Der Bundestrainer Jürgen Klopp führt eine neue Ordnung im Nationalteam ein. Sowohl auf dem Rasen als auch außerhalb gelten für die Spieler ab sofort verschärfte Vorschriften.
Neue Regeln beim DFBKlopp erteilt Friseuren Hausverbot
Jürgen Klopp hat am Montag in Herzogenaurach mit der Vorbereitung des ersten Teils seines 44-köpfigen Aufgebots für die kommenden Partien der Nations League begonnen. Das Fundament für diese Neuausrichtung wurde schon im August während eines Treffens seines Trainerteams in Blankenhain geschaffen. Neue Verhaltensrichtlinien für die Zeit auf dem Platz und daneben wurden von der Mannschaft um den Nationaltrainer im zukünftigen DFB-Stützpunkt entwickelt.
Die gemeinschaftliche Abwehrleistung stellt einen Kernpunkt in der Philosophie von Klopp dar, was er seinem Team seit der ersten Besprechung nahebringt. Seine Überzeugung ist, dass die Verantwortung für die Defensive jederzeit bei jedem einzelnen Spieler liegt. In taktischer Hinsicht bevorzugt der Nationaltrainer eine Zonenverteidigung gegenüber der Manndeckung und betrachtet schnelle Umschaltphasen als entscheidend für den Sieg. Durch Ballgewinne im gegnerischen Territorium soll das von ihm als „bester Spielmacher“ titulierte Gegenpressing zu direkten Torgelegenheiten führen. Das berichtet „bild.de“.
Seine Spielidee charakterisiert Klopp als „organisiertes Chaos“, welches für Kontrahenten unvorhersehbar, für das eigene Team jedoch geordnet ablaufen soll. Vor allem weniger schnelle Abwehrspieler sollen von diesem Konzept profitieren, da sie von Teamkollegen in unmittelbarer Nähe Hilfe bekommen. Eine kompakte Teamleistung ist die Anforderung, bei der Spieler in Ballnähe den Gegenspieler umgehend attackieren, indes die übrigen Mannschaftsteile die Mitte schließen und Anspielstationen blockieren.
Klare Regeln außerhalb des Spielfelds
Klopp hat auch abseits des Rasens neue Standards etabliert. Eine wichtige Neuerung bezieht sich auf das pünktliche Erscheinen zu den gemeinschaftlichen Essen. Während die Nationalspieler zuvor nur innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums eintreffen mussten, ist der gemeinsame Start jetzt für die gesamte Mannschaft bindend. Mit dieser Regelung sollen die Kommunikation untereinander sowie der Teamzusammenhalt gestärkt werden.
Weitere neue Regeln umfassen den Gebrauch von Smartphones und private Verabredungen. Bei der Aktivierung vor Partien, zum Beispiel während Behandlungen oder im Kraftraum, ist der Einsatz von Mobiltelefonen verboten. Dies soll die Fokussierung verbessern und den Dialog zwischen den Teammitgliedern anregen.
Neues Styling beim DFB? Auch das ist Geschichte! Denn unter Klopps sind auch Friseurbesuche im Mannschaftshotel zukünftig untersagt. Die Spieler werden angehalten, sich wie gewöhnliche Arbeitnehmer vor Antritt einer Geschäftsreise um derartige Angelegenheiten zu kümmern.
Besuche von Angehörigen in der Teamunterkunft, welche bei der Weltmeisterschaft 2026 noch in großem Umfang gestattet waren und von Uli Hoeneß als „Betriebsausflug“ kritisiert wurden, werden unter der Leitung von Klopp nur noch in Ausnahmefällen genehmigt. Die Priorität liegt auf dem Zusammenwachsen des Teams zu einer geschlossenen Gruppe im Quartier. Das Vorhaben ist, dass die deutsche Auswahl bei der Europameisterschaft 2028 sich den Ruf eines starken Turnier-Teams zurückholt. (red)
