Während die Leverkusener Basketballer gegen Crailsheim verlieren und sich über die Schiedsrichter ärgern, gewinnt die Konkurrenz im Tabellenkeller.
BasketballBitteres Wochenende für die Bayer Giants

Giants-Trainer Mike Koch (Mitte) und Center Dennizs Heinzmann (hinten) diskutieren mit dem Schiedsrichter.
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Es war ein schwarzes Wochenende für die Bayer Giants. Nicht nur, dass die Leverkusener Basketballer am Samstagabend beim Tabellenzweiten Crailsheim Merlins schon fast erwartungsgemäß verloren – das allerdings mit 84:105 (35:57) hoch. Genauso sehr schmerzten die Siege der Konkurrenz im Tabellenkeller. Wolmirstedt feierte den dritten Erfolg in Serie und auch Münster konnte zwei Zähler einsammeln. Der vor zwei Wochen noch beachtliche Vorsprung der Giants vor Wolmirstedt ist wieder dahin.
Dabei fanden die Leverkusener ordentlich in die Partie hinein, führten durch einen Dreier von Koby Langley – es war sein einziger Korb bis zur Halbzeitpause – und Punkte von Lok Wur mit 6:2. Das sollte dann auch für längere Zeit die beste Phase der Gäste bleiben. Bis zum 16:18 hielten die Leverkusener den Kontakt zum Aufstiegsaspiranten, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Ballverluste verzeichnet wurden. Zur Viertelpause hieß es 28:18 für die Merlins. Im zweiten Viertel ging es bescheiden für die Giants weiter. Ein paar eigenartige Pfiffe der Unparteiischen – besser gesagt: nicht geahndete Fouls an Sebastian Brach und Dennis Heinzmann, dafür ein Technisches Foul gegen den dann reklamierenden Heinzmann und ein sehr zweifelhafter „Fuß-Pfiff“ gegen Lok Wur nach dessen Ballgewinn – sorgten in Verbindung mit einer defensiv und offensiv weiter nur mäßigen Vorstellung dafür, dass sich Crailsheim bis zum Pausengang in die Kabinen immer weiter absetzte. Heinzmann, bis zur Pause nur mit zwei Punkten auf dem Konto, und Sören-Eyke Urbansky mussten mit drei Foul frühzeitig länger als geplant auf der Bank Platz nehmen.
Ärger über Schiedsrichter-Entscheidungen
Nach dem Seitenwechsel starteten die Giants erneut gut; Heinzmann am Brett und Langley aus der Distanz: Beim 40:57 sah es wieder etwas freundlicher aus. Und die Giants legten nach. Nach einem Dreier von Langley zum 50:61 waren die Rheinländer wieder in Reichweite. Kurz darauf musste der gerade aufblühende Center nach seinem vierten Foul wieder auf die Bank. Ihm folgte einige Sekunden später Langley, der ein diskussionswürdiges drittes Foul angehängt bekommen hatte. Crailsheim zog wieder davon: 69:50 (27.). Danach wurde Lok Wur bei einem Korbleger mit ganz viel Körperkontakt abgeräumt, was auch die Crailsheimer Live Stream-Kommentatoren sofort anmerkten. Ein Pfiff der Schiedsrichter blieb aus. Das wurde Coach Koch irgendwann zu viel; er reklamierte bei den Unparteiischen und kassierte sofort ein Technisches Foul. Und schon lagen wieder 20 Zähler zwischen beiden Teams (53:73). Immerhin gewannen die Giants das dritte Viertel mit 20:18. Die Moral stimmte bei den Bayer-Korbjägern.
Das tat sie auch in den letzten zehn Minuten. Beide Teams agierten zunächst in kleiner Besetzung, dann kamen die Langen wieder aufs Parkett. Es blieb eine foulträchtige Begegnung mit vielen Unterbrechungen, am Ende war es ein klarer Erfolg für den Tabellenzweiten. Kurz vor Ende musste Trainer Koch nach dem zweiten Technischen Foul gegen die Bank mit einem Lächeln im Gesicht die Halle verlassen. So bekam er wenigstens den 100. Punkt der Merlins nicht mehr mit.
„Wir haben nicht unbedingt ein solides Spiel abgeliefert. Mit der Physis und Härte Crailsheims sind wir nicht immer gut umgegangen. Dass wir uns in der zweiten Hälfte so gewehrt haben, ist ein gutes Zeichen. Da haben wir noch mal eine Schippe draufgelegt, zumindest offensiv. Wir haken diese Begegnung schnell ab und werden die nächsten Partien mit voller Energie angehen“, erklärt der Bayer-Coach.
Bayer Giants: Williams (19), Wur (17), Langley (11), Kahl (10), Heinzmann (9), Nicholas (7), Brach (6), Urbansky (5), Lynch, Nita.

