Der Klub hat bestätigt, dass der 57 Jahre alte Schwede künftig an der Kölner Bande stehen wird. Für Berglund ist es das erste Engagement im Ausland.
„Bulan“ übernimmt beim KECThomas Berglund ist neuer Trainer der Kölner Haie

Thomas Berglund tritt bei den Kölner Haien die Nachfolge von Kari Jalonen an.
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Der Schwede Thomas Berglund ist nun auch offiziell der neue Trainer der Kölner Haie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Der KEC gab am Donnerstag bekannt, dass der 57-Jährige, der vom nordschwedischen Verein Lulea HF kommt, Nachfolger des Finnen Kari Jalonen wird, der in seine Heimat zurückgekehrt ist. Als Co-Trainer wird Berglund seinen Landsmann Henrik Stridh (56) mitbringen, mit dem er seit neun Jahren zusammenarbeitet.
„Es ist aufregend, ab sofort ein Teil der Haie-Organisation mit einer so großen und begeisterten Fangemeinde zu sein“, wird Berglund in einer Mitteilung des KEC zitiert – und weiter: „In den Gesprächen mit Sportdirektor Matthias Baldys und der Klubführung habe ich schnell gespürt, dass die Haie und ich gut zusammenpassen. Wir teilen eine klare Vorstellung davon, wie wir die nächsten Schritte angehen, Strukturen weiterentwickeln und die Mannschaft optimal auf die Herausforderungen der Saison vorbereiten wollen.“
Wir teilen eine klare Vorstellung davon, wie wir die nächsten Schritte angehen, Strukturen weiterentwickeln und die Mannschaft optimal auf die Herausforderungen der Saison vorbereiten wollen
Dass es Berglund werden würde, der für zwei Jahre in Köln unterschrieben hat, war seit Monaten eine zwar unbestätigte, aber auch nie dementierte Nachricht. Gleich nachdem im vergangenen Oktober bekannt geworden war, dass Jalonen 2026/27 bei Tappara Tampere anheuern werde, berichteten schwedische Medien wie „Aftonbladet“ über den Wechsel zum KEC, der in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist. Und zwar nicht nur deshalb, weil Berglund auch als Kandidat des SC Bern in der finanzstarken Schweizer Liga galt, sich aber für den KEC in der wirtschaftlich kleineren DEL entschied.
Berglunds Karriere ist eng mit Lulea HF verknüpft, einem Traditionsverein, der für harte Arbeit und eine bewusst bodenständige Hockeykultur steht. Insgesamt 33 Jahre seiner Laufbahn als Spieler und Trainer verbrachte er dort. Fast ausschließlich wird er „Bulan“ genannt. Diesen Spitznamen erhielt er, wie er in Interviews erzählte, bereits als Kind. „Bula“ bedeutet auf Schwedisch „Beule“. Nach einem Fahrradsturz hatte er eine am Kopf – daraus wurde „Bulan“, also sinngemäß „der mit der Beule“. 1996 gewann Berglund mit Lulea als Spieler die schwedische Meisterschaft, 2025 führte er den Klub als Trainer zum Titel.
Mit 57 wagt Berglund nun erstmals den Schritt ins Ausland, nachdem er auch als Spieler stets in Schweden geblieben war. „Für Henrik und mich ist es etwas Besonderes, erstmals außerhalb Schwedens zu arbeiten – und das direkt bei einem so renommierten Klub wie den Kölner Haien“, erklärte Berglund. Baldys ließ wissen: „Thomas ist ein erfahrener Trainer, der in Lulea über viele Jahre herausragende Arbeit geleistet hat. Wir haben viele gute Gespräche geführt und schnell das Gefühl bekommen, dass sich Ziele und Werte decken.“
Berglunds Profil ist klar umrissen: In schwedischen Medien wird er meist als emotionaler, direkter, kompromissloser und sehr fachkundiger Trainer eher alter Schule beschrieben – weniger als moderner Management-Coach, sondern eher als leidenschaftlicher Kabinentrainer mit starker persönlicher Autorität. Schaut man sich bei Youtube seine Auftritte an der Bande und in Interviews an, erinnert er in manchen Szenen gar ein wenig an den erfolgreichen und kantigen Bad Tölzer Hans Zach – in schwedischer Version und rund 20 Jahre jünger.
Haie-Coach Thomas Berglund gilt als emotional, kompromisslos und fachkundig
Berglund machte auch schon abseits des Eises Schlagzeilen, etwa in den jüngsten Playoffs der schwedischen Liga. Als ihn ein Journalist des übertragenden Senders „TV4“ in einer Drittelpause fragte, ob er taktische Anpassungen vornehmen werde, antwortete der Coach knapp: „Das werde ich nicht mit dir besprechen.“ Auf die Nachfrage, warum nicht, sagte Berglund: „Wärst du Spieler, würde ich darüber reden – bist du aber nicht“, ehe er davonging. Darüber berichteten schwedische Medien ausführlich.
In den Playoffs 2026 kam Lulea bis ins Halbfinale, in dem Verein in fünf Spielen gegen den späteren Meister Skelleftea AIK unterlag. Zudem erreichte Berglund mit Lulea im Februar das Finale der Champions Hockey League, das gegen Frölunda verloren ging. Seine Erfahrung in diesem Wettbewerb dürfte den Haien zugutekommen, die erstmals seit 2014 wieder für Europa qualifiziert sind.
Als wahrscheinlich gilt zudem, dass Berglund den einen oder anderen schwedischen Profi zu den Haien mitbringen wird. Namen sind bislang allerdings nicht bestätigt. Berglund wird in den nächsten Wochen tageweise zu Besprechungen nach Köln kommen und ab Mitte Juli dauerhaft in der Stadt sein.
