Köln – Hansi Flick betonte nach dem 2:0-Sieg über Israel den Mut, mit dem seine Mannschaft aufgetreten war; doch da mochte man dem Bundestrainer vorsichtig widersprechen: Denn Mut braucht nur, wer seine Angst überwinden muss – und selten hat ein Gegner weniger Angst verbreitet als die Nationalmannschaft Israels am Samstagabend in Sinsheim.
Flick probierte tüchtig aus und durfte zufrieden sein. Der Gegner verteidigte mit großer Intensität und stellte die deutsche Elf damit vor die üblichen Probleme: Wer wenig Platz hat, muss mit vielen Spielern angreifen und dadurch im Rücken Räume entblößen, in denen ein Gegner Schaden anrichten kann, wenn er nicht gerade Israel ist. Dass die Deutschen ihre Tore einmal mehr den Standards zu verdanken hatten, durften sie gern als Beleg ihrer Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem ruhenden Ball deuten. Doch hätte sich wohl niemand beklagt, wäre der DFB-Elf angesichts ihrer Feldüberlegenheit das eine oder andere Tor aus dem Spiel gelungen.
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Dennoch war es ein guter Test, niemand muss Hansi Flick daran erinnern, dass sein Startrekord von acht Siegen aus acht Spielen nicht viel Wert ist, wenn der Rest des Kalenderjahres schiefgeht. Die Möglichkeit dazu besteht durchaus: Am Dienstag steht das Prestigeduell in Amsterdam mit den Niederlanden an, im Herbst folgen die Spiele in der Nations League gegen England, Italien und Ungarn. Und bei der WM kann Deutschland schon in der Gruppenphase auf die ganz großen Namen treffen.
Flick wird sich freuen
Es stehen also ganz andere Prüfungen an für Flick und seine Mannschaft, und das ist gut so. Die Partie in Amsterdam wird den Trend setzen für das WM-Jahr. Auch Hansi Flick wird das Spiel kaum erwarten können.


