Das Kölner Frauenteam setzt sich gegen Münster durch und hofft auf Rückenwind für die Sportart.
FutsalPanthers Köln sind erstmals Deutscher Meister

Grenzenloser Jubel bei den Futsal Panthers Köln
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Nach zwölf Jahren haben sie es endlich geschafft. Die Futsal Panthers Köln sind Deutscher Frauen-Meister. In der Sportschule Wedau setzten sich die Kölnerinnen die nationale Krone ihrer Sportart auf. Im Schatten von König Fußball steht die technisch anspruchsvollere, temporeichere Hallenvariante schon länger. Dazu kamen in den letzten Jahren auch unterhaltungsorientierte Kleinfeld-Ligen wie Baller- oder Icon League. Umso bemerkenswerter ist der Erfolg des Kölner Frauenteams.
Herren-Trainer hilft bei den Frauen aus
Das hat zwar mit allen gängigen Problemen einer Randsportart zu kämpfen. Neben den Trainingsstätten, die in vier verschiedenen Schulturnhallen über die Stadt verteilt sind, beschäftigt Marie Berwinkel auch das Thema „Trainerin bzw. Trainer“. „Wir haben niemanden der diesen Posten aktuell begleitet“, sagt die junge Frau aus dem Vorstand. Beim Finalturnier in Duisburg kam etwa Amin Katani unterstützend dazu. Der trainiert eigentlich die männliche Panthers-Mannschaft in der Bundesliga. Nun half er dem Damenteam auf seinem Weg zum Premieren-Titel.
Über die Vorrunde mit zwei Siegen gegen Donzdorf (2:1) und den WSV Hamburg (3:0) hatten sich die Panthers bis ins Halbfinale gegen Union Berlin vorgespielt. Dort siegten die Außenseiterinnen mit 4:3 im Sechs-Meter-Schießen. Noch spannender wurde es im Endspiel gegen Münster. „Die kennen wir aus dem regulären Saisonbetrieb in der Regionalliga. Wenn wir 50-mal gegen sie antreten, verlieren wir bestimmt 40-mal“, berichtet Mara Breuer von den Kräfteverhältnissen. Wie Marie Berwinkel spielt sie eigentlich selbst bei den Panthers, konnte die Deutsche Meisterschaft verletzungsbedingt aber nur als Zuschauerin verfolgen. Dass es dieses Mal für den großen Wurf reichte, lag vor allem an der starken Defensive. Kein einziges Gegentor ließen die Außenseiterinnen aus dem Kölner Westen gegen den Titelverteidiger zu. Im folgenden Sechs-Meter-Schießen sicherten sie sich dann den Titel mit 4:3.
Panthers hoffen auf Rückenwind durch die Meisterschaft
„Dieser Sieg bringt uns schon Aufmerksamkeit“, freute sich Berwinkel über die Wertschätzung von Sponsoren und eine angekündigte Ehrung durch den Fußball-Verbands-Mittelrhein. Ob ihre erste Deutsche Meisterschaft die Situation der Panthers längerfristig verbessert, bleibt indes abzuwarten. Dabei haben Berwinkel und Co. gute Argumente: „Wenn man nach Spanien oder Portugal schaut, ist dort zu sehen, wie der Fußball auch vom Futsal profitieren kann“, sagt sie. Dort werden viele Jugendliche auf dem engeren Futsal-Spielfeld, mit kleinerem, weniger sprungfähigen Ball und einer Netto-Spielzeit von 2 x 20 Minuten geschult und bekommen so einen Vorsprung in Technik, Schnelligkeit und Robustheit. „Bei uns gibt es wenige im Verein, die eine Futsal-Trainer-Lizenz haben“, macht Berwinkel auf diesen Missstand aufmerksam. „Aber der Verband ist dran und versucht es dem Frauen-Futsal noch leichter zu machen.“ Die Meisterschaft könnte sich auch in diesem Bereich als Katalysator erweisen. „Wenn wir mehr Trainerinnen und Trainer hätten, könnten wir perspektivisch auch Jugendteams aufbauen“, sagt Berwinkel – und hofft auf nachhaltige Impulse durch den Titelgewinn für ihre Sportart.

