Leon Draisaitl ist im Spiel gegen die Anaheim Canucks ein echter Kunstschuss gelungen. Nach dem Spiel äußerte sich der Kölner NHL-Star bescheiden.
Kölner NHL-StarDraisaitl verzückt Kommentatoren mit Zaubertor – „Das ist nicht fair“

Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers sieht zu, wie der Puck an Torwart John Gibson der Anaheim Ducks vorbei ins Netz geht.
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Bislang war der Kölner Eishockey-Überflieger Leon Draisaitl für seine präzisen Pässe und gefürchteten Direktabnahmen bekannt. Beim 6:2 der Edmonton Oilers gegen die Anaheim Ducks in der weltbesten Eishockey-Liga NHL zeigte der 27-Jährige nun eine weitere, spektakuläre Facette in seinem Spiel.
Der Kölner traf am Mittwochabend (Ortszeit) in der vorletzten Minute des zweiten Drittels zum 6:1, indem er den Puck mit dem Schläger zwischen den eigenen Beinen und hinter dem Körper in den Kasten lenkte. „Das ist instinktiv die Situation gelesen, sehr schöner Pass und es hat dann glücklicherweise geklappt“, sagte der 27-Jährige nach dem Spiel bescheiden.
Oilers-Kommentator Jack Michaels: „Das ist nicht fair“
Das Tor wurde in den sozialen Netzwerken rege geteilt und kommentiert. Besonderen Spaß machte der Treffer offenar den Eishockey-Kommentatoren Louie de Brusk und Jack Michaels, die für ihre leidenschaftlichen Kommentare bei Spielen der Oilers bekannt sind. Beide kicherten amüsiert vor sich hin, als sie realisierten, auf welche Weise Draisaitl der Treffer gelungen war. „Das ist nicht fair“, sagte Michaels schließlich lachend. „Er hat ein besonderes Bewusstsein darüber, wo sich der Towart befindet“, erklärte De Brusk erstaunt.
Auch Draisaitl selbst konnte sich ein Grinsen auf der Bank nicht verkneifen. Große Auswirkungen auf das Spiel hatte der 23. Saisontreffer aber nicht mehr, die Oilers dominierten die schwachen Ducks schon zuvor nahezu mühelos. „Es gab ein paar wacklige Situationen hinten, aber sonst haben wir das souverän gewonnen und verdient gewonnen“, sagte Draisaitl.
Bereits nach dem ersten Drittel stand es 4:1 für die Kanadier, die von den fünf Spielen zuvor nur eins gewonnen hatten und die Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze in der NHL dringend brauchten. Nach der Hälfte der Saison gab sich Draisaitl deswegen auch nicht sonderlich zufrieden und betonte, am wichtigsten sei, sich überhaupt erst mal für die Playoffs zu qualifizieren. „Bisschen inkonstant, zu viele inkonstante Wochen. Es ist sehr eng in der Tabelle logischerweise, wir müssen jetzt mal anfangen, dass wir ein paar Punkte und ein paar Siege in Folge holen“, sagte er.
„Offensiv müssen wir nicht viel ändern, defensiv müssen wir denke ich schauen, dass wir aus unserer eigenen Zone ein bisschen schneller rauskommen. Wenn wir da weniger Zeit verbringen, geben wir auch weniger Chancen ab.“
Draisaitl äußert sich zur Bundestrainersuche
Zur Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen Bundestrainer Toni Söderholm hat sich Draisaitl ebenfalls geäußert. Er habe Vertrauen in den deutschen Verband: „Ich habe das natürlich verfolgt und wünsche Toni sehr viel Glück in Bern. Das ist logischerweise nicht meine Entscheidung, wie es da weitergeht. Was auch immer passieren wird, wird mit Sicherheit eine gute Entscheidung werden“, so der Star-Center.
Auf die Frage, ob eine zeitnahe Entscheidung notwendig sei, antwortete der Kölner: „Ich denke, dass die Leute, die oben drin sitzen und die Entscheidung treffen, die wissen schon, was sie zu tun haben.“ Seit Mitte November sucht der Deutsche Eishockey-Bund einen Nachfolger für den Finnen Söderholm, der als Club-Trainer in die Schweiz gewechselt ist.
Sportdirektor Christian Künast sagte kurz vor Weihnachten, dass bis zum U25-Lehrgang im Februar eine Lösung gefunden sein soll. Es solle „in sechs bis acht Wochen“ eine Entscheidung getroffen werden, hieß es. Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Mai in Lettland und Finnland beginnt Anfang April. (oke, dpa)
