Der 32-Jährige spricht im Interview über seine Rolle als erfahrener Spieler in der U 21.
Marvin Ajani vom 1. FC Köln„Es geht darum, die Potenziale aus den Talenten herauszukitzeln“

Marvin Ajani (rechts) ist bei der U 21 des 1. FC Köln einer der erfahrenen Spieler.
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Herr Ajani, hinter der U21 des 1. FC Köln liegt ein größerer personeller Umbruch. Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft und welchen Einfluss hatte das Trainingslager in Hennef auf das Teambuilding?
Ich habe einen sehr guten Eindruck. Sowohl die Jungs, die aus der U 19 hochgekommen sind, als auch die externen Neuen machen es super. Die Dynamik im Training war überraschend gut. Eigentlich braucht das nach einem Umbruch immer etwas Zeit, aber alle haben die Inhalte schon sehr gut umgesetzt. Hennef hat uns gutgetan. Wenn man eine Woche auf einem Fleck verbringt, lernt man die Leute besser kennen.
Sie haben in Ihrer Karriere viel erlebt mit 205 Einsätzen in der Dritten Liga und 21 Spielen in der Zweiten Liga. Was macht für Sie den Reiz aus, sich jeden Sommer diesen bisweilen massiven Veränderungen in Köln zu stellen?
Ich komme mit allen gut klar und es macht mir Spaß, den Jungs dabei zu helfen, den nächsten Schritt zu gehen. Nehmen wir beispielsweise Cenny Neumann. Am Anfang waren wir auf unserer Position Konkurrenten. Trotzdem habe ich ihn immer gepusht, denn es geht darum, die Potenziale aus den Talenten herauszukitzeln. Das ist hier mein Job. Das Sportliche für mich stelle ich in den Hintergrund, denn es geht um die Jungs. Ein Umbruch bedeutet auch immer, dass neue Spieler und neue Charaktere dazukommen und eine neue Aufgabe entsteht.
Wie fällt Ihre Bilanz nach dem ersten Jahr beim FC aus?
Ich bin sehr zufrieden. Ich habe mehr gespielt als ich es erwartet hatte. Ich hatte gedacht, dass ich mich zugunsten der Talentförderung öfter mal auf die Bank setze, aber ich habe meinen Job dann auch auf dem Platz gut erledigt, denke ich.
Wie stark waren gerade Sie als älterer Spieler gefordert, als die U21 fünfmal in Folge verloren hat?
Du hast gemerkt, dass das in den Köpfen eine Rolle spielte. Wir haben einfach versucht, mit Lockerheit weiterzuspielen. Wir hatten eine Saison, in der wir in der Rückrunde im Tabellen-Mittelfeld standen und weder hoch noch runter kamen. Das dann so eine Phase mal kommt, kenne ich auch aus meiner Vergangenheit. Da musst du die Jungs ein bisschen mehr anfeuern und anzünden.
Sie kennen das Innenleben einer zweiten Mannschaft aus Düsseldorf, damals noch als Nachwuchsspieler. Was waren Ihre Erfahrungen und inwieweit helfen diese jetzt als Routinier beim FC?
Wir hatten bei Fortuna Düsseldorf Christian Weber als erfahrenen Spieler bei uns. So wie er es gemacht hat, war es für uns junge Spieler ganz gut. Er hat eine gewisse Lockerheit reingebracht. Da habe ich mir einiges abgeschaut. Man erreicht die Jungs mit einer gewissen Lockerheit besser, als wenn man draufhaut.
Wenden sich die jungen Spieler mit Fragen an Sie?
Absolut. Wir haben beispielsweise einen großen Kader. Es werden bald die ersten Kader-Entscheidungen getroffen. Da ist es auch meine Aufgabe, die Jungs aufzufangen. Ich habe einigen Jungs bereits von meiner Zeit in Aachen in der Oberliga erzählt, als ich keine Rolle gespielt habe in der zweiten Mannschaft. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben. Man gibt weiter Gas und dann bekommt man seine Chance. Bei vielen klappt es trotzdem nicht, das ist die Realität des Fußballs.
Wir sollten schauen, was die Saison bringt und alles mitnehmen, was geht
Es gab auch einen Trainerwechsel. Wie ist die Zusammenarbeit mit Manuel Hartmann?
Genau wie Evangelos Sbonias davor ist Manuel Hartmann jemand, der sehr viel mit uns spricht. Das gibt uns ein gutes Gefühl und lässt uns gut spielen. Manu kennt schon einige Spieler aus der Akademie und ist sehr lange im Verein.
Sie haben den großen Kader angesprochen, der auch viel Qualität hat. Schielen Sie in dieser Saison Richtung Aufstieg?
Grundvoraussetzung ist, dass wir unsere Leistung auf den Platz bekommen. Schalke hätte es letztes Jahr mit etwas mehr Konstanz schaffen können, aber dann merkt man eben auch, dass es eine U 21 ist. Dann passiert im Winter etwas, Spieler gehen zu den Profis oder verlassen den Verein. Deswegen würde ich nie so ein Ziel ausrufen, sondern schauen, was die Saison bringt und alles mitnehmen, was geht.
