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„Junge, du nervst“TV-Experte zeigt Verständnis für Olise-Aussetzer

2 min
Zlatko Tripic und Michael Olise im Laufduell.

Zlatko Tripic und Michael Olise lieferten sich in der Champions League ein hitziges Duell.

Michael Olises Gelb-Rot kostet die Bayern in Stavanger wohl den Sieg. Christoph Kramer zeigt Verständnis, Trainer Vincent Kompany nicht.

Beim Champions-League-Neuling Viking Stavanger hat der FC Bayern München am Dienstagabend nur ein 3:3 erreicht. Zu den entscheidenden Momenten der Partie zählte der Platzverweis gegen Michael Olise.

In der 73. Minute bekam der Franzose binnen weniger Sekunden zwei Verwarnungen: Zunächst zeigte ihm der Schiedsrichter Gelb wegen Haltens, kurz darauf folgte Gelb-Rot wegen einer Unsportlichkeit. Olise hatte Zlatko Tripic, dem Kapitän von Viking, den Ball ins Gesicht geworfen.

Kompany kritisiert Olise scharf: „Überblöd“

Erst wenige Minuten vor der Szene waren die Münchner mit 3:2 in Führung gegangen. Zur Pause hatten sie überraschend noch mit 0:2 zurückgelegen. Christoph Kramer, der die Partie als TV-Experte bei Amazon Prime begleitete, sagte: „Die Rote Karte verändert natürlich alles.“ Und weiter: „Es darf nicht passieren und trotzdem: Der Kollege Tripic wäre mir auch irgendwann wirklich auf den Sack gegangen. Er ist dann auch nur ein Mensch und ich kann verstehen, dass mal so eine Kurzschlusshandlung passiert.“

Tatsächlich hatte Tripic wiederholt provoziert. Shkodran Mustafi hielt Olises Ausraster trotzdem für inakzeptabel. „Da bin ich ein bisschen anderer Meinung als Chris, die Rote Karte darf einfach nicht passieren. Du kommst hier her und du weißt, der Gegner wird versuchen, Zeit von der Uhr zu nehmen, dich vielleicht irgendwie zu provozieren, irgendwas zu holen für sein Spiel“, sagte der ehemalige Verteidiger, der 2014 zusammen mit Kramer Weltmeister geworden war. „Und wenn du dich dann locken lässt und mit so einer Roten Karte die Statik vom Spiel veränderst, wenn du dir gerade alles wieder zurückerarbeitet hast, dann darf dir sowas einfach nicht passieren.“

Grundsätzlich teilte Kramer diese Sicht. Für Olise brachte er aber dennoch ein Stück Verständnis auf. „Also wir müssen nicht darüber reden, dass das nicht passieren darf“, stellte er klar, „aber ich fühle Olise in dem Fall auch zu 100 Prozent.“

Seine Begründung: Der Viking-Spieler, der den Bayern immer wieder zusetzte, habe „so etwas Fieses im Gesicht, wo du denkst: Boah Junge, du nervst mich gerade“. Kramer ergänzte: „Der hat so genervt. Und der hat dieses ganz Provokante im Gesicht.“

Bayern-Trainer Vincent Kompany bewertete die Szene anders und übte deutliche Kritik an seinem Spieler: „Diese Rote Karte ist überblöd. Er weiß das. Bei solchen Sachen sind wir ganz klar.“ An Olises Augen habe er nach der Aktion erkannt, dass der Spieler sie sofort bereut habe. Wegen des Platzverweises steht Olise den Münchnern im nächsten Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal nicht zur Verfügung. (red)