Abo

Der Heilsbringer wackeltAuf Vinícius Júnior ruhen die WM-Hoffnungen Brasiliens

3 min
Brasilien - Panama

Brasiliens polarisierender Offensivstar: Vinícius Júnior (l.). (Archivbild)

Auf Vinícius Júnior ruhen Brasiliens WM-Hoffnungen. Doch der Superstar von Real Madrid ist nicht unumstritten.

Vinícius Júnior trägt die Erwartungen einer ganzen Nation. Der brasilianische Ausnahmespieler soll den WM-Titel holen, doch sein Verhalten sorgt für Debatten.

Ob für Sportartikel, Hotelunterkünfte oder Erfrischungsgetränke – die Werbepräsenz von Vinícius Júnior (25) in den sozialen Netzwerken ist enorm. Für seine etwa 60 Millionen Abonnenten auf Instagram veröffentlicht der Star des brasilianischen Nationalteams fortlaufend neue Inhalte. Gleichzeitig lastet der Erwartungsdruck von rund 200 Millionen Brasilianern auf ihm.

Der Angreifer von Real Madrid begeistert die Fans, jedoch scheint diese Aufmerksamkeit für ihn bisweilen eine Bürde zu sein. Der auf Vinícius Júnior lastende Druck wird auch bei diesem Weltturnier immens sein. Kürzlich äußerte er, er sei sich seiner Position „an vorderster Front“ in der Seleção bewusst. Dies sei eine „riesige Verantwortung“, die er jedoch zu schätzen wisse.

Erfolgsgespann Ancelotti und Vinícius wieder vereint

Für die brasilianische Mannschaft beginnt die Mission zum sechsten WM-Titel am Sonntag (0.00 Uhr/MESZ) in New Jersey mit dem Spiel gegen Marokko, wobei viel von Vinícius abhängen wird. Eine ebenso entscheidende Rolle spielt sein langjähriger Trainer Carlo Ancelotti. Über den Italiener äußerte sich Vinícius Júnior, er sei der beste Trainer seiner bisherigen Karriere. „Er ist einer der Größten im Fußball, wenn nicht sogar der Größte.“

In Madrid kooperierte das Gespann vier Jahre lang und errang dabei unter anderem zwei Titel in der Champions League. Ancelotti betreut seinen ehemaligen Schützling seit dem letzten Sommer auch im Nationalteam. Mit einem bis 2030 laufenden Vertrag soll der routinierte Coach Brasilien nach einer schwierigen Qualifikationsphase und zahlreichen Debatten zum ersten WM-Sieg seit 24 Jahren leiten.

Brasilien - Panama

Brasiliens Trainer bei der Titeljagd: Carlo Ancelotti. (Archivbild)

Leistungsbilanz im Nationalteam ausbaufähig

Die Diskussionen betreffen nicht allein Vinícius Júnior, sondern ebenso den früher allgegenwärtigen Neymar. Die Nominierung des 34-jährigen Rekordtorschützen für den WM-Kader erregte Aufsehen, da er seit Oktober 2023 kein Länderspiel absolviert hat. Hinsichtlich seiner polarisierenden Wirkung ist der neun Jahre jüngere Vinícius Júnior mit ihm vergleichbar.

In sportlicher Hinsicht muss der Star von Real Madrid im Nationaltrikot jedoch noch eine Steigerung zeigen. Bisher konnte Vinícius Júnior neun Treffer in 49 Länderspielen verbuchen, womit er nur selten an seine Performance in Madrid anknüpfte. Ancelotti ist zwar von der Führungsreife des Spielers überzeugt, doch es gibt auch skeptische Stimmen. „Er macht zu viel Theater, sorgt außerhalb des Platzes für zu viele Schlagzeilen. Er sollte sich mehr auf den Fußball fokussieren“, monierte der frühere Bundesliga-Angreifer Giovane Elber gegenüber der „Sport Bild“.

Neymar

Brasiliens polarisierender Altstar: Neymar. (Archivbild)

Kontroversen auf und neben dem Spielfeld

Die Aufzählung der Negativmeldungen ist beträchtlich. Nachdem der Spanier Rodri von Manchester City im Jahr 2024 den prestigeträchtigen Ballon d'Or erhalten hatte, blieb die Delegation von Real Madrid mit Vinícius Júnior der Preisverleihung fern. Der Stürmer gab später an, der Verein habe ihn dazu aufgefordert, aber die Diskussion über fehlenden Respekt war zu diesem Zeitpunkt schon im Gange.

Vinícius Júniors Abwesenheit bei den Abschiedszeremonien für seine ehemaligen Mannschaftskameraden Dani Carvajal und David Alaba bei Real Madrid in diesem Sommer führte ebenfalls zu neuen Debatten. Auch auf dem Spielfeld liefert er Anlass für Gespräche: Sein Spielstil zeichnet sich sowohl durch Provokationen als auch durch technische Finesse aus. Es wird sich zeigen, ob der junge Mann aus São Gonçalo dem Erwartungsdruck als nationaler Hoffnungsträger standhalten kann. Außer ihm gibt es im Kader nur wenige Akteure von absoluter Weltklasse, weswegen die Seleção nicht zum engsten Favoritenkreis gehört. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.