Wegen des Rückzugs eines Bundesligisten und der Situation in den Dritten Ligen wird es keine sportlichen Absteiger geben.
HandballTSV Bayer 04 kann für ein weiteres Zweitliga-Jahr planen

Aufatmen bei den Elfen: Der Klassenerhalt ist gesichert.
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Eine letzte Unsicherheit blieb am Sonntag noch. Bayer-Interimstrainerin Sybille Gruner lehnte sich dennoch ein Stück weit aus dem Fenster: „Das sollte der Klassenerhalt gewesen sein.“ Eine ungewöhnliche Aussage nach einer Niederlage – die Werkselfen hatten nach einem starken Heimauftritt gegen die TG Nürtingen 33:34 (17:18) den Kürzeren ziehen müssen. Doch die Situation im Abstiegskampf der 2. Bundesliga ist ja auch keine gewöhnliche. Oder war, um genauer zu sein.
Nach den Ergebnissen vom Wochenende aus der Dritten Liga liefen die Recherchen zunächst noch. Nicht eindeutig war, ob der direkte Vergleich entscheidend sein würde im Wettbewerb der Mitte-Staffel und so noch eine theoretische Chance auf den Aufstieg für die Bad Wildungen Vipers oder die TSG Leihgestern bestünde. Mittlerweile gibt es Klarheit: Der TSV Bayer 04 Leverkusen hält auch ohne eigenes Zutun die Klasse.
HB Ludwigsburg zieht sich zurück
Die HB Ludwigsburg hatte sich aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten aus dem Spielbetrieb der Bundesliga zurückziehen müssen – und nun auch keine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragt. Den Platz übernimmt der einzige Aufsteiger aus der Dritten Liga, der SV Todesfelde aus der Nord-Staffel. Aus der Süd-Staffel gab es keine Bewerber und so richteten sich alle Augen auf die Mitte-Staffel, in der es mit der TSG Leihgestern und der HSG Bad Wildungen Vipers gleich zwei Anwärter gegeben hatte. Nun steht fest, dass keiner von beiden mehr die sportliche Mindestanforderung – die Durchführungsbestimmungen des Deutschen Handballbundes (DHB) sehen Platz eins oder zwei in der Endabrechnung vor – erreichen kann, um vom lizenzrechtlichen Aufstiegsrecht Gebrauch machen zu dürfen.
Des einen Leid ist des anderen Freud – und so dürfen die Zweitligisten in der sonst gefährlichen Zone aufatmen und frühzeitig allesamt für die neue Saison planen. „Das ist für uns natürlich eine sehr, sehr positive Nachricht. Wir haben Planungssicherheit für die kommende Saison und können unsere sportlichen Ziele weiterverfolgen und unser Konzept weiterentwickeln“, sagt Bayers spielende Sportliche Leiterin Annika Ingenpaß. Es sei ihr ein großer Stein vom Herzen gefallen, „nichtsdestotrotz wollen wir auch sportlich den Klassenerhalt schaffen“. Um mindestens Viertletzter zu werden, also über dem Strich abzuschließen, benötigen die Werkselfen noch einige Zähler – und wohl auch einen Sieg an diesem Samstag (19 Uhr) bei den Handball-Luchsen Buchholz-Rosengarten.
Eine wiederauferstandene Mannschaft
„Das ist eine Mannschaft, die wiederauferstanden ist“, zollt Bayers Interimstrainerin Sybille Gruner dem Gegner Respekt. Buchholz sei gefühlt schon so gut wie in der Dritten Liga gewesen. „Das Team war aber auch von Verletzungspech arg gebeutelt. Kaum waren die Spielerinnen zurück, war man sofort wieder konkurrenzfähig“, sagt Gruner. Acht Punkte aus den vergangenen sechs Spielen verhalfen den Luchsen zu einem großen Sprung im Tabellenkeller.
Buchholz sei offensiv relativ variabel, sowohl aus der Distanz gefährlich über Rückraum links und rechts, als auch im Eins-gegen-Eins. Auf der anderen Seite geht Gruner davon aus, dass die Gastgeberinnen in einer 5:1-Abwehr verteidigen werden. „Darauf haben wir uns im Training vorbereitet. Es wird für uns wichtig sein, eher über die Außen zum Abschluss zu kommen“, meint sie. Die 56-Jährige legt nach der erfolgreichen Mission Klassenerhalt den Fokus auf die Weiterentwicklung des Teams: „Wir wollen einen Schritt in unserem Tempospiel machen und haben im Training einen Schwerpunkt auf die Schnelle Mitte gelegt, um noch mal variabler zu werden.“
Lara-Sophie Fichtner kommt aus Berlin
Ingenpaß bastelt derweil fleißig am Kader für die neue Saison. Die Niederländerinnen Denise Mol und Veerle Heebing verlassen Bayer auf der einen Seite, auf der anderen Seite konnte Ingenpaß nun auch den zweiten externen Neuzugang präsentieren: Mit Lara-Sophie Fichtner kommt eine flexible Spielerin für den Rückraum von Topteam Füchse Berlin. Die 24-Jährige hat einen Vertrag bis 2028 unterschrieben.

