Das 1:4 gegen Frankfurt, die erste Niederlage nach zuvor 16 Siegen, erklären die Kölner mit emotionaler Ermüdung.
Trainerlos in OlympiapauseWarum Coach Jalonen die Kölner Haie alleine lässt

Haie-Trainer Kari Jalonen gibt Anweisungen.
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Kari Jalonen, Trainer der Kölner Haie, hielt nach dem misslungenen letzten Auftritt seiner Profis vor der Olympiapause eine passende Weisheit bereit. „Zum Sport gehört es, nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu verlieren“, sagte der 66-jährige Finne. Niederlagen könnten sogar lehrreicher als Siege sein, fügte er hinzu – im Hinblick auf das 1:4, das seine Kölner Profis am Dienstag gegen die Löwen Frankfurt, den Tabellenvorletzten der DEL, in der ausverkauften Lanxess-Arena erlitten hatten.
Nach zuvor 16 Siegen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in Serie, wobei die Haie erst am Sonntag einen Ligarekord aufgestellt hatten, war es das erste Null-Punkte-Spiel des KEC seit dem 2. November. Damals hatten sie 0:2 gegen München verloren, anschließend in 26 DEL-Partien nacheinander gepunktet.
Zwar hatten Kapitän Moritz Müller und seine Teamkollegen in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt, sich nicht besonders für Zahlen, Rekorde und Siegesläufe zu interessieren. Ganz zutreffend war das offenbar nicht. Den Rekord hatten sie am Sonntag nach dem 5:2 gegen Nürnberg mit den Fans in der heimischen Halle durchaus gebührend gefeiert, mit Ehrenrunden und viel Applaus. Der emotionale Höhenflug kostete allem Anschein nach Energie. In der Partie gegen Frankfurt fehlte den Haie-Profis jedenfalls Wettkampfspannung, während die Gäste aggressiv auftraten und mehr Einsatz zeigten.
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„Frankfurt war hungriger als wir und hat mehr in das Spiel investiert. Wir waren nicht ganz so da, es hat leider nicht gereicht. Klar hätten wir gerne wieder gewonnen. Es war aber klar, dass wir irgendwann einmal verlieren. Schade, dass es kurz vor der Olympiapause war“, sagte KEC-Angreifer Dominik Bokk.
Pechvogel Maxi Kammerer
Kölner Pechvogel des Abends war Stürmer Maxi Kammerer. Vor der Partie war er geehrt worden, da er gegen Frankfurt seinen 500. DEL-Einsatz absolvierte. Im ersten Drittel verletzte sich der 29-Jährige jedoch, als er unglücklich mit dem rechten Arm in die Bande prallte und ausschied. Nach der Begegnung stand er mit einigen Teamkollegen für ein Jubiläumsfoto zusammen, trug den lädierten Arm dabei in einer Manschette. Wie schwer die Verletzung ist und ob die Olympiapause ausreichen wird, um sie auszukurieren, teilten die Haie zunächst nicht mit.
Jalonen gab seinen Spielern neun Tage frei, bevor in der kommenden Woche das Training in Köln wieder beginnt, geleitet von den Assistenten des Finnen. Der Cheftrainer selbst flog am Mittwoch in die Heimat und wird von dort direkt nach Italien reisen, wo er während der gesamten Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 22. Februar) als TV-Experte für das finnische Fernsehen tätig sein wird.
Für die vier Kölner Olympia-Starter beginnt in den nächsten Tagen die Vorbereitung. Aus dem Haie-Team gehören Frederik Storm und Patrick Russell zum dänischen Aufgebot. Moritz Müller und Parker Tuomie werden für Deutschland aufs olympische Eis gehen. Am kommenden Mittwoch (4. Februar) bestreitet die DEB-Auswahl in Bozen ein Testländerspiel gegen Gastgeber Italien, bevor am 12. Februar das olympische Turnier mit der Partie gegen Dänemark beginnt. Es folgen Vorrundenspiele gegen Lettland (14. Februar) und einen Tag später gegen die USA.
Der KEC kehrt erst am 25. Februar zurück aufs Eis in der DEL, mit einem Heimspiel gegen Dresden. Danach stehen noch sieben Hauptrundenbegegnungen auf dem Programm, ehe im März die Playoffs beginnen. Aufgrund der vielen Siege sind die Kölner Haie schon für das Viertelfinale qualifiziert.

