Die Zweitliga-Handballerinnen müssen sich beim VfL nach einem starken Auftritt mit einem 30:30 begnügen.
HandballTSV Bayer 04 Leverkusen verpasst Coup in Waiblingen

Bayers Jessy-Marlonne Souza beim Wurf
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Vor der Partie hätten die Leverkusener Handballerinnen den einen Punkt wohl unterschrieben. Der VfL Waiblingen ist schließlich ein sehr erfahrener und körperlich starker Zweitligist. Am Ende wäre zum Rückrundenstart viel mehr als ein Remis möglich gewesen, denn der TSV Bayer 04 führte über weite Strecken komfortabel – und so überwog nach dem 30:30 (14:18) zunächst einmal die Enttäuschung.
„Wir sind noch enttäuscht über den Punktverlust. Nichtsdestotrotz haben wir es in diesem Spiel länger als sonst geschafft, mitzuhalten. Darauf lässt sich aufbauen und man kann einen kleinen Fortschritt sehen. Trotzdem sind wir noch enttäuscht über die wiederkehrenden letzten Minuten, in denen wir erneut nicht clever genug waren“, sagte Bayers spielende Sportliche Leiterin Annika Ingenpaß. Interimstrainerin Sybille Gruner sah dagegen das große Ganze: „Der Punkt ist unerwartet. Wir wissen, dass wir mithalten können. Natürlich hätten wir lieber gewonnen, aber dass wir zumindest ein Unentschieden holen, ist schon eine Steigerung.“
Zwölf Siebenmeter in der ersten Halbzeit für Waiblingen
In der Waiblinger Halle hatte sich schon im ersten Durchgang ein packendes Spiel in einer aufgeheizten Atmosphäre entwickelt, was sich auch an einer bemerkenswerten Statistik ablesen ließ: Zwölf der 14 Waiblinger Treffer aus dem ersten Spielabschnitt resultierten aus Siebenmetern. Für Gruners Geschmack zeigte das Schiedsrichtergespann Fabian Foerster/Felix Mayer ein paar Mal zu oft auf die entsprechende Markierung.
Dennoch gelang es den Werkselfen, mit einer 18:14-Pausenführung in die Kabinen zu gehen. Starke sechs Tore steuerte dafür Denise Mol bei, die mit insgesamt neun Treffern Leverkusens beste Schützin am Samstagabend war.
Leverkusen bis kurz vor Schluss in Führung
Nach dem Seitenwechsel probierten die Baden-Württembergerinnen immer wieder, heranzukommen, doch Bayer blieb stand- und wehrhaft. Selbst, wenn Waiblingen auf bis zu zwei Treffer verkürzte, gelang es Leverkusen, wieder auf den alten Vier-Tore-Abstand zu stellen. Und als Denise Mol in der 54. Spielminute zum neunten Mal an diesem Abend netzte und das 30:26 erzielte, deutete alles auf einen Überraschungserfolg der Rheinländerinnen hin. „Wir haben es dann nicht geschafft, ein weiteres Tor noch zu erzielen. Wir vergeben zwei Hundertprozentige. Wenn wir die machen, wäre das Spiel vorbeigewesen“, haderte Gruner mit der Chancenverwertung ihrer Spielerinnen.
Das öffnete dem Heimteam wiederum die Tür, um doch noch vier Treffer erzielen zu können. Den entscheidenden zum Ausgleich markierte Maxime Luber – wie sollte es auch anders sein – durch einen Siebenmeter nur drei Sekunden vor dem Schlusspfiff.
Sybille Gruner wollte sich aber nicht lange über den vergebenen Sieg ärgern. Dafür hatte sie zu viele positive Aspekte mitgenommen. Deshalb sagte sie: „Wir sind ungeschlagen in die Rückrunde gestartet – darauf lässt sich aufbauen.“

