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Kommentar zum Formel1-FinaleEin Geschenk nach gähnend langweiligen Vorjahren

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verstappen gegn Hamilton

Max Verstappen zieht in der letzten Runde an Lewis Hamilton vorbei.

Die Gegenwart hat die Eigenschaft schnelllebig zu sein, was schlecht ist für die Formulierung von Einschätzungen für die Ewigkeit. Und dennoch: Diese Formel-1-Saison war ein Wahnsinn, das Finale unfassbar, die letzte Runde eine Sensation, Max Verstappen ist ein würdiger Sieger und alles zusammen verdient zurecht die viel zu inflationär gebrauchte Vokabel „historisch“ für das Ende eines Sportereignisses.

Das finale Rennen in Abu Dhabi lieferte in Kurzform all die wechselvollen Momente der gesamten Saison in kompakter Form. Kluge Taktik und Können bei Verstappen im Qualifying, was ihm die Pole Position brachte. Übereifer beim Start des Rennens, bei dem er stehen zu bleiben schien, weshalb Hamilton, einem kühlen Champion gleich, die Führung übernahm und sie nicht mehr abzugeben schien. Ehe just ihm, dem vom Glück in dieser Saison wahrlich Begünstigten, eine Safety-Car-Phase in die Quere kam, die Verstappen und sein Team nutzten, um sich frische Reifen zu besorgen, was Hamilton nicht mehr möglich war. Schließlich entschied sich die Raserei eines Jahres in der letzten Runde, weil Verstappen nun, frisch bereift, lässig an Hamilton vorbeiziehen konnte – was ihm den Titel brachte.

Das Manöver, das die Rennleitung zuvor forderte und welches die WM entschied, dass also die hinter dem Safety-Car zwischen Hamilton und Verstappen positionierten Überrundeten Platz zu machen hatten, in dem sie das Sicherheitsauto überholten, war aus Gründen der Rennräson plausibel. Auch wenn sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff auch deshalb nach dem Rennen in einen wilden Hulk verwandelte, dem nur die Farbe grün fehlte.

Diese Wut hat ihn und sein Team unter Aufbietung juristischer Spitzfindigkeiten zu einem doppelten Protest verleitet, der Wolff und seine Entourage als schlechter Verlierer dastehen lässt. So etwas sollte ein Team bei allem Ärger stets bedenken.

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Für die in den Vorjahren gähnend langweilige Formel 1 war diese bis zur letzten Sekunde spannende Saison ein Geschenk, das dieser Sportart auch in Ländern einen Popularitätsschub verpasst, die gerade über keine Topfahrer verfügen. Deutschland zum Beispiel. Was zählt, sind die Konstanz des Unvorhersehbaren und ein Duell zweier gleichwertiger Fahrer in ähnlich starken Autos. Davon hat die Formel 1 in diesem Jahr Massenware produziert.