Nürnberg-Coach Miroslav Klose attestiert der Mannschaft von Marian Wilhelm eine „Handschrift, die man sich gerne anschaut“.
Nach bitterem PokalausWeltmeisterliches Lob für Viktoria Köln und Marian Wilhelm

Marian Wilhelm (l.) gratuliert Miroslav Klose zum Weiterkommen.
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DFB-Rekordtorschütze Miroslav Klose hat den FC Viktoria und seinen Trainer Marian Wilhelm nach dem Pokalkrimi von Höhenberg geadelt. „Köln war ein fantastischer Gegner. Mit dem Ball und gegen den Ball mutig. Das ist eine Handschrift, die man sich gerne anschaut – ein großes Kompliment an meinen Trainerkollegen Marian, die Viktoria ist sehr, sehr schwer zu bespielen“, sagte der frühere WM-Rekordtorjäger und heutige Trainer des 1. FC Nürnberg nach dem schmeichelhaften Pokal-Weiterkommen im Elfmeterschießen (5:4) gegen den Drittligisten am Samstag. „Wir sind der glückliche Sieger“, gestand Klose.
Viktoria dominiert Nürnberg über weite Phasen der Partie
Die Worte werden der Viktoria gefallen, doch kurzfristig über das bittere Aus hinwegtrösten können sie nicht. „Es ist schon brutal“, meinte Sportvorstand Franz Wunderlich. „Wir waren über 120 Minuten die bessere Mannschaft.“ Doch die Kölner nutzten ihre Chancen nicht, schon zur Pause hätte die Viktoria klar in Führung liegen müssen. Zweitliga-Spitzenreiter Nürnberg bewies hingegen Effizienz und ging in der 56. Minute mit der ersten Torchance durch Piet Scobel in Führung. Das Team von Trainer Wilhelm rannte an und wurde in der letzten Aktion durch das Kopfballtor von Meiko Sponsel belohnt (90.+6).
Nach einer zerfahrenen Verlängerung musste das Elfmeterschießen entscheiden. Hier zeigte zunächst Viktorias Niklas Swider Nerven, der die 2. Runde hätte klarmachen können, den Ball aber in die Wolken jagte. Kurz darauf war es der Kölner Niklas Jahn, der am Club-Schlussmann Jan Reichert scheiterte und das Aus besiegelte. Ein 19-Jähriger und ein 22-Jähriger sind die Höhenberger Pechvögel.
„Wir müssen uns vorwerfen, dass wir die Chancen nicht nutzen. Dann wäre es gar nicht zum Elfmeterschießen gekommen. Verdient wäre es mit Sicherheit gewesen“, sagte Wunderlich. „Im Moment bin ich mega-enttäuscht, das wäre auch wirtschaftlich ein Jackpot gewesen.“ Der notorisch klamme Drittligist hätte die 456.377 Euro Zweitrunden-Prämie sowie ein weiteres attraktives Heimspiel gut gebrauchen können.
Am Mittwoch startet die Pokalreise von vorn
Allzulange möchte die Viktoria jedoch nicht der verpassten Chance hinterhertrauern. „Am Ende macht mich stolz, wie wir hier gegen eine sehr gute Zweitliga-Mannschaft aus meiner Sicht komplett dominiert haben. Spielerisch, in allen Belangen. Nürnberg war stehend K.o.“, lobte Wunderlich. Die Erkenntnisse aus dem Spiel im mit über 8000 Zuschauern ausverkauften Sportpark werde die Viktoria sicher weiterbringen, prophezeite der Sportvorstand.
Es folgt ein Kontrastpogramm zum Pokal-Highlight: Bereits am Mittwoch geht die Höhenberger Reise wieder von vorne los. Der Drittligist tritt in der ersten Runde des Mittelrheinpokals beim Landesligisten Union Schafhausen an (19 Uhr) und will die Grundlage für ein weiteres Abenteuer im großen DFB-Pokal legen.
