Nach der Blamage von Schweinfurt empfängt der Höhenberger Drittligist am Freitagabend den 1. FC Saarbrücken.
Taylan Duman vor UnterschriftViktoria Köln verstärkt sich und hofft auf Wiedergutmachung

Steht vor der Unterschrift bei Viktoria Köln: Taylan Duman
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Es ist der letzte Transfer, der noch die Handschrift von Stephan Küsters trägt: Der FC Viktoria Köln wird nach Informationen dieser Zeitung in Kürze seinen zweiten Winter-Zugang präsentieren. Taylan Duman, ein 28 Jahre alter Mittelfeldspieler, der seit Sommer vereinslos ist, wird einen Vertrag beim Höhenberger Drittligisten unterschreiben. Duman, geboren in Moers, spielte in der vergangenen Saison für den SV Sandhausen. Ausgebildet wurde er beim MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf, für den 1. FC Nürnberg absolvierte er 69 Zweitliga-Einsätze. Duman war schon seit einigen Tagen bei der Viktoria im Training und konnte die Verantwortlichen offenbar überzeugen. Der 28-Jährige ist sowohl auf den zentralen als auch auf beiden Flügel-Positionen einsetzbar. Theoretisch könnte Duman bereits am Freitagabend (19 Uhr, Sportpark Höhenberg) im Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken sein Debüt für die Viktoria geben.
Blamage zum Rückrunden-Auftakt
Nach dem blamablen Rückrundenauftakt beim Schlusslicht Schweinfurt 05 (0:2) hoffen die Kölner auf eine schnelle Wiedergutmachung. „Ich habe gedacht: Moment mal, das ist doch gar nicht die Mannschaft, die ich kenne, da auf dem Platz“, sagte Ex-Sportchef Küsters im Gespräch mit dieser Zeitung. Es sei hoffentlich ein Wachrüttler zur richtigen Zeit, „mit Saarbrücken kommt jetzt ein richtig guter Gegner. Aber es ist schön, dass sich die Jungs schnell rehabilitieren können.“
Die Viktoria hatte am Montag überraschend die sofortige Trennung von ihrem Sportlichen Leiter verkündet. „Die Gedanken, die ich für die weitere Entwicklung des Teams hatte, waren einfach mit denen des Vereins nicht mehr auf einer Höhe“, berichtete Küsters, einen den Abschied einläuteten Vorfall habe es nicht gegeben. In den vergangenen „zwei, drei Monaten“ hätten sich bei Küsters die Gedanken verfestigt. „Franz Wunderlich kennt mich natürlich lange genug und hat gemerkt, das etwas nicht stimmt“, so der 54-Jährige. Die folgenden Gespräche hätten Klarheit gebracht. „Ich hatte das Gefühl, dass ich Platz machen muss für jemand anders. Es hätte ja nichts gebracht, wenn ich die Planungen für den Sommer mache und in der neuen Saison nicht mehr da bin.“ Ein sofortiger Schnitt sei die „vernünftigste Lösung“ gewesen. „Ich habe viele gute Leute kennengelernt, habe Freundschaften geschlossen und nur ganz wenige negative Erlebnisse“, sagte Küsters. „Ich weiß, dass ich hier immer willkommen sein werde.“
Deutliche Kritik von Marian Wilhelm
Für Trainer Wilhelm gilt es, die durch den verkorksten Jahresauftakt und den plötzlichen Abschied des Sportchefs aufkeimende Unruhe gut zu moderieren. So einen Auftritt wie in Schweinfurt möchte der Coach nicht noch einmal sehen. „Es gibt Spiele, die besser werden, wenn sie du dir noch einmal anguckst. Das war keins davon“, sagte Wilhelm. „Wir haben nichts davon auf den Platz gebracht, wofür wir stehen wollen. Haltung, Intensität, Härte – nichts an gereicht, Mit so einer Leistung punktest du in keinem Spiel. Am Freitag muss eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz stehen.“ Doch nicht nur der Trainer war sauer, auch die Profis selbst. „Sie haben sich nicht wiedererkannt und waren in der Aufarbeitung sehr ehrlich zu sich selbst.“ Für das richtungsweisende Spiel gegen Saarbrücken, der FCS könnte mit einem Sieg bis auf einen Punkt an die Viktoria heranrücken, forderte Wilhelm „einen Kader voller Energie. Die Trainingseinheiten werden zeigen, wer dafür bereit ist. Jeder kann sich zeigen.“

