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„Nicht gut genug“Leon Draisaitl hadert trotz historischer Gala in Las Vegas

3 min
Connor McDavid #97, Leon Draisaitl #29 und Evan Bouchard #2 jubeln während der Partie gegen Las Vegas.

Connor McDavid #97, Leon Draisaitl #29 und Evan Bouchard #2 jubeln während der Partie gegen Las Vegas.

Leon Draisaitl spielt derzeit sein bestes Eishockey in der NHL. Und doch misslingt der Viertelfinal-Auftakt in Las Vegas.

Im Jahr 1987 gelang es zuletzt NHL-Legende Jari Kurri für die Edmonton Oilers, nur vier Spieler schafften es mit dem nordkanadischen Team überhaupt – und nun wiederholte das Kunststück ein Kölner in Las Vegas für dieselbe Organisation: Vier Tore in einem Playoff-Spiel.

Leon Draisaitl hat zum Auftakt der Viertelfinalserie am Mittwochabend eine geradezu historische Gala hingelegt. Den Fehlstart der Edmonton Oilers konnte der 27-Jährige Angreifer dennoch nicht verhindern. Dem Kölner gelangen bei den Vegas Golden Knights vier Treffer, und trotzdem unterlagen seine Oilers letztlich mit 4:6.

Leon Draisaitl hadert mit Team-Leistung: „Waren nicht gut genug“

Fortgesetzt wird die Best-of-seven-Serie am Samstag in Las Vegas, Spiel drei findet dann am Montag in Edmonton statt. „Nein“, er könne sich nicht über die vier Treffer freuen, sagte Draisaitl knapp: „Wir waren insgesamt nicht gut genug. Es war nicht annähernd so, wie wir spielen können.“

Viel besser als Draisaitl an diesem Abend kann man es allerdings kaum machen. Draisaitl war ein Kunststück von vier Toren in nur einer Partie während seiner NHL-Karriere schon einmal gelungen: Im März 2020 in einem Hauptrundenspiel gegen die Nashville Predators, dessen damaliger Top-Verteidiger Mattias Ekholm nun an der Seite des Kölners um den Stanley Cup mitspielt.

Doch so oft Draisaitl gegen die erst sieben Jahre alte NHL-Organisation in der T-Mobile-Arena auch traf, die Oilers ließen einfach zu viel zu. Kurz vor Schluss leisteten sich die Gäste auch noch einen Wechselfehler, gerieten in Unterzahl und kassierten das sechste Gegentor. Nicht die Stärke des Gegners sei entscheidend gewesen, sondern die eigene Schwäche, analysierte Draisaitl. „Es liegt nur an uns“, meinte der Torjäger, „wir müssen nach vorne schauen und es besser machen.“

Vorbei an Wayne Gretzky und Mark Messier: Leon Draisaitl stellt neuen Franchise-Rekord auf

Draisaitl hatte die Oilers zunächst in der zweiten Minute in Führung gebracht sowie die Partie nach einem zwischenzeitlichen 1:3 mit zwei weiteren Treffern wieder ausgeglichen. Der Anschluss zum 4:5 im Schlussdrittel war dann zu wenig. Draisaitl baute mit nun elf Toren in sieben Playoff-Spielen die Führung in der Torjägerliste aus, zugleich stellte er damit einen neuen Franchise-Rekord auf.

Bisher hielten Wayne Gretzky und Mark Messier mit neun Treffern in den ersten sieben Play-off-Partien gleichauf die Bestmarke. Mit nun 15 Punkten eroberte Draisaitl auch Platz eins in der Scorerwertung von Matthew Tkachuk zurück.

Oilers-Coach Jay Woodcroft schwärmt von Draisaitl

Oilers-Coach Jay Woodcroft überraschte der starke Auftritt seines Topscorers kaum und geriet einmal mehr ins Schwärmen: „In dieser Zeit des Jahres steigert er sein Spiel normalerweise nochmal“, sagte Woodcroft und verdeutlichte: „Er gehört zu den Spielern mit den meisten Punkten pro Spiel in der Geschichte. Sein Name steht in der Liste mit den wichtigsten Spielern in der Geschichte dieses Spiels ganz oben mit dabei.“

Die nächste Partie findet am Samstag erneut in der Arena der Golden Knights statt. „Wir dürfen nicht reihenweise Tore kassieren und wir dürfen keine Tore kassieren, nachdem wir ein Tor geschossen haben“, monierte Flügelstürmer Evander Kane.

„Wir haben ein paar untypische, individuelle Fehler gemacht“, klagte Coach Woodcroft - Fehler, die man so schon lange nicht mehr von seinem Team gesehen habe. „Wir können besser sein, und wir werden besser sein. Aber heute war es nicht unsere Nacht.“ Trotz Draisaitls Gala.

Der deutsche Nationalspieler hatte in der Hauptrunde mit 128 Punkten einen persönlichen Bestwert aufgestellt. Mit der besten Hauptrunde seit den glorreichen Zeiten der Klublegende Gretzky haben Draisaitl und Co. die Erwartungen bei den Fans hochgeschraubt.

In der ersten Runde hatte sich Edmonton mit 4:2 in der Serie gegen die Los Angeles Kings durchgesetzt. Im Vorjahr waren die Oilers im Halbfinale gegen den späteren Meister Colorado Avalanche ausgeschieden. (oke, sid, dpa)