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Kommentar zur RelegationWerders Verantwortliche müssen ihr Verhalten ändern

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Erleichterung und Glücksgefühle bei den Bremern um Trainer Kohfeldt (v.l.), Bargfrede und Osako nach dem Klassenerhalt in der Relegation

  1. Auch in der Relegation gegen Heidenheim enttäuschte der Traditionsklub aus Bremen. Der Klassenerhalt war mehr ein Geschenk als ein Verdienst.
  2. Werder hat in der Saison viele Fehler gemacht. Der vermeintlich größte aber war, wie die so genannte Werder-Familie mit der Situation umgegangen ist.
  3. Beim Klub von der Weser gehört jetzt alles auf dem Prüfstand. Es muss sich was ändern. Sportlich und finanziell steht Werder aber vor einem schwierigen Weg, meint unser Autor.

Bremen – Beim SV Werder Bremen ist die Erleichterung groß. Sie ist nachvollziehbar, dennoch sollte sie beim Klub mit den meisten Bundesligaspielen über nichts hinwegtäuschen. Denn es besteht Handlungsbedarf.

Der Klassenerhalt nach einer Relegation, in der Werder gegen aufopferungsvolle, aber limitierte Heidenheimer erneut enttäuschte, war mehr Geschenk als Verdienst, mehr Glück denn Können. Hätte Düsseldorf am 33. Spieltag gegen Augsburg nur ein Tor mehr erzielt, wäre der Abstieg des Meisters von 2004 perfekt gewesen.

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Werder, mit dem Ziel Europapokal in die Saison gestartet, hat viele Fehler gemacht. So bei der Kaderzusammenstellung, der Abgang von Max Kruse etwa konnte nie kompensiert werden.

Werders Verantwortliche ignorierten die Gefahr

Der vermeintlich größte Fehler aber war, wie die Werder-Familie mit der Situation umging. Sie spann sich einen Kokon, ignorierte die Gefahr und wollte sie offenbar aussitzen. Tatenlosigkeit ist aber keine Tugend, das zeigte sich auch in der Trainerfrage. Als Werders Ex-Stars das anprangerten, wirkten Aufsichtsratschef Marco Bode und Sportchef Frank Baumann beleidigt. Und das wirkte von außen fast schon hochmütig.

Jetzt ist es gerade noch einmal gut gegangen. Werder hält nach der Rettung weiter an Trainer Florian Kohfeldt fest. Das muss nicht falsch sein. Dennoch kann es  so nicht weitergehen. Die Verantwortlichen müssen die richtigen Lehren ziehen. Wenn sie schon nicht wechseln, so müssen sie ihr Verhalten ändern.

Nicht nur sportlich steht der Klub von der Weser erneut vor einem schwierigen Weg, sondern auch finanziell. Zwar erhält er durch den Klassenerhalt deutlich mehr TV-Geld, doch dafür muss er im Oberhaus den teuren, unausgegorenen Kader bezahlen. Zudem werden Kaufpflichten für Spieler wie Bittencourt und Toprak fällig. In der Corona-Krise wurden zudem erstmals Staatskredite beantragt. Das alles lässt sich wohl nur finanzieren, wenn die wenigen Klasse-Spieler wie Rashica verkauft werden. Ein Dilemma.