Der Kölner Eishockeystar Leon Draisaitl steht an der Spitze eines starken rheinischen Aufgebots in Italien.
Olympischen Winterspiele 2026Kölns Eishelden greifen nach Medaillen

Der Kölner Eishockey-Superstar Leon Draisaitl jubelt.
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Keine Berge, kein Schnee, keine Skipisten – geografisch ist Köln vom Wintersport so weit entfernt wie viele andere deutsche Großstädte. Und doch können die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina für die Stadt zu einem Fest werden.
Köln prägt den Eishockey
Denn wenn am Freitagabend ein Kölner als Fahnenträger vor 60.000 Zuschauern mit der deutschen Flagge in das ehrwürdige Guiseppe-Meazza-Stadion einläuft, schreibt eine Stadt, deren höchste Erhebungen am Monte Troodelöh vermessen werden, ein eigenes Kapitel Sportgeschichte. Ein Moment, der über den Eishockeysport hinausstrahlt. Leon Draisaitl, aus der Jugend der Kölner Haie hervorgegangen, heute einer der prägenden Spieler der nordamerikanischen Eishockeyliga und wohl bedeutendste deutsche Eishockeyprofi bisher, erhielt 51 Prozent der Stimmen von rund 135.000 Olympia-Fans und 41 Prozent aus dem deutschen Team.
Für ihn ein großer Moment: „Beim Gedanken, am Freitagabend als Fahnenträger zusammen mit dem deutschen Team im San Siro einzulaufen, bekomme ich Gänsehaut. Das ist ein Höhepunkt meiner Karriere, ich freue mich wie ein kleines Kind drauf“, sagte der Profi der Edmonton Oilers der dpa. Draisaitl kennt das Dröhnen der Arenen von Florida bis Vancouver, alles, was im nordamerikanischen Eishockey zählt – doch Olympia ist ein anderes Kapitel, selbst für den ersten Deutschen, der in der NHL die Marke von 1000 Scorerpunkten übertroffen hat. Dabei entspricht der 30-Jährige als eher ruhiger, abwägender Charakter kaum dem rheinischen Stereotyp. Seine Videobotschaft fiel dementsprechend knapp aus: „Ich bin unfassbar stolz darauf.“
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An seiner Seite wird Skispringerin Katharina Schmid als zweite Fahnenträgerin einlaufen. Draisaitl ist nicht der einzige Kölner, der den Weg nach Norditalien gefunden hat. Auch Moritz Müller, Kapitän des aktuellen Tabellenführers der Deutschen Eishockey Liga, den Kölner Haien, ist mit 39 Jahren noch einmal bei einem großen Turnier dabei – wohl seinem letzten. Geboren wurde Müller zwar nicht in Köln, doch seit 2004 prägt er den Verein und wurde über die Jahre zu einer festen Größe der lokalen Sportlandschaft. Ebenso steht sein Teamkollege Parker Tuomie im Aufgebot, der seit 2024 für die Haie spielt. Auch Frederik Tiffels, in Köln geboren und mehrere Jahre für die Haie aktiv – heute bei den Eisbären Berlin – gehört zum Kader.
Svenja Voigt verliert erstes Spiel
Eishockey wird zum stärksten Kölner Pfeiler dieser Winterspiele, denn auch im Team der Frauen steht eine gebürtige Kölnerin: Svenja Voigt, 21 Jahre alt, jüngste Athletin aus Nordrhein-Westfalen. Wie Draisaitl stammt sie aus der Haie-Jugend, wechselte 2019 nach Kanada an das Stansted College und debütierte 2021 für die deutsche Frauenmannschaft. Seit 2022 spielt sie für die St. Cloud State University in den USA. Ihr erstes Olympia-Spiel verlor sie am Donnerstag mit der deutschen Auswahl zwar 1:4 gegen Schweden – doch die Niederlage dürfte die Vorfreude auf die kommenden Partien kaum dämpfen.
Weitere Profis aus dem Rheinland sind, wieder aus dem Eishockey, Torwart Mathias Niederberger von Red Bull München und Voigts Teamkollegin Tara Schmitz, beide in Düsseldorf geboren. Neben Eishockey-Superstar Draisaitl steht zudem Tim Stützle von den Ottawa Senators für Deutschland auf dem Eis. Der gebürtige Viersener ist eine der großen deutschen Hoffnungen. Neben dem Eishockey hat Rodler Tobias Wendl ebenfalls Bezug zum Rheinland und zu seiner Geburtsstadt Aachen. Gemeinsam mit Rennpartner Tobias Arlt könnte er bei Olympia Gold Nummer sieben und acht holen. Somit finden viele Orte des Rheinlands, vor allem Köln, seinen Weg zu den Olympischen Winterspielen – und vielleicht kann Draisaitl dann sogar noch mehr feiern als den Einzug mit der Fahne.


