Abo

Wegen Özil
China wirft Arsenal-Spiel aus TV-Programm

Özil dpa 171019

Mesut Özil war nach der WM 2018 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten.

London – Nach kritischen Äußerungen von Arsenal-Profi Mesut Özil zur Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China hat das chinesische Staatsfernsehen laut Medienberichten die TV-Übertragung eines Arsenal-Spiels abgesagt. Wie die staatliche Zeitung „Global Times“ auf ihrem englischsprachigen Twitter-Account berichtete, strich der Sender CCTV das Spiel zwischen dem FC Arsenal und Manchester City am Sonntagnachmittag vom Sendeplan, weil Özils „falsche Kommentare“ die chinesischen Fans und den nationalen Fußballverband „enttäuscht“ hätten.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattform Twitter, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte der externen Plattform Twitter angezeigt werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Özil hatte in sozialen Medien die muslimischen Staaten für ihre Zurückhaltung über die Lage der Uiguren in China kritisiert. In türkischer Sprache bemängelte der Ex-Weltmeister das „Schweigen der muslimischen Brüder“, während das Thema von westlichen Regierungen und Medien aufgegriffen worden sei. Sein Verein, der FC Arsenal, hatte sich kurz darauf von den Äußerungen distanziert. Der Inhalt sei die persönliche Meinung von Özil, schrieb der Club auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo. Arsenal halte sich indes an das Prinzip, keine politischen Statements abzugeben.

Das könnte Sie auch interessieren:

Nach offiziell unbestätigten Schätzungen sind Hunderttausende Uiguren in Umerziehungslager gesteckt worden, die China allerdings nur als Fortbildungszentren beschreibt. Uiguren sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen Terrorismus und Separatismus vor. (dpa)

Mein Ort