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„Rund um Köln“Ex-Organisator Tabat wird 80 – Klassiker findet 2022 statt

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Artur Tabat in seinem Archiv, das sich in einem Container befindet. In den Händen hält er eine Widmung von Eddy Merckx.

Köln – Der größte denkbare Wunsch, den Artur Tabat hegt, geht passenderweise zu seinem 80. Geburtstag an diesem Dienstag in Erfüllung. Die Nachricht liegt ihm schon etwas länger vor, aber das macht ihren Inhalt ja nicht weniger freudig für Tabat, den Mann der das Radrennen „Rund um Köln“ wie ein Vater großgezogen hat. Denn nun steht fest: Der rheinische Klassiker findet statt, der Termin am 22. Mai 2022 ist fest geblockt, die Zeit der coronabedingten Ausfälle ist vorbei. „Rund um Köln“ war gleich zweimal davon betroffen. „Das ist einfach nur wunderbar. Ich bin darüber unglaublich glücklich“, sagt Tabat.

Das Rennen gehört weiterhin dem Verein Cölner Straßenfahrer (VCS), doch die Austragung hat Tabat schon 2020 für 15 Jahre an die Köln Marathon Veranstaltungs- und Werbe GmbH übertragen, und zwar „mit allen Rechten und Pflichten“. Er selbst sei damit „aus dem finanziellen Risiko“ heraus. Doch weil Tabat der Mann hinter diesem Rennen und dieser Veranstaltung ist, die er von 1973 bis 2018 allein 45 Mal organisiert hat, ist er weiter Teil des Beraterteams der Veranstaltung: „Ich bin immer noch eng dabei, bei allen Besprechungen. Wenn die neuen Veranstalter Rat oder Leute haben wollen, helfe ich immer aus, ist doch klar.“

Die positive Entwicklung, die sich zu seinem 80. Geburtstag einstellt, hat Tabat auch mit seinem Lebenswerk versöhnt. Zwei Ausfälle des ältesten deutschen Eintagesrennens, Premiere war 1908, „gab es zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Eine erneute Absage hätte mich mitten ins Herz getroffen, da wäre ich sehr traurig gewesen“, sagt Tabat.

Artur Tabat verbringt Ehrentag im Kreis der Familie

Seinen Ehrentag wird er im engen Kreis verbringen, mit seiner Frau, seiner Tochter Heidi, seinem Schwiegersohn sowie den Enkelkindern Sarah und Sina, die beide immer mal wieder bei den Siegerehrungen von „Rund um Köln“ die Pokalübergabe vorgenommen haben. „Mehr Gäste mute ich mir nicht zu. Wenn ich eine Feier mache, sind schnell 500 Leute zusammen. Und wenn ich dann jemanden vergesse, gibt es nur Ärger. Zum letzten Mal groß gefeiert habe ich meinen 50. Geburtstag, da waren dann tatsächlich auch 400 Leute gekommen.“ Gefeiert hatte er in seiner Karosseriewerkstatt auf der Dieselstraße in Hürth, das Geschäft führt er weiter, doch auch dabei denkt Tabat an Rückzug: „Ich würde gerne alles verpachten und mich dann auch wirklich zur Ruhe setzen.“

Das Rennen am 22. Mai

Neben „Rund um Köln“ für Profis, das am 22. Mai während des Giro d’Italia, aber vor der Tour de Suisse und der Dauphiné-Rundfahrt stattfindet, sind Startplätze für Amateure reserviert, die sich auf Jedermann-Kursen messen können. Der Veranstalter Köln Marathon Veranstaltungs- und Werbe GmbH bietet Strecken über 75 und 125 Kilometer an. Die Online-Anmeldung ist geöffnet. Start und Ziel ist am Rheinauhafen – wie bei den Profis. Wer von ihnen starten wird, ist noch offen. (skl)

www.rundumkoeln.de

Wobei das natürlich irgendwo auch ein Scherz ist, denn Tabat bastelt gerade an der Umsetzung von zwei Ideen, die zeigen, wie schwer es ihm fällt, wirklich mal das Wort Ruhe in den Mittelpunkt seines Lebens zu stellen: Zunächst plant er an der Wilhelm-Mauser-Straße unter dem Slogan „Bickendorf zusammen“ ein Radrennen auf einem 1,2 Kilometer langen Rundkurs – „also genau an der Stelle, wo wir 1973, bei meinem ersten »Rund um Köln«, die Zielgerade hatten.“ Außerdem in der Planung ist ein Rennen in Hürth, ganz in der Nähe seiner Werkstatt – „die Geschäftswelt habe ich schon informiert“, denn ohne Sponsoren geht nichts.

Tabat erfreut sich „bester Gesundheit“

Tabat erfreut sich „bester Gesundheit“. Seine Darmkrebs-Erkrankung, die 2016 bei ihm diagnostiziert wurde, hat er überwunden. Seine Ärztin sagte ihm im Herbst: „Wenn wir uns jetzt noch mal treffen, dann nur noch privat auf einen Kaffee.“

Der Radsport spielt auch im Alltag eine Rolle in Tabats Leben. Weiterhin ist er leidenschaftlicher Fahrer, auch im Winter. Denn seit kurzem fährt er auf einem Smarttrainer mit Anschluss an den Fernseher. „Herrlich“, sagt er: „Erst gestern saß ich eine Stunde da drauf.“ Ruhe und Pausen sind tatsächlich eher nicht Tabats Sache.