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Jahmai Simpson-PuseyTalent oder Soforthilfe? – Köln leiht Defensivspieler von Man City aus

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Jahmai Simpson-Pusey wird am Dienstag erstmals beim FC mittrainieren – Der 20-Jährige soll aber nicht die letzte Verstärkung für die Defensive im Januar bleiben

Nach dem erfolgreich absolvierten Medizincheck in Köln, der Flug-Anreise nach Spanien und der Ankunft am Montagabend im Mannschaftshotel Barcelo La Nucia Hills wird Jahmai Simpson-Pusey (20) erstmals am Dienstag mit seinen neuen Teamkollegen des 1. FC Köln an der Costa Blanca trainieren. Bei derzeit widrigen Bedingungen. Denn seit Montagvormittag säuft der Bundesliga-Aufsteiger in La Nucia ziemlich ab. Bereits am Tag zuvor war es merklich kühler und windiger geworden, am Montag erreichte eine Regenfront, die noch bis Dienstagabend bleiben soll, die Ferienregion in der Comunitat Valenciana.

Die Temperaturen um die acht Grad, gefühlt aber eher vier bis fünf, waren in der Tat angenehmer als in der Tiefkühltruhe Deutschland, doch auch der gepflegte Rasen auf dem Trainingsplatz im Estadio Olimpic Camilo Cano, auf dem am Montagnachmittag auch die Bundesliga-Generalprobe gegen den Schweizer Erstligisten FC Lugano (2:1) ausgetragen wurde, weichte auf. Den etwas höher gelegenen Rasen im riesigen und modernen, aber noch im Bau befindlichen Trainingszentrum erreichten die Profis erst über eine kleine Schotterpiste; am Montag war es eher ein Waten durch den Matsch. Allerdings: An der Costa Blanca ist schließlich kein Kölner zum Vergnügen oder zur Erholung, hier soll malocht, sich optimal auf den zweiten Teil der Saison vorbereitet und möglichst die sportliche Wende nach nur zwei Punkten aus den vergangenen sechs Bundesligaspielen eingeleitet werden. Und wenn der FC am Samstagnachmittag in Heidenheim antritt, werden an der Brenz Temperaturen um den Gefrierpunkt und anhaltender Schneeregen erwartet.

An der Costa del Sol, wo sich der FC im vergangenen Winter vorbereitete und beispielsweise jetzt auch Borussia Dortmund weilt, herrschten nach ebenfalls regnerischen Tagen zuvor am Montag 16 Grad bei einem Sonne-Wolken-Mix. Aber Costa del Sol heißt ja auch „Sonnenküste“ und ist rund 600 Kilometer weiter südlich gelegen. Als der FC im November sein Trainingslager-Domizil gewählt hatte, konnte freilich auch keiner eine solide Wetterprognose stellen. Zumal deutsche Residenten sagen, dass es derzeit ungewöhnlich kalt an der Costa Blanca sei. Aber das alles ist immer auch eine Lotterie wie die „Sorteo de Navidad“, die spanische Weihnachtslotterie mit dem Hauptpreis „El Gordo“ („Der Dicke“), die die Iberer komplett in den Bann zieht und im TV rauf und runter läuft. Am Dienstag allerdings weniger, dann begeht Spanien am Dreikönigstag den wichtigsten Weihnachtsfeiertag.

Leihe mit Kauf-Option für Simpson-Pusey

Und beim FC steigt sozusagen als „Geschenk“ der erste Winter-Neuzugang ins Training ein. Simpson-Pusey wird sich kaum umgewöhnen müssen, in Schottland, wo er zuletzt als Leihspieler von Manchester City bei Celtic Glasgow unter Vertrag stand, ist Schmuddelwetter die Regel denn die Ausnahme. Denn seit Montagabend steht nun fest, was sich bereits seit Tagen angedeutet hatte: Die Kölner leihen den Innenverteidiger aus. Der Vertrag soll eine Kaufoption für den Bundesliga-Elften, aber auch eine Rückkaufoption des Guardiola-Klubs enthalten. Laut Informationen des Transferexperten Fabrizio Romano taxiert City den Wert des Talents aus der eigenen Jugendakademie, die der Rheinländer und frühere FC-Trainer Thomas Krücken leitet, bei zehn Millionen Pfund (rund 11,5 Millionen Euro), die Kölner um Sportdirektor Thomas Kessler sollen allerdings nur knapp sechs Millionen Euro geboten haben.

