- An der US-Fußballerin und Jürgen Klopp zeigt sich, wie Anerkennung vergeben wird.
- Der deutsche Trainer steht als einer von wenigen im Fußball-Business für Bodenhaftung.
- Lionel Messis großes Talent erschöpft sich im Umgang mit dem Ball.
Köln – Wir schreiben das Jahr 2058. Bei der Weltfußballer-Gala wird das Ergebnis verkündet: „Der Gewinner ist – Lionel Messi!“ Rauschender Beifall im Saal. Dann der Zusatz: „Leider kann der Ausgezeichnete nicht persönlich erscheinen, er hat vor mehr als 30 Jahren seine Karriere beendet.“ Wieder rauschender Beifall im Saal.
In diesem Geist wird seit mehr als einem Jahrzehnt die höchste Individualauszeichnung im Fußball vergeben. Entweder gewinnt Messi. Oder es gewinnt Ronaldo. Und wenn, wie im Jahr 2018, ganz unvorhergesehene Dinge passieren, gewinnt jemand, der bei einem von beiden in der Mannschaft spielt wie der Kroate Luca Modric, der immerhin das WM-Finale erreichte.
Das Wahlsystem misst vor allem Markenqualität
Ein Wahlsystem, das in erster Linie Popularität misst und danach erst den tatsächlichen sportlichen Wert, wird immer nach Markenqualität funktionieren. Uns so wurde in Mailand nicht Virgil van Dijk geehrt, der herausragende Spieler des Champions-League-Siegers FC Liverpool, sondern abermals der argentinische Zauberer, dem wieder alle großen Titel eines Jahres versagt geblieben waren.
Wie Anerkennung gerecht an würdige Personen verteilt wird, zeigte sich zeitgleich auf derselben Bühne. Neben Messi erschienen der Trainer Jürgen Klopp und die Weltmeisterin Megan Rapinoe, deren Blick über das Spiel weit hinausgeht. Klopp ist eine der wenige Figuren im entrückten globalen Fußball-Geschäft, denen man Bodenständigkeit abnimmt, Rapinoe die furchtlose Kämpferin gegen Ungerechtigkeit und Intoleranz in einem männerdominierten Big Business.

Welt-Trainer Jürgen Klopp
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Ihre Botschaften appellieren an eine Haltung von Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit, die dem Fußball immer mehr abhanden kommt. Aus Lionel Messis Mund hat man etwas in dieser Richtung glaubhaft noch nie gehört. Sein Talent ist übermäßig und auch im Vergleich mit den Größten aller Zeiten sehr speziell, aber es erschöpft sich alleine im Umgang mit dem Ball.
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