Im letzten Heimspiel der Drittliga-Saison müssen die Höhenberger eine klare Niederlage hinnehmen.
Schwache erste HalbzeitViktoria Köln kassiert 0:3 gegen Alemannia Aachen

Faton Ademi bejubelt das 1:0 für Aachen, die Viktoria-Defensive kann es nicht fassen.
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Der Sportpark Höhenberg bebte am frühen Sonntagabend, knapp zwei Drittel der 7153 Fans waren begeistert davon, was sie in den vergangenen zwei Stunden gesehen hatten. Allerdings war es die schwarz-gelbe Mehrheit, die sang und applaudierte. Denn Alemannia Aachen hatte am vorletzten Drittliga-Spieltag ein gefühltes Heimspiel beim FC Viktoria gefeiert und verdient 3:0 (3:0) gewonnen. Die Höhenberger waren offensiv harmlos geblieben und hatten defensiv eklatant gepatzt. Aachen, die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde, nutzte die Fehler eiskalt und gewann verdient.
Zur Rebellions-Melodie aus „Star Wars“ waren vor Anpfiff des letzten Liga-Heimspiels der Kölner eine Reihe von Profis verabschiedet worden. Allen voran Simon Handle, Viktorias Drittliga-Rekordspieler, der überraschend seine Karriere beendet und als Vereinslegende geehrt wurde. Etwas unter ging, dass in Florian Engelhardt und Tobias Eisenhuth zwei wichtige Mittelfeldspieler ebenfalls Erinnerungsfotos überreicht bekamen – die Viktoria hatte sich jeweils gegen die Verlängerung der Verträge entschieden. Aufgelöst wurde der Vertrag von Soichiro Kozuki. Verabschiedet wurden zudem Robin Velasco, Ersatzkeeper David Richter sowie die Leihspieler Joel Agyekum, Leander Popp und Frank Ronstadt.
Katastrophale erste Halbzeit der Viktoria
Neben Handle, der die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führte, durften Keeper Richter, Verteidiger Agyekum, Mittelfeldmann Eisenhuth sowie Flügelspieler Velasco von Beginn an ran und sich für neue Arbeitgeber ins Schaufenster stellen. So viel vorweg: Die Chance nutzen konnte niemand.
Schon nach vier Minuten schockte Ersatztorhüter Richter bei seinem Viktoria-Debüt die Vordermänner das erste Mal mit einem schlampigen Pass im eigenen Strafraum, der nur mit viel Glück kein Gegentor zur Folge hatte. Doch war es kein Wachrüttler für die Kölner, viel mehr ein Hinweis auf die gesamte erste Halbzeit. Wenig später spielte Jonas Oehmichen auf dem linken Flügel Agyekum schwindelig, seinen Querpass schob Faton Ademi über die Linie (8.). Die Gastgeber machten von vorne bis hinten fast alles im Abwehrverhalten falsch, was es falsch zu machen gab. Nach 21 Minuten konnte sich die Alemannia wie im Training mit einigen Doppelpässen übers Feld kombinieren. Am Ende stand Lars Gindorf frei vor dem Tor. Im ersten Versuch scheiterte der Knipser noch an Velasco, der auf der Linie rettete. Nach dem zweiten Anlauf hieß es 2:0.
Lars Gindorf mit Doppelpack
Und es wurde vor dem Pausenpfiff noch schlimmer. Der insgesamt unsichere Richter warf ab zum ebenfalls wackligen Agyekum. Die HSV-Leihgabe, die beim jüngsten 2:0 in Ulm noch geglänzt hatte und mit Lob überschüttet wurde, spielte den Ball Mehdi Loune in die Füße. Der hatte ein Auge für Gindorf – und der Drittliga-Toptorjäger erzielte seinen 25. Saisontreffer (38.).
Zur zweiten Halbzeit hätte Trainer Marian Wilhelm leistungsbedingt elfmal wechseln können, was ihm regeltechnisch jedoch Probleme bereitet. So blieb es bei zwei Neuen: Engelhardt und Jakob Sachse sollten die bis dato leblose Offensive erwecken. Das gelang nach ein paar Minuten Anlaufzeit sogar. Nach einer Stunde flankte Handle von links scharf in den Sechzehnmeterraum, Sachse setzte zum Flugkopfball an – Fotios Pseftis klärte mit einem blitzartigen Reflex. Die Viktoria zeigte sich nun wehrhafter. Allerdings war es kein nachhaltiges Aufbäumen, dafür war die Hypothek der katastrophalen ersten Halbzeit zu groß. So blieb es beim Aachener Heimsieg in Köln.
Viktoria Köln: Richter – Boboy (86. Ronstadt), Dietz, Agyekum (46. Engelhardt) – Velasco (75. Tonye), Kloss (46. Sachse), Eisenhuth, Handle (88. Kozuki -) – Münst, Duman – Otto. – Tore: 0:1 Ademi (8.), 0:2 Gindorf (21.), 0:3 Gindorf (38.). – Zuschauer: 7153.
