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BasketballEin Riese lenkt die Bayer Giants

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Axel Pleuger, Geschäftsführer der Bayer Giants Leverkusen

Axel Pleuger, Geschäftsführer der Bayer Giants Leverkusen

Axel Pleuger, der 2,15 Meter große Ex-Center, berichtet über seine ersten Wochen als Geschäftsführer des Leverkusener Teams.

Noch nicht einmal zwei Monate ist Axel Pleuger im Amt. Aber die zwei Monate hatten es für den neuen Geschäftsführer der Bayer Giants in sich. Natürlich muss man in dieser Position immer Entscheidungen fällen. Dabei gilt es über Themen und entscheiden, die entschieden werden müssen, egal, ob der Entscheider gerade erst seinen Job begonnen hat und sich erst noch richtig einarbeiten sollte.

Da war es von Vorteil, dass Pleuger „eigentlich nie richtig vom Verein weg war“, wie er es im Gespräch mit dieser Zeitung formuliert und letztlich dem Basketball immer verbunden geblieben war. Wie bereits berichtet, drehte sich bei den Bayer Giants in den vergangenen Wochen das Trainerkarussell in hohem Tempo. Headcoach Mike Koch bekommt in Matt Dodson einen neuen Co-Trainer an die Seite, der aber auch für die 2. Mannschaft zuständig sein wird. Dazu wird die Verantwortung für die Nachwuchsbundesliga-Mannschaft der Giants an Tobias Guting, einem neuen und jungen Trainer übertragen. Ein neuer Jugendkoordinator wurde eingestellt, hier bringt Marian Reibert einen großen Erfahrungsschatz und ein hervorragendes Netzwerk mit. Zuletzt wurde Mohamed „Mo“ Sahli, der bereits seit Jahren in der Basketballabteilung des TSV Bayer 04 unterwegs ist, zur Assistenzkraft der Geschäftsführung ernannt und mit weiteren Tätigkeitsbereichen wie das Ticketing und das Merchandising, wo er unterstützend aktiv sein soll, betraut. Geschäftsführer Pleuger hatte also viel zu tun.

1996 kam Pleuger erstmals nach Leverkusen

„Dieses Tempo der Personalentscheidungen war vorher nicht geplant, aber sie mussten getroffen werden. Und mit ihnen sind wir jetzt auch sehr gut aufgestellt. Mit Marian und Matt kommt sehr viel Erfahrung und, mit Tobias ein junger Coach, der viel mitbringt, aber auch von den anderen noch lernen kann“, erklärt Pleuger. 1996 kam der heute 47-Jährige als Jugendlicher vom TV Bensberg nach Leverkusen, hatte dann im Folgejahr unter Coach Dirk Bauermann seine ersten Einsätze bei den „Großen“ in der 1. Bundesliga und im europäischen Wettbewerb.

Wobei: Groß ist Pleuger selbst. Seine 2,15 Meter zwingen ihn dazu, sich unter jedem Türrahmen ordentlich zu bücken. Was im Sport förderlich ist, kann im Alltag mitunter etwas hinderlich sein. Davon weiß jeder „Riese“ ein Liedchen zu singen. Später zog es den Center unter anderem nach Spanien, nach Valencia und Ourense. In Valencia war er „die deutsche Mauer“, wie der vierfache Vater lachend berichtet. Jedoch musste Pleuger seine Karriere frühzeitig beenden, eine Verletzung zwang ihn dazu. Danach kehrte er in seinen parallel zu seiner Basketball-Laufbahn erlernten Beruf im Bankgewerbe zurück. Anschließend machte sich Pleuger in der Hausverwaltung selbstständig, die nun von der Familie weitergeführt wird.

Sieg als Aktiver gegen die dritte Mannschaft der Giants

Jetzt also die Geschäftsführung bei den Bayer Giants. Wie ist er angekommen in seinem neuen Job? „Ich war ja nie zu 100 Prozent weg. Das kommt mir gerade sehr zugute. Der Startpunkt kurz vor Saisonbeginn ist natürlich sehr ambitioniert, aber ich bin angekommen und sehr froh, dass ich hier bin“, so Pleuger. Dass er letztes Jahr noch dazu beitrug, einer Bayer-Mannschaft eine Niederlage zuzufügen, stört da kein bisschen. „Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt, wollte immer einmal mit meinen Söhnen zusammen auf dm Feld stehen. Da einer der Jungs in Australien war, stand ich immerhin mit meinem Sohn Leon in der Mannschaft des TV Neunkirchen auf dem Feld und wir haben gegen die dritte Mannschaft des TSV Bayer in der Oberliga gewonnen. Das werden sich hier einige der Jungs noch ein Jahr lang anhören müssen“, erzählt Pleuger grinsend.

Axel Pleuger

Zuletzt lief Axel Pleuger (rechts) noch einmal für  Neunkirchen Baskets auf, um mit seinem Sohn zu spielen.

Wie ist sein Eindruck von Leverkusen, von der Historie des Klubs, von der Perspektive? „Ich glaube, es trauern immer noch viele Menschen der alten Zeit hinterher und würden gerne wieder nach oben kommen. Da ist der Startpunkt für uns jetzt in der ProB weit weg von dieser Tradition, von den unglaublichen Erfolgen des Vereins. Wir wollen uns jetzt erst mal konsolidieren und dann schauen wir, wohin uns die Reise führt. Der Weg zurück in die ProA ist ein Ziel“, stellt der Geschäftsführer fest.

Die ProA ist das Ziel

Die Bewerbung auf den Posten war keine Kurzschlussreaktion. „Ich hatte die Entwicklung bei meinem Vorgänger Henrik Fronda verfolgt und hatte die Nachbesetzung schon im Auge, wenn auch nicht von Anfang an, da ich beruflich sehr gut aufgestellt war“, berichtet Pleuger. „Konkreter wurde es, als die Stellenausschreibung herauskam. Ich dachte, ich werfe meinen Hut mal in den Ring. Dass ich es tatsächlich dann nach einem Assessment-Center mit vielen Bewerbern auch geworden bin, macht mich stolz. Nach 20 Jahren im Bankwesen verfüge ich über betriebswirtschaftliches Knowhow. Mit meiner Erfahrung aus zwölf Jahren als Profi und einigen Vereinen, die ich dabei durchlaufen durfte, habe ich natürlich auch eine Idee, was ich hier bewirken will. Dieses Wissen kann ich nun bündeln, daher ist das hier mein Traumjob“, führt Pleuger aus.

Zur Mannschaft hat der Chef eine klare Meinung. „Wir haben ein starkes ProB-Team, aber wir haben auch die jüngste Giants-Mannschaft, darunter sind sechs Jugendspieler. Ich hoffe, dass die Jugendspieler irgendwann mal die ersten Minuten in der Ostermann-Arena erhalten können, das vergisst man nämlich nicht. Natürlich wünsche ich uns auch einen guten Start in die Saison, damit wir in eine gute Zukunft gehen können und nach einem Jahr der Konsolidierung wieder nach oben schauen können. Denn die Giants gehören in die ProA, aber mit geordneten Strukturen und einer Mannschaft, die im oberen Drittel mitspielen kann. Das ist mein und unser Ziel. Erst mal freue ich mich, wenn am viele Zuschauer zu unserem Testspiel gegen den ProA-Ligisten Koblenz kommen.“ Die Partie findet am 9. September um 19.30 Uhr statt. Bis dahin wird vermutlich erneut viel Arbeit auf Pleuger warten.