Tor kommenden Keeper Shilton, ehe er den Ball über die Linie beförderte.

Deutschlands bittere Niederlage im WM-Finale 1986

Am 29. Juni 1986 traf die deutsche Nationalelf im Endspiel auf Maradona und sein argentinisches Team. Vor 114.600 Anwesenden erzielte José Brown in der 23. Minute die Führung für Argentinien. Nach dem Seitenwechsel baute Jorge Valdano den Vorsprung aus (55.). Das deutsche Team unter der Leitung von Trainer Franz Beckenbauer, der 1970 als Akteur bei der dramatischen Partie gegen Italien mitgewirkt hatte, gab sich jedoch nicht geschlagen und kämpfte sich zurück.

Fußball-WM 1986 - Finale

Die deutsche Niederlage im Finale 1986 - gegen Maradonas Argentinier. (Archivbild)

Für den Ausgleich sorgten Karl-Heinz Rummenigge (74.) und Rudi Völler (80.). Die Freude darüber war allerdings von kurzer Dauer. Jorge Burruchaga schoss in der 83. Minute nach einer Vorlage von Maradona den Siegtreffer für die Argentinier, was die Niederlage für Deutschland besiegelte.

Nicht nur Fußball: Olympia-Bestmarke und Papst-Visite

Historische Augenblicke gab es in der Arena auch außerhalb des Fußballsports. Bob Beamon gelang bei den Olympischen Spielen 1968 in der sauerstoffarmen Höhenluft eine neue Weltbestleistung im Weitsprung. Mit seinem Sprung auf 8,90 Meter übertraf er die beinahe 33 Jahre bestehende Marke von Jesse Owens um 55 Zentimeter. Diese Bestleistung hatte mehr als zwei Jahrzehnte Bestand, ehe Mike Powell im Jahr 1991 in Tokio eine Weite von 8,95 Metern erreichte.

Des Weiteren besuchte Papst Johannes Paul II. im Januar 1999 das Aztekenstadion. Dort hielt er vor mehr als 100.000 Anwesenden eine Andacht ab. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.