Für den VfL Wolfsburg wird die Lage im Abstiegskampf nach der 0:1-Heimpleite gegen Bremen immer prekärer. Zudem kam es zu heftigen Auseinandersetzungen.
Wolfsburgs Abstiegssorgen wachsenPleite gegen Bremen von Krawallen überschattet

Der Abstieg droht: Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking beim 0:1 gegen Werdder Bremen.
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Der Spieltag verlief symptomatisch für die laufende Saison des VfL Wolfsburg. Infolge der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Werder Bremen ist der erstmalige Abstieg des Volkswagen-Vereins aus der Bundesliga deutlich realistischer geworden. Trotzdem dominierte nach der Partie ein anderes Ereignis die Diskussionen.
Bereits vor Spielbeginn ereigneten sich gewalttätige Zusammenstöße. Anhänger aus Bremen griffen am Eingang für Gästefans Sicherheitspersonal des Wolfsburger Vereins an, was einen Polizeieinsatz zur Folge hatte. Laut offiziellen Angaben der Behörden, wie die dpa meldet, resultierten aus dieser Auseinandersetzung zehn vorläufige Festnahmen. Zudem wurden drei Ordner und drei Polizisten verletzt. Im Gegensatz dazu berichtet die Fanhilfe Bremen in einer Mitteilung von „massiven Übergriffen durch die Polizei“.

Die Polizei und die Fans von Werder Bremen vor dem Spiel am Gästeeingang.
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Der entscheidende Treffer von Justin Njinmah in der 68. Minute hat die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs für Wolfsburg erheblich erhöht. Die angespannte Situation zwischen den Fangruppen hat eine Vorgeschichte: Schon 2022 wurden Fans aus Bremen von der Polizei in Wolfsburg Kontrollen unterzogen, die ein Gericht nachträglich als in Teilen unrechtmäßig bewertete.
Auch neuer Trainer bringt keine Wende
„Bis es nicht mehr möglich ist: Bis dahin werden wir weitermachen“, äußerte sich Wolfsburgs Sportdirektor Pirmin Schwegler zur geringer werdenden Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Der Verein auf dem vorletzten Tabellenplatz wartet seit zehn Begegnungen auf einen Sieg. Um diese Negativserie zu beenden, verbleiben nach der Länderspielpause lediglich sieben Gelegenheiten. „Es werden weniger Spiele, weniger Chancen. Aber es ist noch nicht alles verloren“, so Schwegler.
Nach dem Duell im Tabellenkeller verfestigt sich allerdings der Eindruck, dass die Person des Trainers in Wolfsburg aktuell von untergeordneter Bedeutung ist, da die gravierenden Mängel im sportlichen Konzept sowie in der Kaderplanung zu schwerwiegend erscheinen.
Bisher gingen alle wichtigen Partien verloren, die eine Wende in dieser Saison hätten herbeiführen können. „Wir brauchen das Erfolgserlebnis. Da brauchen wir nicht drumherum zu reden“, konstatierte Trainer Dieter Hecking.
Millionen-Investitionen bleiben ertraglos
Schwegler gestand offen ein, dass es dem VfL an mehr als nur dem nötigen Glück im Spiel mangelt. Der Verein gab in den letzten beiden Sommer-Transferperioden über 80 Millionen Euro aus und investierte im Januar zusätzlich knapp 20 Millionen Euro in den Angreifer Kento Shiogai sowie den Verteidiger Jonas Adjetey. Im Spiel gegen Bremen erhielt einer der Neuzugänge lediglich 16 Minuten Spielzeit, der andere wurde überhaupt nicht eingesetzt. Auf die Anmerkung, ob diese finanziellen Mittel nicht besser hätten genutzt werden können, antwortete Schwegler: „Wir haben es versucht, glaubt es mir“.
Zusätzlich herrscht in der Führungsebene des Vereins Instabilität. Geschäftsführer Marcel Schäfer verließ den Club im Jahr 2024. Dessen Nachfolger, Peter Christiansen, wurde seinerseits nach nicht einmal zwei Jahren von seinen Aufgaben entbunden. Während seiner kurzen Amtszeit sprach der Däne mit vier unterschiedlichen Trainern, inklusive Hecking, die jeweils verschiedene Spielphilosophien vertraten.
Der eindringlichste Aufruf zum Klassenerhalt des VfL kam am Samstag überraschenderweise vom gegnerischen Trainer. „Der Norden braucht die Bundesliga. Und der Norden braucht auch den VfL Wolfsburg wie auch den SV Werder Bremen“, sagte Daniel Thioune. „Die Daumen sind fleißig gedrückt!“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