Das Bild zeigt Jahmai Simpson-Pusey, Spieler von Manchester City, der in der Rückrunde 2025/2026 für den 1. FC Köln auflaufen wird. Foto: IMAGO/Pro Sports Images

Läuft künftig im FC-Trikot auf: Jahmai Simpson-Pusey, hier zu sehen am 26.. Dezember 2025 im Dress von Manchester City

Ob Simpson-Pusey eine Soforthilfe für den in der Defensive personell gebeutelten FC darstellen wird, muss sich erst zeigen. Der Rechtsfuß, der alle Nachwuchsmannschaften von City durchlaufen hat, gilt zwar in Manchester als großes Talent und wurde oft gelobt, doch in der ganz gewiss nicht erstklassigen schottischen Championship kam er nur in einem einzigen Spiel über 64 Minuten zum Einsatz. Für die Europa League hatte er keine Spielberechtigung. Dennoch erhoffen sich die FC-Verantwortlichen einiges von ihm. „Ich erwarte mir von Jahmai Qualität. Aber ich will nicht zu viel erzählen. Lassen wir den Jungen erst einmal ankommen und in unserem Kreis zu Abend essen. Wir haben am Dienstag zwei Einheiten – da sieht man vielleicht schon einiges von ihm“, sagte Kwasniok nach dem Testspiel gegen Lugano. Mit Simpson-Pussey müssen die Kölner Aktivitäten aber noch nicht beendet sein.

Simpson-Pusey soll nicht letzte Winter-Verpflichtung bleiben

Das Transferfenster ist ohnehin bis zum 31. Januar geöffnet. Doch Eile ist schon geboten, denn für die ersten beiden Spielen fallen neben den langzeitverletzten Innenverteidigern Timo Hübers und Luca Kilian auch noch Rav van den Berg (gesperrt) und Joel Schmied (verletzt, Rückkehr erst im Februar) im Abwehrzentrum aus. Der FC will auch noch einen arrivierten Verteidiger verpflichten. Doch wie FC-Verantwortliche in diesen Tagen an der Costa Blanca erklärten, konnte ein Transfer – jedenfalls noch nicht – realisiert werden.

Wie berichtet, handelt es sich dabei um Sebastiaan Bornauw, der von 2019 bis 2021 schon einmal am Geißbockheim gespielt hatte, und nun zum FC zurückkehren und ebenfalls mit Kaufoption ausgeliehen werden sollte. Der Abwehr-Hüne von Leeds United galt als Wunschlösung. Doch dann verletzte sich bei Leeds Stammspieler Joe Rondon. Und Bornauw, der vorher so gut wie gar nicht vom deutschen Trainer Daniel Farke berücksichtigt worden war, rückte plötzlich in die Startelf. Er machte seine Sache so gut, dass er viel Lob von Farke erhielt und der Klub offenbar ein Veto für seinen Weggang eingelegt hat.

Doch endgültig geplatzt ist die Rückhol-Aktion des Belgiers nicht: Leeds hofft, dass Rodon in Kürze zurückkehrt. Zudem soll sich der Erstligist um Verteidiger Danilo Doekhi von Union Berlin bemühen. Der Weggang des Leistungsträgers wiederum dürfte nicht im Interesse eines weiteren ehemaligen Kölners sein: Ex-FC-Trainer Steffen Baumgart.