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Hotel-Streit vor CL-KracherPSG fleht Bayern München an – Hoeneß und Co. lehnen ab

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Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auf der Tribüne.

Die Machtzentrale von Bayern München: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auf der Tribüne. 

Vor dem Rückspiel in der Champions League liefern sich PSG und Bayern kleine Psychospielchen.

Das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain wirft bereits vor dem Anpfiff am Mittwochabend seine Schatten voraus. Diesmal steht neben der sportlichen Rivalität, die beim Hinspiel alle Erwartungen übertroffen hatte, auch ein ungewöhnlicher Streit um die Unterkunft der Gäste aus Paris im Zentrum.

Aus Aberglauben hatte PSG darum gebeten, im Infinity Hotel & Conference Resort in Unterschleißheim unterzukommen. Im vergangenen Jahr hatte die französische Mannschaft vor dem Champions-League-Finale dort genächtigt und schließlich den Titel geholt. Die Pariser Delegation hoffte offenbar, die „gute Energie“ des Hotels auch für das Duell in München nutzen zu können. Das Hotel liegt rund 20 Kilometer von der Allianz Arena entfernt und ist über die Autobahn A9 gut erreichbar.

„Das ist unser Hotel“ – Bayern München blockt PSG-Wunsch ab

Für die Bayern-Verantwortlichen um Uli Hoeneß kam eine solche Bitte jedoch nicht infrage. Das Vier-Sterne-Haus dient den Münchnern schließlich seit 2010 regelmäßig als Mannschaftshotel vor Heimspielen. Wie aus Informationen von Bild und L’Équipe hervorgeht, machten Sportvorstand Christoph Freund und Trainer Vincent Kompany unmissverständlich klar: „Das ist unser Hotel. Es steht außer Frage, es den Parisern zu überlassen – geschweige denn, mehrere Etagen zu teilen. Das ist unsere Stadt, unser Heimspiel.“ Hinter dieser Entscheidung stehen auch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.

Die Bayern blieben standhaft und belegten das Hotel selbst. PSG musste daher auf eine Alternative ausweichen und wird nun im Andaz Hotel am Schwabinger Tor nächtigen. Auch dieses Designhotel liegt verkehrsgünstig in der Nähe der A9 und ermöglicht eine unkomplizierte Anreise zur Arena. Dennoch dürfte der Wechsel für die Franzosen mit organisatorischem Aufwand und möglicherweise einem kleinen Stimmungsdämpfer verbunden sein.

Bayern verteidigt sein Traditionshotel gegen Pariser Aberglauben

Dieser Vorfall veranschaulicht, wie sehr auch psychologische Faktoren und Rituale im modernen Profifußball eine Rolle spielen. Superstition ist im Hochleistungssport weit verbreitet – von bestimmten Socken über Glücksbringer bis hin zu festen Hotels. PSG hatte offenbar gehofft, durch die Rückkehr an den „Erfolgsort” mentale Vorteile zu erlangen. Bayern hingegen demonstriert mit seiner Haltung Selbstbewusstsein und Heimstärke. Man lässt sich nicht in die eigene Stadt hineinregieren.

Ob der Hotel-Streit tatsächlich Einfluss auf das Spiel haben wird, bleibt abzuwarten. Sportlich steht viel auf dem Spiel. Nach dem turbulenten Hinspiel, das laut Berichten ein hochklassiges, torreiches Duell war, wollen die Münchner um Superstar Michael Olise vor eigenem Publikum die Entscheidung erzwingen und ins Finale einziehen. (mbr)