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2:2 gegen AueKarnevals-Frust beim FC Viktoria Köln

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3. Fussball Bundesliga. Viktoria Köln - Erzgebirge Aue, 24. Spieltag, am 13.02.2026 Enttäuschte Gesichter bei Lucas Wolf Viktoria Köln, 21, und Leonhard Münst Viktoria Köln, 5,  3. Fussball Bundesliga. Viktoria Köln - Erzgebirge Aue, 24. Spieltag, am 13.02.2026, Sportpark Höhenberg. DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. *** 3 Soccer Bundesliga Viktoria Köln Erzgebirge Aue, 24 Matchday, on 13 02 2026 Disappointed faces at Lucas Wolf Viktoria Köln, 21 , and Leonhard Münst Viktoria Köln, 5 , 3 Soccer Bundesliga Viktoria Köln Erzgebirge Aue, 24 Matchday, on 13 02 2026, Sportpark Höhenberg DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Erlhofx

Frust bei Lucas Wolf (l.) und Leonhard Münst

Defensiv-Fehler und eine schlechte Schiedsrichter-Leistung verhindern einen wichtigen Heimsieg in Höhenberg.

Zwar dröhnten am Freitagabend die üblichen Karnevalsklassiker durch die Lautsprecher des Höhenberger Sportparks, doch nach Feiern war beim FC Viktoria Köln niemandem zumute. Zu ärgerlich war das 2:2 (1:0) gegen den FC Erzgebirge Aue nach einer 2:0-Führung. Mit einem Sieg hätte man die Sachsen wohl endgültig distanzieren können. So bleibt das Polster auf die Abstiegsränge zwar vergleichsweise komfortabel, aber eben nicht beruhigend – wie es nach diesem Spielverlauf hätte sein müssen. „Maximal bitter, mehr ist dazu nicht zu sagen“, meinte Simon Handle. „In vielen Teilen war es ein sehr, sehr gutes Spiel. Genau wie wir es uns vorgenommen hatten“, so der Routinier. „Wir haben unsere Chancen und machen zwei Tore. Das muss zu Hause eigentlich für einen Sieg reichen. Wir müssen unser Tor schlicht besser verteidigen.“

Viktoria gibt 2:0-Führung aus der Hand

Benjamin Zank nach einer schönen Kombination (21.) und ein kurioses Eigentor von Tristan Zobel (56.) hatten für eine verdiente 2:0-Führung gesorgt, ehe das Spiel durch eine Mixtur aus Defensivschwächen und Fehlentscheidungen des Schiedsrichters kippte. Bereits in der ersten Halbzeit hatte Referee Martin Wilke den Unmut der Viktoria auf sich gezogen, als er ein hartes Einsteigen des Auers Vincent Ocansey gegen den Kopf von Verthomy Boboy lediglich mit Gelb ahndete. Nachdem der FC Erzgebirge in der zweiten Halbzeit mit seiner ersten gefährlichen Aktion durch Marcel Bär (63.) zum Anschluss gekommen war, verweigerte Wilke der Viktoria einen Strafstoß, als nach einem Foul von Keeper Martin Männel an Zank die Pfeife stumm blieb. Im Gegenzug ertönte dann ein Pfiff, doch Leonhard Münst hatte vor dem Strafraum den Ball gespielt. Der folgende Freistoß landete am Pfosten, den Abpraller drückte Jannic Ehlers zum 2:2-Endstand über die Linie (82.). „In der Kombination und der Dynamik des Spiels ist es maximal ärgerlich“, sagte Viktorias Trainer Marian Wilhelm. „Für mich ist das eine ein klarer Elfmeter und das andere eindeutig kein Freistoß, weil Leo den Ball spielt. Wenn der Schiedsrichter gefährliches Spiel pfeift, dann muss der Freistoß indirekt sein.“

Für die ersten 60 Minuten gab es von Wilhelm viel Lob für seine Mannschaft. „Wir haben guten Fußball gespielt, viele gefährliche Situationen heraufbeschworen“, sagte der Coach. Gerade im Zentrum lief der Ball teilweise sehr ansehnlich. Münst, Florian Engelhardt und Lucas Wolf konnten sich auch unter Bedrängnis immer wieder fußballerisch befreien und viele Angriffe initiieren. Zank machte im Sturmzentrum sein wohl bislang stärkstes Ligaspiel für die Viktoria, der 21-Jährige gewann viele Kopfballduelle und funktionierte gut als Wandstürmer.

Keine freien Tage für die Viktoria-Profis

Ein Abstimmungsfehler auf der rechten Seite, als sich Meiko Sponsel und Soichiro Kozuki mit einem einfachen Doppelpass überlisten ließen, brachte Aue zum Anschlusstreffer und zurück ins Spiel. „So dürfen wir nicht verteidigen. Sie kommen zu leicht über den Flügel durch und im Strafraum verteidigen wir nicht mannorientiert“, kritisierte Viktorias Sportvorstand Franz Wunderlich. „Der Anschlusstreffer fällt zu früh. Dann beginnt es in den Köpfen. Die eine Mannschaft hat plötzlich etwas zu verlieren. Die andere kann nur noch gewinnen.“ Aus seiner Sicht sei die Punkteteilung leistungsgerecht. „Aue wollte es in der zweiten Halbzeit mehr, wir hatten ein bisschen den Köttel in der Buxe.“ In der Schlussminute stand sogar das Unentschieden auf der Kippe: Nach einem katastrophalen Pass von David Otto im Spielaufbau musste Keeper Arne Schulz in höchster Not klären.

Im neuen Jahr kommt die Viktoria noch nicht richtig voran. In den fünf Spielen gegen Abstiegskandidaten oder direkte Tabellennachbarn gelang den Kölnern nur ein Sieg, das 2:0 gegen Saarbrücken. Zu wenig, um entspannt über die Karnevalstage durchatmen zu können. Weshalb Coach Wilhelm auch rigoros durchgriff: Mit einem Sieg gegen Aue hätten sich seine Profis drei freie Tage verdient. Nun gab es keinen einzigen.

Viktoria Köln: Schulz – Sponsel, L. Dietz, Boboy (46. Eisenhuth) – Kozuki (71. Tonye), Wolf, Münst, Engelhardt (71. Ronstadt), Handle – Otto – Zank. – Zuschauer: 2641. – Tore: 1:0 Zank (21.), 2:0 Zobel (56./Eigentor), 2:1 Bär (63.), 2:2 Ehlers (82.).