Nach einer gelb-roten Karte gegen Ruby Grant erzielt Kristin Kögel den entscheidenden Treffer für das Team von Roberto Pätzold.
FrauenfußballBayer 04 Leverkusen dreht die Partie bei Union Berlin in Unterzahl

Die Spielerinnen von Bayer 04 Leverkusen feiern Kristin Kögel (M.) nach ihrem entscheidenden Treffer.
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Roberto Pätzold beendete den Abend in der Hauptstadt mit einem dicken Kompliment. „Wie die Mädels das Spiel bei unserer personellen Situation und dann auch noch in Unterzahl gedreht haben, nachdem sie 90 Minuten lang daran geglaubt haben, das macht mich wirklich stolz – großen Respekt“, sagte der Coach des Frauenfußball-Erstligisten Bayer 04 Leverkusen nach dem 2:1 (0:1) bei Union Berlin.
Das Finish, das seine Elf vor 6076 Zuschauern hinlegte, hatte das Lob verdient. Denn nach Rückstand und Gelb-Rot für Ruby Grant nach 68 Minuten dürften nicht mehr viele auf den Tribünen der Alten Försterei an einen Leverkusener Sieg geglaubt haben. Diese Einschätzung teilten offenbar auch die Spielerinnen des 1. FC Union. „Heute war mehr möglich“, sagte etwa Union-Mittelfeldakteurin Dina Orschmann.
Bayer 04 bleibt auf Tuchfühlung mit den Verfolgern
Bayer 04 kann derweil durchatmen. Vorerst bleibt man auf Tuchfühlung mit den Verfolgern der Tabellenspitze. Pätzolds Team trat zudem erfolgreich den Beweis an, auch widrigen personellen Voraussetzungen trotzen zu können. Insgesamt zehn Spielerinnen standen am Freitagabend verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. Darunter Torhüterin und Kapitänin Friederike Repohl und die erst unlängst genesene Toptorjägerin der Vorsaison Cornelia Kramer (beide muskuläre Probleme).
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Repohl wurde von Anne Moll ersetzt, Kramer von Vanessa Fudalla. Die umformierte Leverkusener Startelf hatte Mühe, gegen beherzt startende Gegnerinnen ins Match zu finden. Estrella Merino Gonzalez klärte nach einer Ecke der Gastgeber auf der Linie (2.) und Union blieb am Drücker. Bayer 04 wurde allmählich besser und hätte nach einer halben Stunde in Führung gehen können, als Fudalla die freistehende Grant bediente. Der Schuss der Mittelfeldspielerin wurde jedoch abgeblockt.
Nach einer schwierigen Anfangsphase mit einigen überstandenen Standards waren wir die spielbestimmende Mannschaft
„Nach einer schwierigen Anfangsphase mit einigen überstandenen Standards waren wir die spielbestimmende Mannschaft, auch wenn Union jederzeit brandgefährlich geblieben ist. Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt und gehen dann einfach in Rückstand“, blickte Pätzold auf die erste Hälfte und damit auch auf das Berliner 1:0, das Orschmann nach einer Ecke per Kopfball aus kurzer Distanz erzielte und dabei Moll nicht gut aussehen ließ (36.).
Nach Wiederbeginn ließ Eileen Campbell das 2:0 liegen, auf der Gegenseite scheiterte Katharina Piljic mit ihrem Schuss an der Berliner Keeperin. Auch Caroline Kehrer verpasste das 1:1 nach einem Steilpass von Fudalla (66.). Danach war für Grant mit Gelb-Rot Schluss. Doch das beeindruckte Bayer nicht. Nach 78 Minuten nutzte Fudalla einen Freistoß von der Strafraumgrenze zum 1:1, ehe ihr in der Nachspielzeit ein zweiter Streich gelang: Sie behauptete sich gegen mehrere Gegenspielerinnen und bediente die eingewechselte Kristin Kögel, die zum 2:1 traf (90.+2).
Bayer 04: Moll - Merino Gonzalez, Ostermeier, Turanyi (69. Wenger), Mickenhagen - Piljic, Vidal (73. Friedrich) - Grant, Wamser - Kehrer (69. Kögel), Fudalla (90.+5 Coskun). –Tore: 1:0 Orschmann, 1:1 Fudalla (78.), 1:2 Kögel (90.+2). -Bes. Vorkommnis: Gelb-Rot für Grant (68./wiederholtes Foulspiel). -Zuschauer: 6076.

