Die Kölner Haie haben ihr Auswärtsspiel in Wolfsburg erfolgreich bestritten und siegten am Ende trotz 1:3-Rückstand noch mit 5:3.
Trotz 1:3-RückstandKölner Haie bescheren sich in Wolfsburg

Die Haie jubeln nach Tor zum 3:2 durch Davon McIntyre
Copyright: IMAGO/Jan Huebner
Weihnachtsurlaub gibt es im Eishockey nicht, die Kölner Haie mussten schon am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertags in der DEL bei den Grizzlys in Wolfsburg antreten. Der Ausflug lohnte sich für die KEC-Profis. Sie machten ein sehr gutes Auswärtsspiel, zeigten eine überzeugende Teamleistung und besiegten die Grizzlys nach 1:3-Rückstand mit 5:3 (1:2, 2:1, 2:0). „Wir haben über 60 Minuten ein starkes Spiel gemacht und gekämpft“, sagte Kölns Doppeltorschütze Maxi Kammerer. An Heiligabend hatten die Haie als Weihnachtsgeschenk für die Fans verkündet, dass Offensivverteidiger Nick Bailen (33/USA) seinen Vertrag mit dem KEC verlängert hat, „langfristig“, wie es in einer Mitteilung hieß.
In der Partie in Wolfsburg verteilten die Haie-Profis, denen Verteidiger Moritz Müller (angeschlagen) und Angreifer Zach Sill (gesperrt für ein Spiel) fehlten, zunächst ein paar Geschenke. Zwar hatten die Kölner am Anfang gute Tormöglichkeiten, leichte Fehler führten allerdings zu zwei Treffern der Grizzlys. Dem 1:0, erzielt vom ehemaligen Hai Lucas Dumont, ging ein verunglückter Pass des sonst sicheren Haie-Torwarts Oleg Shilin voraus (7.). Zwar glich bald Kammerer nach Zusammenspiel mit Louis-Marc Aubry aus (11.). Doch nach einem Stolperer von David McIntyre im Wolfsburger Drittel war Luis Schinko zur Stelle und schoss das 2:1 (15.)
Kölner Haie zu Gast in Wolfsburg: McIntyre trifft zum 3:3
Der kanadische Haie-Center sollte seinen Ausrutscher später doppelt wieder gutmachen, vorher fiel aber der dritte Wolfsburger Treffer, ein Kontertor: Nach Vorarbeit von Thomas Reichel traf Spencer Machacek zum 3:1 (23.). Danach hatten die Kölner im Powerplay Chancen auf den Anschluss, nutzten sie aber nicht. Bei Gleichzahl gelang ihnen das zweite Tor, und zwar auf sehr ungewöhnliche Art: Ein Schuss von Nick Baptiste ging weit an Dustin Strahlmeiers Tor vorbei, der Puck traf eine Kufe von McIntyres Schlittschuh und flog von dort aus ins Netz (30.). Die Haie überstanden danach ein druckvolles Powerplay der Gastgeber. Und machten es selbst bei Überzahl besser: Nach Vorarbeit von Jason Bast setzte McIntyre den Puck in den Winkel, so stand es 3:3 (39.). 16 Tore und acht Vorlagen stehen in der Saisonstatistik des 35-Jährigen.
Im Schlussdrittel unterlief den Wolfsburgern ein grober Patzer: Jordan Murray verlor den Puck in der neutralen Zone, Kammerer schnappte ihn sich, fuhr ein Solo und setzte ihn zum 3:4 in die Maschen (46.) – sein 17. Saisontor bei 14 Assists. In der 53. Minute kassierten die Haie zwei Zweiminuten-Strafen nacheinander an, und so spielten sie 110 Sekunden mit drei gegen fünf – ohne Gegentor. Bei einer Abwehraktion fiel ein Gegenspieler auf Shilin, der auf dem Eis behandelt wurde und weiterspielte. Als Wolfsburg am Ende den Goalie gegen einen Feldspieler tauschte, gelang Andreas Thuresson das 3:5 mit einem Treffer ins leere Tor.
Kölner Haie: Shilin - Austin, Sennhenn - Stanton, Bailen - Roach, Dietz - Glötzl - Baptiste, McIntyre, Bast - Thuresson, Aubry, Kammerer - Üffing, Matsumoto, Olver - Oblinger, Proft. – Zuschauer: 3375. – Schiedsrichter: Gofman, Steingroß. – Strafminuten: Wolfsburg 8/Köln 6. – Tore: 1:0 Dumont (6:39), 1:1 Kammerer (10:56), 2:1 Schinko (14:51), 3:1 Machacek (22:49), 3:2 McIntyre (29:32), 3:3 McIntyre (38:16), 3:4 Kammerer (45:21), 3:5 Thuresson (59:34).

