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„Klassenunterschied, Vorführung“Ärger über Viktoria Kölns schlechteste Halbzeit der Saison

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David Otto FC Viktoria Koeln, 10 gegen Lars Timo Gindorf Alemannia Aachen, 23 FC Viktoria Koeln vs. Alemannia Aachen, Fussball, 3. Liga, 37. Spieltag, Saison 2025/2026, 10.05.2026 DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO FC Viktoria Koeln vs. Alemannia Aachen, Fussball, 3. Liga, 37. Spieltag, Saison 2025/2026, 10.05.2026 Koeln *** David Otto FC Viktoria Koeln, 10 vs Lars Timo Gindorf Alemannia Aachen, 23 FC Viktoria Koeln vs Alemannia Aachen, Football, 3 Liga, 37 Matchday, Season 2025 2026, 10 05 2026 DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO FC Viktoria Koeln vs Alemannia Aachen, Football, 3 Liga, 37 Matchday, Season 2025 2026, 10 05 2026 Koeln Copyright: xEibner-Pressefoto/J.xDerondeaux EP_JDU

Lars Gindorf (links) im Duell mit Viktorias David Otto

Die Höhenberger kassieren ein 0:3 gegen Alemannia Aachen. Franz Wunderlich findet klare Worte.

Die erste Halbzeit von Viktoria Kölns Heimspiel gegen Alemannia Aachen hatte einige offene Fragen hinterlassen. Das Wort „Arbeitsverweigerung“ fiel in Höhenberg. Mit 0:3 lagen die Rechtsrheinischen zur Pause in Rückstand, über 45 wurde Marian Wilhelms Mannschaft von den Gästen zerlegt. Es war die schlechteste Halbzeit der gesamten Saison – ausgerechnet im abschließenden Heimspiel vor über 7000 Zuschauern und nach der Verabschiedung von Rekord-Drittligaspieler Simon Handle, der im Sommer seine Karriere beenden wird. „Das war ein Klassenunterschied. Das war eine Vorführung. So dürfen wir uns nicht präsentieren. Das war die schlechteste Halbzeit, die ich von uns in dieser Saison gesehen habe“, polterte Sportvorstand Franz Wunderlich zur Pause.

Alemannia Aachen zeigt seine Klasse

Trainer Wilhelm ist in seiner Wortwahl traditionell etwas zurückhaltender als der Klubchef. Auch ihm muss klar gewesen sein, dass seine Profis eine Halbzeit lang quasi alles falsch gemacht hatten. Doch der Coach lobte lieber den Gegner, als die eigenen Spieler runterzuputzen. „Eine der besten Halbzeiten einer Mannschaft, die ich hier am Höhenberg gesehen habe“, sagte Wilhelm. „Wir waren nicht auf unserem Top-Level, aber das lag auch an der Alemannia und ihrer Intensität und Spielfreude. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn wir so deutlich zurückliegen.“ Aachen sei „eiskalt“ gewesen. Tatsächlich hatte Aachen und sein Drittliga-Toptorjäger Lars Gindorf (33 Spiele/25 Treffer) gezeigt, warum das Team Zweiter der Rückrundentabelle ist.

In der zweiten Halbzeit konnte die Viktoria zumindest die Blamage abwenden. Das lag unter anderem daran, dass Coach Wilhelm dem bemitleidenswerten David Otto im Sturmzentrum mit Jakob Sachse eine wuchtige Verstärkung zur Seite stellte. Denn Otto hatte mit den langen Bällen des ersten Durchgangs nichts anfangen können. Anders der 20 Jahre alte Joker, der sofort Kopfballduelle gewann, den Ball gut behauptete und ihn immer wieder erfolgreich ablegte. So wundert es nicht, dass Sachse die beste Kölner Chance hatte – allerdings scheiterte er mit einem Kopfball an Gäste-Keeper Fotios Pseftis. „Ich bin zufrieden, dass wir in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht gezeigt haben. Das Gesicht, was ich von meiner Mannschaft kenne. Wir haben dagegengehalten von der Intensität her und hatten etwas mehr Spielkontrolle“, sagte Wilhelm. Dennoch blieb die Viktoria weit davon entfernt, auch nur in die Nähe des Beginns einer Aufholjagd zu kommen.

Drittliga-Abschluss beim MSV Duisburg

Am Samstag (13.30 Uhr) beenden die Kölner die Saison mit dem spannungsgeladenen Westduell in Duisburg. Denn für den MSV, aktuell Tabellendritter, ist vom direkten Aufstieg bis zum undankbaren Platz vier noch alles drin. Für die Viktoria wird es ein Wiedersehen mit Ex-Torjäger Tyger Lobinger, der im Winter nach Duisburg gewechselt war. Ein kleiner Interessenkonflikt für Köln ist dabei nicht von der Hand zu weisen: Sollte Viktoria den Duisburger Klassenerhalt verhindern, würde ihnen eine Nachzahlung für Lobinger durch die Lappen gehen.