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Kommentar zur Rückkehr der BundesligaPlötzlich wird weniger geschauspielert

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Schalke BVB

Das Spiel an sich funktioniert auch ohne Geschrei.

Nur engstirnige Menschen mit Blockwart-Mentalität dürften nach den Eindrücken des Samstags und den zuvor erfolgten Hygiene-Verstößen des Hertha-Spielers Salomon Kalou wieder in Petz-Laune gegenüber den Berlinern sein. Ja, ein paar Spieler haben sich nach einem Tor jubelnd berührt, weil das eben so seit F-Jugendtagen instinktiv in Fußballern steckt. Bei Sky hätten die Entdecker dieser Szene gerne eine neue Diskussion eröffnet. Doch die läuft angesichts erlaubter Körperberührung in Zwei-, Drei- oder Vierkämpfen derart ins Leere wie Schalke 04 am Samstag in Dortmund (4:0).

Und außer den nun wahrlich vermöbelten Schalkern und sonstigen Verlierern des Neustarts der Bundesliga wird es kaum Menschen geben, die das Geistergeschehen in den Stadien als kritikwürdig empfinden. Die Spiele wirkten hygienisch und entladen von aufgepumpten Pomp. Und auch die Tatsache, dass es still war in den Arenen, fühlte sich nicht wirklich problematisch an. Der Fußball, das Spiel an sich, funktionierte auch ohne Geschrei. Zumal die neue Situation die dämliche Unsitte des Schauspielerns verhindert. Spieler mit Phantomschmerzen jedenfalls sprangen schneller wieder auf als sonst.

Fußball klappt auch zu Corona-Zeiten

Kurzum: Menschen mit Geisterspiel-Phobie sollten schon nach diesem Samstag kuriert sein. Der Fußball, reduziert auf sich selbst, bleibt ein Kulminationspunkt für Sportinteressierte. Und die DFL hat zudem allen nachahmungswilligen Ligen in Europa gezeigt, dass Fußball samt akribischen Hygienekonzept unter Wettkampfbedingungen auch zu Corona-Zeiten klappt. Zumindest solange die Spieler coronafrei bleiben. Doch das Risiko ist unter den aktuellen Bedingungen überschaubar und diesen Feldversuch in deutschen Stadien wert.