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Kölner Kreisliga-SkandalSC West fordert Funktionäre des Fußballkreises Köln zum Rücktritt auf

4 min
SC West Koeln Deutschland Datum: 07.10.2016

SC West Cologne Germany date 07 10 2016

Der SC West Köln tritt in der Saison 2026/2027 in der Kreisliga B an. 

Der Klub nimmt nach dem Weg durch mehrere Instanzen den Abstieg in die Kreisliga B keineswegs klaglos hin und positioniert sich in zwei Statements. 

Der SC West hat nach langen Verhandlungen und dem Weg über mehrere sportgerichtliche Instanzen den Abstieg in die Fußball-Kreisliga B keineswegs klaglos hingenommen. In zwei Statements brachte der Ehrenfelder Klub seine massive Enttäuschung über die Ereignisse der vergangenen Wochen zum Ausdruck und forderte als Konsequenz mehrere Funktionäre zum Rücktritt auf.

Ursache der Verbitterung ist die Neuansetzung des Spiels zwischen dem FC Pesch II und dem ESV Olympia. Der Schiedsrichter hatte die Partie der Kreisliga A am 13. Juni beim Stand von 4:3 für den ESV Olympia kurz vor Schluss abgebrochen, weil er sich von einem Spieler des FC Pesch bedrängt und bedroht fühlte. In erster Intanz wertete das Kreissportgericht die Begegnung mit 2:0 für den ESV Olympia und verhängte eine Sperre von sechs Spielen gegen den Pescher Spieler, der dem Schidsrichter aggressiv gegenübergetreten sein soll. Wäre es bei dieser Entscheidung geblieben, wäre der FC Pesch II in die Kreisliga B abgestiegen, der SC West hätte den Klassenerhalt sicher gehabt.

Antrag des SC West auf Erweiterung der Liga wird abgelehnt

Das Bezirkssportgericht kassierte das Urteil allerdings und setzte das Match neu an, weil der Schiedsrichter nicht alle Möglichkeiten zur Fortsetzung des Spiels ausgeschöpft habe. Die Wiederholungspartie fand Mitte Juli und damit nicht mehr in der Saison 2025/2026, sondern in der Spielzeit 2026/2027 statt. Das ermöglichte es dem FC Pesch mit seinem Landesliga-Team anzutreten, weil kein Spieler festgespielt war. Von dieser Möglichkeit machte der Klub vollumfänglich Gebrauch und setzte sich im Wiederholungsspiel mit 4:2 durch. Pesch war gerettet, der SC West rutschte auf einen Abstiegsplatz.

Der SC West bemühte sich um einen Kompromiss und  beantragte, die Staffel der  Kreisliga A von 16 auf 17 Mannschaften aufzustocken, doch das wurde abgelehnt. 

„Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben bei uns tiefe Enttäuschung, Fassungslosigkeit und Unverständnis hinterlassen. Der SC West möchte unmissverständlich klarstellen, dass wir uns vom Verhalten des FC Pesch ebenso im Stich gelassen fühlen wie von den Entscheidungen der zuständigen Sportgerichte, des Kreisvorstands, des Spielausschusses und des Fußball-Verbands Mittelrhein“, heißt es in dem Statement des Klubs.Und weiter: „Dass dieses Spiel überhaupt wiederholt wurde, ist für uns bis heute nicht nachvollziehbar. Noch weniger nachvollziehbar ist, dass dem FC Pesch im Wiederholungsspiel der Einsatz seines Landesliga-Kaders ermöglicht wurde. Und selbst am Ende gab es noch die Möglichkeit, im Sinne der Fairness und Gerechtigkeit die Kreisliga A für eine Saison temporär aufzustocken, um den offensichtlichen Härtefall für den SC West zu vermeiden. Auch dieser Weg wurde nicht gegangen."

Zudem beklagt der SC West: „Für unseren Verein, unsere Mitglieder, unsere Ehrenamtlichen und unsere Spieler, die sich die gesamte Saison über mit Leidenschaft und Herzblut eingesetzt haben, ist das ein schwerer Schlag. Wir sind zutiefst enttäuscht – und werden diesen unsportlichen Abstieg niemals als gerecht empfinden.“

Im zweiten Schritt forderten die Ehrenfelder personelle Konsequenzen: „Die Entscheidungen der vergangenen Wochen haben aus unserer Sicht eindrucksvoll gezeigt, dass diese Verantwortlichen das Vertrauen eines großen Teils der Fußballgemeinschaft verloren haben. Wer den Amateurfußball repräsentiert, muss Fairness, Glaubwürdigkeit und den Schutz des Sports über alles andere stellen. Genau das ist nach unserer Überzeugung nicht geschehen.“

Amateurfußball lebt nicht von Paragraphen allein. Er lebt von Leidenschaft, Fairness, gesundem Menschenverstand und dem Willen, gerechte Lösungen zu finden. Wer diese Werte aus den Augen verliert, sollte nicht länger über die Zukunft von Vereinen und Spielern entscheiden dürfen
Aus dem Statement des SC West

Zudem: „Amateurfußball lebt nicht von Paragraphen allein. Er lebt von Leidenschaft, Fairness, gesundem Menschenverstand und dem Willen, gerechte Lösungen zu finden. Wer diese Werte aus den Augen verliert, sollte nicht länger über die Zukunft von Vereinen und Spielern entscheiden dürfen. Der Fußball im Kreis Köln braucht endlich einen Neuanfang. Er braucht Verantwortliche, die den Sport nicht nur verwalten, sondern ihn verstehen, leben und schützen. Verantwortliche, die den Menschen auf den Sportplätzen zuhören, anstatt sich hinter Entscheidungen zu verschanzen, die weite Teile der Fußballgemeinschaft nicht mehr nachvollziehen können. Aus diesem Grund fordern wir Werner Jung-Stadie, Markus Vogelsberg, Eugen Müller, Kai Köhler, Martina Lambertz und Norbert Schneider auf, persönliche Verantwortung zu übernehmen und ihre Ämter unverzüglich niederzulegen. Der Amateurfußball im Kreis Köln hat Besseres verdient.“