Der Pokalsieg ist die verdiente Krönung einer nur auf den ersten Blick unspektakulären Saison des Drittligisten.
KommentarViktoria Köln hat sich für einen Kraftakt belohnt


Die Viktoria-Profis feiern den Gewinn des Mittelrheinpokals.
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Elf Mittelrheinpokalfinal-Teilnahmen, elf Siege. Die Bilanz des FC Viktoria (neun Titel) und seines Vorgängervereins SC Viktoria (zwei) dürfte bundesweit einmalig sein. Das 6:5 im Elfmeterschießen gegen die Fortuna nach 120 Minuten im Höhenberger Glutofen war ein verdienter Derbysieg und Lohn für eine beeindruckende Saison. Die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm war ihrem künftigen Drittliga-Rivalen fußballerisch und am Ende körperlich überlegen. Vorerst bleibt die Viktoria die Nummer zwei der Stadt. Der Vorsprung ist nicht groß, doch die Fortuna bekam noch einmal vor Augen geführt, worin der Unterschied zwischen Regional- und Dritter Liga besteht.
Viktoria kann sich zudem nach einer komplizierten Saison über etwas Zählbares freuen. Rang elf in der Liga nach einem Jahr ohne Abstiegssorgen ist auf den ersten Blick solide, aber wenig glanzvoll. Der Titel und die Qualifikation für den DFB-Pokal kamen da gerade recht. Allerdings ist auch die Liga-Platzierung im Kontext des umfassenden personellen Umbruchs ein Triumph.
Neuaufbau hervorragend umgesetzt
Rückblick aufs Mittelrheinpokalfinale 2025: Trainer Olaf Janßen und Sportchef Stephan Küsters führten das Team um Toptalent Said El Mala, die Torjäger Tyger Lobinger und Semih Güler sowie Flügelflitzer Sidny Cabral zum Titel. Zwölf Monate später ist keiner der Protagonisten mehr im Verein. Dem 1. FC Köln gelang vor allem dank El Mala der Bundesliga-Klassenerhalt, Cabral spielte unter José Mourinho in der Champions League und fährt nun mit den Cap Verden zur WM. Ein enormer Aderlass in Höhenberg. Von 26 Pokalsiegern 2025 waren 2026 nur noch sechs im Viktoria-Kader.
Doch Trainer Wilhelm, Sportchef Valentin Schäfer und Klubchef Franz Wunderlich setzten den Neuaufbau hervorragend um – trotz großer finanzieller Zwänge. Die wichtigen Transfers saßen, der fußballerische Ansatz funktionierte auch mit frischen Kräften. Allerdings ist die gute Arbeit Fluch und Segen. Denn im Sommer droht der nächste Umbruch, wenn auch ein kleinerer. Leistungsträger wie Tim Kloss, Leonhard Münst oder Lucas Wolf dürften nur schwer zu halten sein. Auf dem Weg zum zwölften Pokaltitel wartet also mal wieder ein Kraftakt auf die Viktoria.
