Abo

Brutales Vorgehen verurteiltIrans Ex-Nationalspieler Ghafouri wegen Kritik an Regime verhaftet

2 min
Der iranische Fußballer Voria Ghafouri steht im Trikot von Esteghlal Teheran auf dem Rasen.

Voria Ghafouri im Einsatz für Esteghlal Teheran im April 2021. 

Der Iran-Kurde Ghafouri gehört seit Jahren zu den Kritikern des islamischen Systems im Iran, insbesondere im Zusammenhang mit der Diskriminierung der Frauen im Land.

Der ehemalige iranische Fußballnationalspieler Voria Ghafouri ist nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Tasnim am Donnerstag verhaftet worden.

Dem 35 Jahre alten Verteidiger werde Propaganda gegen das iranische Politsystem sowie Beleidigung der Nationalmannschaft vorgeworfen, hieß es in dem Tasnim-Bericht. Weitere Details zu der Verhaftung wurden nicht angegeben. Der iranische Fußballverband hat sich zu dem Bericht noch nicht geäußert.

Voria Ghafouri: Wegen politischen Äußerungen von Verein entlassen

Der Iran-Kurde Ghafouri gehört seit Jahren zu den Kritikern des islamischen Systems im Iran, insbesondere im Zusammenhang mit der Diskriminierung der Frauen im Land.

Wegen seiner öffentlichen politischen Äußerungen wurde er auch letztes Jahr von seinem Verein Esteghlal Teheran entlassen, obwohl er bei den Fans der äußerst beliebt war. Er wechselte daraufhin zum südiranischen Club Foolad Khuzestan.

Voria Ghafouri gehört zu den besten Außenverteidigern des Iran

Auch für die Nationalmannschaft wurde Ghafouri wegen seiner politischen Einstellung nicht mehr nominiert, obwohl er immer noch zu den besten Außenverteidigern des Landes gehört. Bei den jüngsten Protesten stellte sich Ghafouri deutlich hinter die Demonstranten und verurteilte mehrmals die brutalen Einsätze der Polizei- und Sicherheitskräfte.

Auslöser der Massenproteste war der Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie starb Mitte September im Polizeigewahrsam, nachdem sie von den Sittenwächtern wegen Verstoßes gegen islamische Kleidungsvorschriften festgenommen worden war.

Die darauf folgenden Proteste haben die politische Führung Irans in eine der schwersten Krisen seit Jahrzehnten gestürzt. (das/dpa)