Die Große Woche von Baden-Baden ist das traditionsreichste Meeting des deutschen Pferdesports. Eckhard Sauren, Präsident des Kölner Rennverein, blickt auf die Favoriten in Iffezheim.
GastbeitragSo schätzt Eckhard Sauren die Favoriten bei der Großen Woche in Iffezheim ein

Vor Comeback in Iffezheim: Flatten the Curve mit Jockey Thore Hammer-Hansen.
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Die Große Woche von Baden-Baden ist seit Jahrzehnten das Flaggschiff des deutschen Galopprennsports und bringt von diesem Samstag an bis zum 6. September wieder Spitzengalopper und Zuschauer aus ganz Europa zusammen. Die Galopprennbahn in Iffezheim liegt in unmittelbarer Nähe der berühmten Kurstadt Baden-Baden und blickt auf eine fast 170-jährige Geschichte zurück. Während der Großen Woche dreht sich in Baden-Baden alles um das Thema Galopp. Jedes zweite Geschäft lockt mit Pferdemotiven oder -bildern, in den Restaurants und Kneipen gibt es nur ein Thema: Wer hat warum in den letzten Rennen gewonnen, wer könnte der Sieger am nächsten Renntag sein und welche Wetten sind die interessantesten?
Am Samstag stehen die sogenannten Steher – also Pferde für lange Distanzen – im Mittelpunkt. Hier dürften sich die Blicke insbesondere auf das Comeback meines Pferdes Flatten the Curve richten, das die deutschen Farben im vergangenen Jahr im Melbourne Cup repräsentierte. Jenem Rennen, das in Australien von der gesamten Nation verfolgt wird. Flatten the Curve zeichnet sich neben seiner großen Klasse über lange Distanzen durch seine Unabhängigkeit von Boden und Rennverlauf sowie seinen unbändigen Siegeswillen aus. Dies wurde bereits beim ersten Jahresstart in Hoppegarten deutlich, wo er im Endkampf den starken Narrativo niederrang, der auch jetzt wieder sein stärkster Konkurrent sein wird.
Gestüt Röttgen ist in Baden-Baden auch vertreten
Am Dienstag richtet sich die Aufmerksamkeit dann auf die Zweijährigen und damit auf den Galopper-Nachwuchs, der im Zukunftsrennen aufeinandertrifft. Hier steht mein hochtalentierter Western im Mittelpunkt, der sein bisher einziges Rennen mit spielerischer Leichtigkeit gewinnen konnte. Am Freitag wird die Zukunft der Galopper auf der Jährlingsauktion versteigert. Dort werden rund 220 Jährlinge angeboten, darunter der Nachwuchs aller großen deutschen sowie einiger internationaler, insbesondere französischer Gestüte.
Im vergangenen Jahr konnte hier der Derbysieger Dardanos für gerade einmal 10.000 Euro erworben werden. Auch dieses Jahr ist der Katalog attraktiv und breit aufgestellt und hat in der Spitze einige hochinteressante Jährlinge im Angebot. Mit der Nummer 80 präsentiert beispielsweise das Gestüt Röttgen einen Frankel-Bruder zu Windstoß und Weltmacht. Der Vater Frankel gilt als das beste Rennpferd aller Zeiten. Windstoß und Weltmacht gewannen für das Gestüt Röttgen 2018 und 2019 das Deutsche Derby. Vermutlich wird ein sechsstelliger Betrag erforderlich sein, um die Nummer 80 zu ersteigern.

Eckhard Sauren, Ex-Vizepräsident des 1. FC Köln und Galopp-Experte.
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Am zweiten Wochenende richten sich die Blicke dann vermehrt auf den Großen Preis von Baden-Baden. Als Gruppe-1-Rennen gehört es zur höchsten Kategorie und ist mit 300.000 Euro dotiert. Hier gilt der Vorjahressieger Goliath als einer der Favoriten. Er ist im Mitbesitz von Philipp von Ullmann und stolziert durch den Führring im sogenannten Hahnenschritt. Diese angeborene, neurologische und für das Pferd schmerzfreie Besonderheit lässt insbesondere neue Besucher regelmäßig daran zweifeln, ob dieser Goliath tatsächlich so gut sein kann. Im Rennen und im Galopp ist Goliath dann aber ein ganz anderes Pferd – eines mit herausragender Qualität, die ihm unter anderem 2024 den Sieg bei den King George VI und Queen Elizabeth Stakes einbrachte.
Eckhard Sauren ist Präsident des Kölner Renn-Verein. Er hat einen eigenen Pferderennstall und wurde 2024 und 2025 Besitzer-Champion in Deutschland.