Die Kölner Bundesliga-Fußballerinnen stecken in einem Tief, zuletzt gab es ein 1:2 bei Union Berlin
FrauenfußballDie Entwicklung der FC-Frauen stockt

Eileen Campbell (links) erzielt den Siegtreffer für Union Berlin.
Copyright: IMAGO/Contrast
Die Erwartungen rund um die Bundesliga-Fußballerinnen des 1. FC Köln sind in den vergangenen Monaten aufgrund des sportlichen Aufschwungs in der Hinrunde gestiegen. Damit geht allerdings einher, dass sich die Kölnerinnen immer häufiger in der Favoritenrolle wiederfinden.
Das wiederum erweist sich in diesen Wochen als Fluch der guten Tat – denn die FC-Frauen tun sich wiederholt schwer gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Schon vor Weihnachten ließen die Kölnerinnen beim 0:1 gegen Jena drei Punkte liegen, die eingeplant waren. Und seit der Winterpause kamen zunächst das enttäuschende 0:0 zu Hause gegen die SGS Essen und am Freitagabend das 1:2 bei Union Berlin hinzu.
FC hätte um Europapokal-Platz spielen können
Die acht verpassten Zähler aus diesen Begegnungen tun weh – wäre der FC damit doch mitten im Rennen um die internationalen Startplätze und stünde noch besser da als es mit den 25 Punkten zweifellos immer noch der Fall ist.
Alles zum Thema Fußball-Bundesliga
- Fußball-Bundesliga Torwartfehler im Krisengipfel: St. Pauli besiegt Werder
- Nachwuchsfußball Bayer 04 Leverkusen gewinnt mit viel Arbeit und einem Traumtor
- Bundesliga der Fußballerinnen Torwartpatzer leitet klaren Bayern-Sieg gegen Wolfsburg ein
- Pokalkracher im Halbfinale Bayer 04 Leverkusen empfängt den FC Bayern München
- Ragnar Aches Gesamtkunstwerk Ein Tor für den 1. FC Köln wie ein Gemälde
- Fußball-Bundesliga „Das ist zu wenig“: Gladbach stürzt noch tiefer in die Krise
- Frauenfußball Die Entwicklung der FC-Frauen stockt
Aber der nächste Entwicklungsschritt will partout nicht gelingen. Es ist mittlerweile ein Muster zu erkennen. Gegen die Top-Teams der Liga präsentiert sich das Team ebenbürtig und wirft alles in die Waagschale. Schlüpfen die Kölnerinnen aber selbst in die Favoritenrolle, bleiben die Ergebnisse noch viel zu oft aus. Auch das Pokal-Aus beim Zweitligisten SC Sand im Herbst sei in diesem Zusammenhang erwähnt.
Dazu kommt, dass die Offensive der Kölnerinnen in diesen Wochen gewaltig hakt. Die Leichtigkeit aus der Hinrunde scheint abhandengekommen. Sandra Jessen, die vor der Winterpause mit ihren Toren noch das Interesse englischer Top-Vereine auf sich lenkte, ist im Jahr 2026 noch ohne Treffer und wartet nach ihren neun Saisontreffern seit nunmehr 402 Minuten auf ihr nächstes Erfolgserlebnis.
Doch die Sturmmisere liegt keineswegs nur an der Isländerin. In Berlin etwa hätte Weronika Zawistowska nach sechs Minuten zwingend freistehend das 1:0 für den FC erzielen müssen, scheiterte aber an der gegnerischen Torhüterin. „Das ist der Unterschied zu uns, dass wir unsere Chancen gerade nicht nutzen. Wenn wir das am Anfang des Spiels machen, dann sieht es vielleicht ganz anders aus“, sagte Kölns Trainerin Britta Carlson, „dann haben wir eine andere Stimmung, auch wenn das Fußballspiel vielleicht dann nicht perfekt läuft.“
Nach der Länderspielpause wartet der FC Bayern
Immerhin: Pauline Bremer traf in ihrem zweiten Spiel in Folge als Jokerin, nachdem sie zur zweiten Hälfte eingewechselt worden war. Aber mittlerweile sind die FC-Frauen seit vier Spielen ohne Sieg, wobei zunehmend ein mentales Problem eine Rolle zu spielen scheint: „Wir sind im Moment einfach, was den Ballbesitz betrifft, zu unruhig und zu ungenau“, konstatierte Carlson, „weil wir da ein bisschen verkopft sind und alles dann unbedingt erzwingen wollen, anstatt auch mal Situationen für uns zu nutzen.“
Zudem müsse zwingend mehr Gefahr aus ruhenden Bällen entstehen: „Das ist so, dass wir unsere Standards gerade gar nicht gut ausspielen, sicherlich ordentlich verteidigen, aber selbst die Chancen, die wir durch Standards haben, nicht nutzen. Das ist dann schade. Wenn das Spiel mal nicht so läuft, kann auch ein Standard-Tor mal helfen und Standards haben wir genug. Es geht jetzt darum, daran zu arbeiten.“
Bis zur nächsten Ligapartie hat Carlson nun viel Zeit, denn es geht erst nach der Länderspielpause am 15. März gegen Bayern München weiter. Die für die Kölnerinnen gute Nachricht: Favoritinnen sind sie gegen den Deutschen Meister nicht.

