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„Wir sind sprachlos“Uli Hoeneß macht sich große Sorgen um Musiala

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Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, sitzt beim Daten- und KI-Festival auf der Bühne.

Uli Hoeneß ist der Ehrenpräsident des FC Bayern München.

Jamal Musiala ist im Testspiel gegen Heidenheim erneut kurzzeitig zusammengesackt. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß zeigt sich tief betroffen

Uli Hoeneß hat sich bestürzt und gleichzeitig besorgt über den erneuten Zusammenbruch von Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala gezeigt. „Es ist ein Drama – vor allem für Jamal“, sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München in einem Interview mit RTL und Sky.

Musiala war am Dienstagabend im Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim wenige Minuten nach seiner Einwechslung auf dem Platz zusammengesackt. Bereits drei Tage zuvor hatte er sich in der Partie gegen RB Leipzig in einer ähnlichen Situation kurzzeitig auf dem Spielfeld verloren. In beiden Fällen wurde der 23-Jährige medizinisch behandelt, anschließend vom Platz begleitet und ausgewechselt.

Bayern in Sorge: Jamal Musiala erleidet zweiten Vorfall binnen weniger Tage

„Nach diesen beiden Vorfällen am Samstag und gestern ist das natürlich ein großes Problem – in erster Linie für Jamal als Menschen“, sagte Hoeneß. „Ich gehe mit dem Gedanken an ihn ins Bett und wache auch wieder damit auf.“ Der FC Bayern werde Musiala „bedingungslos und in jeder Hinsicht“ unterstützen.

Mittelfristig stelle die Situation jedoch auch den Verein vor Herausforderungen. „Wir sind im Moment ehrlich gesagt ziemlich sprachlos. Wir konnten uns darauf nicht vorbereiten und müssen erst lernen, damit umzugehen“, erklärte Hoeneß.

Musiala selbst hatte die Vorfälle auf eine neurologische Dysfunktion zurückgeführt. Dabei handele es sich um vorübergehende, kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen. Diese könnten zu Situationen führen, wie sie gegen Leipzig und Heidenheim zu beobachten gewesen seien, schrieb der Spieler am Dienstagabend in den sozialen Medien.

Betreuer und Spieler kümmern sich um Jamal Musiala, der am Boden liegt.

Betreuer und Spieler kümmern sich um Jamal Musiala, der am Boden liegt.

Nach Angaben von Hoeneß war der Verein über die gesundheitlichen Probleme informiert. „Wir haben mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer solchen Häufung“, sagte er.

Erklärung von Jamal Musiala war abgesprochen

Bereits nach dem Spiel gegen Leipzig habe es eine klare Vereinbarung gegeben: Sollte es erneut zu einem solchen Vorfall kommen, werde Musiala selbst öffentlich Stellung nehmen. Genau das geschah nach der Partie gegen Heidenheim.

Der medizinische Begriff „Absence“ bedeutet sinngemäß „Abwesenheit“. Bei Musiala äußerte sich dies in den beiden Spielen durch kurze Phasen, in denen er offenbar nicht ansprechbar war. Absencen gelten als eine Form epileptischer Anfälle. Nach Angaben aus dem Vereinsumfeld waren seine Einsätze gegen Leipzig und Heidenheim jedoch ärztlich umfassend abgestimmt und medizinisch unbedenklich.

Dem Weltmeister von 1974 zufolge liegt dem FC Bayern zudem eine schriftliche Einschätzung der behandelnden Neurologen vor. Darin werde bestätigt, dass „keine Bedenken gegen die Ausübung von Hochleistungssport“ bestünden. „Ohne diese Einschätzung hätten wir fahrlässig gehandelt“, betonte Hoeneß. Seitdem könne man „ein bisschen ruhiger schlafen“. Dennoch müsse sich der Verein erst an die neue Situation gewöhnen.

Ob Musiala bereits am Samstag im Supercup gegen Borussia Dortmund wieder zum Bayern-Kader gehören kann, ist derzeit offen. (mbr/dpa)