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„Es war für mich eine große Ehre“Messi krönt emotionalen Abschied mit einem Tor

4 min
Lionel Messi hat sich von der Fußball-NBühne verabschiedet.

Lionel Messi hat sich von der Fußball-NBühne verabschiedet.

Tränen, Tore, viel Pathos, große Erinnerungen und noch größere Emotionen. Argentinien feierte den letzten Auftritt von Lionel Messi im Nationaltrikot.

Tränen bei der Nationalhymne, Standing Ovations in der 10. Minute – und natürlich ein Tor zum Abschied: Fußball-Superstar Lionel Messi hat seinen „letzten Tango“ getanzt und seine große Nationalmannschaftskarriere an einem hochemotionalen Abend gebührend beendet. Bei seinem 208. und letzten Länderspiel für Argentinien huldigten die 85.000 Zuschauer in Buenos Aires dem achtmaligen Weltfußballer für 21 bewegte Jahre im Trikot der Albiceleste.

„Es war für mich eine große Ehre, dieses Trikot mehr als 20 Jahre lang zu tragen“, sagte Messi vor dem Publikum im „El Monumental“ nach dem 3:0 (0:0)-Sieg gegen Benin: „Jetzt bin ich hier am traurigsten Tag meiner Karriere, nämlich an dem Tag, an dem ich mich von der Nationalmannschaft verabschieden muss, von euch allen.“ Zwar wolle er eigentlich sein ganzes Leben lang für Argentinien spielen, aber nun habe er „das Gefühl, dass jetzt der richtige Moment gekommen ist.“

Der 6. Oktober wird in der Fußball-Geschichte vermerkt und dürfte auch für den Gegner aus Benin ein eindrückliches Erlebnis gewesen sein.

Messi: „Eine Entscheidung, die mir in der Seele wehgetan hat“

„Es war eine Entscheidung, die mir in der Seele wehgetan hat und immer noch wehtut, aber ich verstehe, dass es an der Zeit ist“, hatte Messi Ende August erklärt, als er seinen Rücktritt aus der Albiceleste verkündet hatte. Das verlorene WM-Finale und damit der geplatzte Traum einer erfolgreichen Titelverteidigung, dann der Tod seines Vaters Jorge mit gerade mal 68 Jahren hatten den mittlerweile 39-Jährigen nachdenklich gestimmt und zu dem entscheidenden Schritt mit bewogen.

Lionel Messi beendet seine Nationalmannschaftskarriere.

Der größte Triumph einer so erfolgreichen Karriere - der WM-Titel 2022. (Archivbild)

Schon vor der Partie gab es die ersten Tränen. Messi lief gemeinsam mit seinen drei Söhnen Thiago (13), Mateo (11) und Ciro (8) ein. Seine Frau Antonela Roccuzzo und Mutter Celia Cuccittini schauten aus der VIP-Box zu, wie Fabio Santana, ein Veteran des Falklandkrieges, die Nationalhymne sang und Messis Augen glasig wurden. Kurz vor Anpfiff wurde ein riesiges Trikot mit Messis Rückennummer zehn und der Aufschrift „Gracias“ (dt: Danke/d. Red.) auf dem Rasen ausgebreitet.

In der 10. Minute unterbrach der Schiedsrichter das Spiel für Standing Ovations. Das gesamte Stadion applaudierte der Ikone, die in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) derzeit noch für Inter Miami spielt. Im Spiel selbst, das an diesem Tag nicht mehr als eine Fußnote war, bereitete Messi die ersten beiden Treffer durch Nicolas Otamendi (48.) und Nico Paz (61.) vor, in der 71. Minute erzielte der Mann des Abends selbst per Elfmeter sein 126. Länderspieltor.

Messi lief gemeinsam mit seinen drei Söhnen Thiago (13), Mateo (11) und Ciro (8) ein

Messi lief gemeinsam mit seinen drei Söhnen Thiago (13), Mateo (11) und Ciro (8) ein

Anders als nach seinem Rücktritt vor 10 Jahren nach einem mal wieder verloren Finale eines großen Turniers, wird es diesmal auch endgültig sein. „Es bleibt die Wehmut, dass er nicht mehr dabei sein wird. Und das nicht nur aus fußballerischer Sicht“, sagte Scaloni, dessen Erfolgsgeschichte so eng mit der von Messi verknüpft ist.

Eine besondere Beziehung zwischen Trainer und Superstar

2006 noch zusammen in einem WM-Kader gelang es ihm seit der Amtsübernahme im Sommer 2018, eine Mannschaft um Messi zu formen, die 2021 die Copa América gewann, 2022 den WM-Titel, 2024 erneut die Copa América und 2026 erneut im WM-Finale gestanden hatte. „Die argentinische Nationalmannschaft wird es auch weiterhin geben. Aber er wird uns fehlen“, sagte Scaloni.

So wie diese Mannschaft Messi fehlen wird. Er war ihr Anführer und doch einer von ihnen, mittendrin. Als Dank für den WM-Titel gab es von Messi für die Spieler und Betreuer personalisierte Smartphones - in Gold. Nach der WM und der Niederlage gegen Spanien in diesem Jahr schenkte er ihnen eine Tasche mit kompletter Ausrüstung für den in Südamerika geliebten Mate-Tee. Seine Mitspieler waren Bewunderer und Bodyguards, Mitstreiter und Wegbereiter - und die so fußballverrückte Nation, die an Diego Maradona hing, verliebte sich nach vielen Jahren auch in Messi.

Ohne Asado geht's nicht

„Der König ist zuhause“, schrieb der Verband nach der Ankunft im Trainingszentrum in Ezeiza bei Buenos Aires, das Messis Namen trägt. Gut gelaunt im schlicht-schicken Designer-Outfit kam Messi an. Am Abend gab's das traditionelle Asado - viel Fleisch auf dem Grill, um das sich Verbandschef Claudio Tapia höchstpersönlich kümmerte.

In Argentinien ist Messi bereits seit Freitag, begleitet von seiner Frau, den Kindern und seiner Mutter war er mit dem Privatjet aber erstmal nach Rosario geflogen, seiner Heimatstadt.

Messi wird nun also von der Weltbühne des Fußballs verschwinden. Sein Vertrag bei Inter Miami ist noch bis Ende 2028 gültig. Während für die Argentinier, die auch nicht wissen, ob Scaloni seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag verlängert, eine neue Zeitrechnung beginnt, hat Messi die nächste Lebensphase längst mit eingeläutet. Sein Portfolio umfasst ein kleines Imperium: Eine Hotelkette, Immobilien und auch zwei spanische Fußballvereine.

Und wer sich auch noch an den tränenreichen Abschied einst von seinem spanischen Herzensclub FC Barcelona im Sommer 2021 und damit ebenfalls nach 21 Jahren erinnert, wird erahnen können, wie emotional es nun beim Abschied in Argentinien werden könnte. Vor, während und nach seinem 208. Einsatz für Argentinien. „Ein letztes Mal. Ein Trikot fürs ganze Leben“, schrieb der achtmalige Weltfußballer. (dpa/sid)